Sonntag, 30. September 2007

Paolo Bettini verteidigt WM-Titel

Die Rad-Straßenweltmeisterschaften von Stuttgart fanden heute mit dem Straßenrennen der Herren ihr Ende und traditionell auch den Höhepunkt, zumindest aus sportlicher Sicht.
Die Querelen im Vorfeld des Startschusses trübten jedoch die Vorfreude auf dieses Rennen mehr als deutlich, und auch das ZDF entschied, wie schon während der Tour de France, aus der Live-Berichtserstattung auszusteigen und stattdessen nur eine Zusammenfassung des Rennens nach der Zieldurchfahrt zu senden.

Als das Rennen in seine entscheidende Phase trat, spielte gerade der Radfahrer eine entscheidende Rolle, der ob seiner Weigerung, die Ehrenerklärung zu unterschreiben, für viel Unruhe, Diskussionen, ja sogar zu einer Gerichtsentscheidung geführt hatte: Paolo Bettini.
Der Italiener war neben dem Russen Aexandr Kolobnev, Cadel Evans aus Australien, dem Luxemburger Frank Schleck und dem Lokalmatadoren Stefan Schumacher aus Nürtingen in einer fünfköpfigen Spitzengruppe vertreten.
Auf den letzten Kilometern und Metern konnte sich keiner dieser Fünf entscheidend absetzen, so dass der Weltmeistertitel im Sprint dieser Ausreissergruppe entschieden werden musste. Da Paolo Bettini als stärkster Sprinter dieser Gruppe gilt, war es keine Überraschung, dass der Italiener als erster über die Ziellinie fuhr und damit seinen Titel verteidigen konnte.
Nach der Zieldurchfahrt entlud sich die Anspannung Bettini's: Man konnte seinem Gesicht und seinen Tränen im Zielraum ansehen, dass die letzten Tage nicht spurlos an ihm vorbeigegangen sind. - Wahre Freude sieht anders aus. Nun, im Finale hat sich der Olympiasieger als der Stärkste erwiesen und hat damit den Weltmeistertitel erneut erringen können.
Aber es bleibt ein bitterer Beigeschmack bei diesem Sieg. Es stößt auf Unverständnis, warum ein Radprofi, der eine weiße Weste zu haben vorgibt, sich weigert eine Ehrenerklärung zu unterschreiben, bei der er im Falle eines Dopingvergehens ein Jahresgehalt hätte zurückzahlen müssen ...

Aus deutscher sportlicher Sicht gingen diese Radweltmeisterschaften sehr zufriedenstellend zu Ende: Stefan Schumacher holte sich hinter dem Russen Alexandr Kolobnev Bronze!
Erik Zabel, die zweite deutsche Spitze, kam als 18. im Ziel an.

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