Traditionsgemäß wurde bei den alpinen Skiweltmeisterschaften in Val d’Isère als letztes Rennen der Slalom der Herren ausgetragen. Ähnlich wie bei den Damen Tags zuvor sollte es ein spannendes Rennen werden, das von ebenfalls vielen, teils spektakulären Stürzen geprägt wurde.
Aus deutscher Sicht blickte man vor allem dem Auftritt von Felix Neureuther mit Spannung entgegen. Sollte es dem Partenkirchener gelingen, die Erfolgsstory von Kathrin Hölzl und Maria Riesch fortzuschreiben?!
Nach dem ersten Durchgang sah dieses nicht so aus: Nach einer nicht perfekten Fahrt, bei der er ein ums andere Mal nach hinten absaß und mehrfach vor dem Aus stand, lag er mit über 2 Minuten Rückstand auf den Besten des 1. Laufs, den Österreicher Manfred Pranger, auf Rang Zwölf. Der zweite Durchgang sollte Neureuther dann aber wesentlich besser gelingen: Mit der zweitbesten Laufzeit ging es weit noch nach vorne. – Viel weiter, als er selbst wohl für möglich gehalten hätte. Ja, es blinkte sogar zwischenzeitlich Edelmetall.Die nach ihm ins Rennen gegangenen Läufer hatten fast alle so ihre Schwierigkeiten mit der schwierigen Piste: Namhafte Rennfahrer, wie der Österreicher Benjamin Raich, der US-Amerikaner Ted Ligety, der Führende im Slalomweltcup Jean-Baptiste Grange oder der Zweite nach Durchgang 1, der Schwede Johan Brolenius, – um nur einige zu nennen – fielen aus und erreichten das Ziel nicht. So lag denn Felix Neureuther immer noch auf Rang 3, als Manfred Pranger als Letzter das Rennen aufnahm. Sollte es etwa doch noch die ersehnte Medaille geben?!
Nein, dafür reichte es nicht mehr, aber es wäre wohl des Guten auch ein wenig zu viel gewesen, wie er selber später im Interview zugab. Aber auch dieser vierte Platz ist für den 24jährigen ein großer Erfolg, vor allem wenn man den bisherigen Saisonverlauf berücksichtigt. – Zu häufig ist der Sohn von Gold-Rosi ausgefallen.
Aber wer wurde nun Nachfolger des ebenfalls ausgefallenen Mario Matt aus Österreich? Sollte es den Österreichern doch noch gelingen den ersten Weltmeistertitel bei den Herren einzufahren und so die Schmach, die sie in den übrigen Disziplinen erlitten haben, ein wenig kleiner erscheinen lassen? – Ja, es sollte gelingen! Mit siebtbester Laufzeit brachte Pranger seinen Vorsprung ins Ziel und darf sich nun Slalom-Weltmeister nennen!
Es sei ihm und auch den Österreichern gegönnt, dass dieser Sieg errungen werden konnte. Manfred Pranger ist ein verdienter Weltmeister – und die Skination Österreich dürfte nach seiner Zieldurchfahrt mehr als nur ein wenig aufgeatmet haben.Zweiter wurde, wie schon in der Kombination, der Franzose Julien Lizeroux, der dem Gastgeberland so die dritte Silbermedaille bescherte. Auf den Bronzerang, und damit einen Platz vor Felix Neureuther, landete der Kanadier Michael Janyk.
Die alpinen Skiweltmeisterschaften von Val d’Isère, aus denen die Schweiz mit 2 x Gold, 3 x Silber und 1 x Bronze als erfolgreichste Nation hervorgeht, gehört der Geschichte an. Freuen wir uns jetzt schon auf die Titelkämpfe 2011 in Garmisch-Partenkirchen!
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