Die deutschen Biathletinnen haben ihre Siegesserie in den WM-Sprintwettbewerben bei den Titelkämpfen im koreanischen Pyeongchang erfolgreich fortgesetzt und mit einem Doppelsieg zum WM-Auftakt für einen Paukenschlag aus deutscher Sicht gesorgt.
Neue Sprintweltmeisterin, und damit Nachfolgerin von Andrea Henkel, wurde das Rotkäppchen des deutschen Teams, Kati Wilhelm! Die Thüringerin siegte vor Simone Hauswald, die bei ihrem halben Heimspiel im Heimatland ihrer Mutter ihre erste WM-Einzelmedaille bejubeln konnte! Dritte wurde Olga Zaitseva aus dem arg gebeutelten russischen Team, das man angesichts der jüngsten Dopingvergehen von Ekaterina Juriewa, Albina Ahatova und Dimitri Jaruschenko doch mehr als nur ein wenig kritisch beäugt.
Bei der neuen Sprintweltmeisterin liefen bei der Siegerehrung die Tränen der Freude! – Acht Jahre hat die mehrfache Olympiasiegerin auf einen erneuten WM-Einzeltitel warten müssen, aber nie daran gezweifelt, dass es ihr noch einmal gelingen würde.Bei ihrem WM-Einstand 2001 noch völlig überraschend zum WM-Titel im Sprintrennen gelaufen, gehörte die Weltcupführende zwar nun zum Favoritenkreis für Pyeongchang, aber da der Kreis der Medaillenanwärterinnen im Biathlon-Zirkus nicht klein ist, war eine Medaille noch längst nicht sicher.
Mit null Schießfehlern und einer exzellenten Laufleistung verwies Wilhelm in einem spannenden Rennen ihre Mannschaftskollegin Simone Hauswald, die bis dahin nach ebenfalls null Schießfehlern und einer fulminanten Schlussrunde in Front lag, auf den Silberrang, der aber auch einen riesiger Erfolg für die gebürtige Schwäbin bedeutet.Laufbestzeit erzielte wieder einmal Magdalena Neuner, die nach drei Schießfehlern bei z.T. schwierigsten Bedingungen und wechselnden Winden am Schießstand auf dem achten Rang einkam. Zwei Ränge vor ihr platziert ist die entthronte Titelverteidigerin: Andrea Henkel erreichte nach 2 Schießfehlern den sechsten Rang. Martina Beck komplettierte als 12. das exzellente Sprintergebnis der deutschen Biathletinnen. Dieses ist ein Einstand nach Maß, der auch viel für den Verfolger verspricht.
Bei den Herren gab es im Sprintrennen einen Vierfach-Triumph für Norwegen! Man muss wahrscheinlich lange in den Analen der Titelkämpfen zurückschauen, um Vergleichbares zu entdecken. Und dabei waren die Norweger ohne ihren Besten der laufenden Saison, den Weltcupführenden Emil Hegle Svendsen angetreten, der etwa 5 Stunden vor Start des Rennens krankheitsbedingt passen musste. Für ihn rückte der laufstarke Lars Berger nach, der dann auch die Konkurrenz in Grund und Boden laufen sollte. Wie Phönix aus der Asche schien er aufzuerstehen und verdrängte nach für ihn nur 2 Schießfehlern seine Landsmänner Halvard Hannevold und Alexander Os von den Plätzen und setzte sich an die Spitze. Er sollte nur noch von einem überflügelt werden: Ole Einar Björndalen. Der nun erfolgreichste Biathlet aller Zeiten sicherte sich aufgrund einer überragender Laufform und ebenfalls zwei Schießfehlern seinen 11. Weltmeistertitel und 85. Weltcupsieg. – Triumphe, die seinesgleichen suchen!
Die deutschen Herren konnten es den Damen somit leider nicht gleich tun. Dreifach-Olympiasieger Michael Greis kam nach 2 Schießfehlern als bester Deutscher auf dem siebten Rang ein und hat damit eine gute Ausgangssituation für das Verfolgungsrennen. Michael Rösch wurde als zweitbester Deutscher 14., wobei es lange nach einer deutlich besseren Platzierung aussah – hatte Rösch doch bis zum 8. Schuss alles abgeräumt, traf dann aber leider bei den letzten beiden Schüssen das Schwarze nicht und musste zwei Ehrenrunden in der Strafrunde drehen.
Freuen wir uns am Sonntag nun auf die zwei Verfolgungsrennen! Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren ist Spannung vorprogrammiert, denn wir wissen: Bei 4 Schießeinlagen kann so einiges passieren ...
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