Die 25:24 Niederlage der deutschen Handball Nationalmannschaft gegen Norwegen war aus deutscher Sicht mehr als nur unglücklich. Zugegebener Maßen haben einige Mannschaftsteile nie wirklich ins Spiel gefunden, so schien die linke Seite, die noch im Spiel gegen die Serben der einzige Offensivteil war, der wirklich funktionierte, kaum zu existieren. Torsten Jansen konnte leider nur sehr wenig Impulse setzen, auch nicht vom Siebenmeterpunkt. Aber das erscheint zweitrangig angesichts der Leistung der Unparteiischen in dieser zweiten Hauptrundenpartie der deutschen Mannschaft.
Nicht nur dass diverse Schrittfehler der norwegischen Offensivspieler nicht geahndet wurden, nicht nur, dass diverse Zeitstrafen gegen die Deutschen, allen voran die Rote Karte gegen Jens Tiedke, nicht nachvollziehbar waren, nein, dieses alles steht im Schatten dessen, was in den letzten Sekunden des Spiels passierte: Deutschland lag bereits mit zwei Toren im Rückstand: Dominik Klein schnappt sich den Ball und wirft ins Tor – aber kein Tor für Deutschland. Der norwegische Trainer hatte, wann auch immer, vorher die grüne Karte gezogen und es gab stattdessen Auszeit für Norwegen. Aber die deutsche Mannschaft zeigte in dieser Phase dennoch einen unglaublichen Kampfeswillen, erkämpfte nochmals den Ball und verkürzte zum 24:25. Nun wieder Norwegen im Ballbesitz, aber die Mannen von Heiner Brand steckten wiederum nicht auf, sondern erkämpften sich erneut den Ball – es waren noch ca. 6 Sekunden zu spielen. Doch was passierte dann?! Anwurf von den Deutschen, einmal, zweimal pfiffen die Unparteiischen die Aktion zurück, angeblich weil es einen Einwurf für Deutschland und keinen Freiwurf hätte geben dürfen. Aber warum in dieser Situation die Uhr nicht angehalten wurde, wird wohl ein Geheimnis der Unparteiischen, die diesen Namen in diesem Spiel so gar nicht verdient haben, bleiben. Und so verrannen die Sekunden, und das Spiel war aus, ohne dass die deutsche Mannschaft noch eine Chance auf einen Torwurf gehabt hätte. – Ein Unding diese Schiedsrichterentscheidung!
Wie konnte man mit Heiner Brand mitfühlen, als er mit erhobener Faust auf die Schiedsrichter nach Spielschluss losging, diese dann aber noch, sicherlich glücklicherweise, fallen ließ. – So emotional hatte man den Bundestrainer wohl noch nie erlebt...
Aber es änderte nichts mehr, die große Chance schon heute mit einem Unentschieden den Halbfinaleinzug so gut wie perfekt zu machen, war vertan.
Das Glück war den Deutschen auch aus anderer Sicht nicht hold. Bereits in der ersten Halbzeit zog sich Pascal Hens eine Oberschenkelverletzung zu, von der man noch nicht so recht weiß, inwieweit sie ihn noch behindern wird. Fakt war, dass er in der Folge nur noch bedingt zum Einsatz kommen konnte.
Und dann der ganz große Schreck: Mimi Kraus wird beim Angriff im Sprung attaktiert und knickt ganz übel um, so dass es einem allein beim Zusehen schon weh tat. Es blieb nur die Trage, die den deutschen Kapitän vom Spielfeld brachte. Nach der ersten Diagnose soll es sich um eine Bänderverletzung handeln, aber ob der deutsche Aufbauspieler nochmals aktiv in das WM-Geschehen eingreifen werden wird, scheint mehr als fraglich. – Welch Schwächung für den Weltmeister!
Da freut es, dass es heute doch auch richtige Lichtblicke im Spiel der deutschen Mannschaft gab. Diese waren heute aber leider nicht im Angriff oder in der Abwehr, ganz zu schweigen am Siebenmeterpunkt, von dem heute nichts, aber auch gar nichts gelang, zu suchen, sondern im Tor! Dort gab es zu Spielbeginn eine Überraschung: Weder Carsten Lichtlein, noch Johannes Bitter war letzter Mann der Deutschen, sondern Silvio Heinevetter. Der Magdeburger sollte ein sehr gutes Spiel machen, seine zahlreiche Glanzparaden hielten die deutsche Mannschaft immer wieder im Spiel.
Aber am Ende steht dann doch eine bittere Niederlage. Fest steht aber auch, dass noch ist nichts verloren ist, was den Einzug ins Halbfinale betrifft. Und nun kommt es doch zum Endspiel gegen Dänemark am kommenden Dienstag. In dieses Spiel wird der Weltmeister sicherlich nicht als Favorit gehen. Es bleibt zu hoffen, dass dieses den Deutschen zum Vorteil sein wird. Meist haben sie bessere Spiele abgeleistet, wenn die Favoritenbürde nicht auf ihnen lastete. So hoffen wir denn auf einen Sieg im letzten Spiel der Hauptrunde gegen den Europameister!
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