Montag, 2. Februar 2009

Frankreich Handball-Weltmeister

Olympiasieger Frankreich ist Nachfolger von Deutschland und hat im Hexenkessel von Zagreb den WM-Titel errungen. Für die Franzosen ist dies der dritte Titelgewinn nach 1995 und 2001.
Die Halle in Zagreb brodelte bereits lange vor dem von vielen schon vor dem Start der WM prophezeiten Finale Frankreich – Kroatien. Es war ein Höllenlärm, der die Kroaten aber über die Dauer der Partie eher lähmte und den amtierenden Olympiasieger vorantrieb. Denn letztendlich gewann Frankreich im lange Zeit ausgeglichenen und von den Abwehrreihen dominierten Finale gegen Kroatien doch deutlich mit 24:19.
Dabei waren die Gastgeber noch mit einer knappen 12:11 Führung in die Halbzeitpause gegangen. Aber etwa 10 Minuten vor Schluss sollten sich die Franzosen immer mehr absetzen. Dieses war vor allem ihrem Torwart Thierry Omeyer zu danken, der nach Schluss der Partie auch als „Man of the Match“ ausgezeichnet wurde. Eins ums andere Mail glänzte er mit Paraden, die sein Gegenüber im kroatischen Tor in dem Maße leider nicht zeigen konnte. Im Angriffspiel fielen heute vor allem der Ex-Gummersbacher Daniel Narcisse und Michael Guigou auf, der nicht nur alle Siebenmeter mit traumwandlerischer Sicherheit verwandelte, sondern auch so stark auftrumpfte.

Die Kroaten standen nach Abschluss der Partie mit hängenden Köpfen auf dem Feld. Den zweiten Platz können sie nicht als Erfolg empfinden – das braucht sicherlich noch ein paar Tage – zu groß ist die Enttäuschung, dass sie den großen Traum nicht Wirklichkeit werden lassen konnte, bei der Heim-WM den Titel zu erringen. Das, was der deutschen Mannschaft vor zwei Jahren vor heimischer Kulisse gelungen ist und das ganze Land in einen Freudentaumel gebracht hat, ist den Kroaten verwehrt geblieben. Bitter – ja, das ist es, aber am heutigen waren die Franzosen die bessere Mannschaft und sind verdient als Sieger vom Platz gegangen. Da ist es sicher auch nur ein schwacher Trost, dass ein Spieler aus ihren Reihen, Igor Vori, als wertvollster Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde.

Im kleinen Finale hatte sich am Nachmittag Polen gegen Europameister Dänemark deutlich mit 31:23 durchgesetzt. Schon nach der 1. Halbzeit lag das von Bogdan Wenta trainierte Team mit 14:11 in Front. Dänemark kam während der Partie eigentlich nie so recht in einen Spielfluss, einzig etwa Mitte der zweiten Halbzeit sah es so aus, als würden sie herankommen und das Spiel evt. drehen können, aber ihr Höhenflug dauerte leider nicht lang genug. Die Polen, und mit ihnen vor allem der heute überragende und als „Man of the Match“ ausgezeichnete Karol Bielecki, ließen den Dänen, bei denen vor allem der junge Mikkel Hansen vom FC Barcelona zu gefallen wusste, keine Chance und gewannen verdienter Maßen die Bronzemedaille. Die Freude beim Vize-Weltmeister von 2007 war nach diesem Erfolg groß.

Im Allstar-Team der WM spiegelt sich das Bild dieser WM wieder: 3 x Frankreich, 3 x Kroatien und 1 x Polen ist vertreten. Von den deutschen Spielerm hat es dieses Mal leider niemand geschafft, was nicht überraschend kommt, hat das deutsche Team doch eher durch eine geschlossene Mannschaftsleistung überzeugt, denn dass ein Einzelspieler über das gesamte Turnier hinweg geglänzt hätte. Ein wenig überrascht hingegen, dass Rekordtorschütze Kiril Lazarov auf Halb-Rechts nicht nomiert wurde, sondern stattdessen Marcin Lijewski vom HSV Hamburg.
Mit Rechtsaußen Ivan Cupic, dem Hamburger Blazenko Lackovic (Rückraum links) und Kreisläufer Igor Vori ist Gastgeber Kroatien dem neuen Weltmeister in der WM-Auswahl zahlenmäßig ebenbürtig, da Frankreich mit Thierry Omeyer im Tor, Nikola Karabatic auf der Spielmacherposition und Michael Guigou als Linksaußen abenfalls drei Spieler stellt.

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