Mittwoch, 28. Januar 2009

Erneuter Handball-Krimi: Deutsche Niederlage gegen Dänemark

Heiner Brand hat seinen Jungs direkt nach Spielschluss eine sensationelle Leistung attestiert und nachgesetzt, dass sie es sich zurückholen werden. Es war ganz klar, was der Bundestrainer gemeint hatte: Wieder einmal im Laufe des Turniers war das deutsche Team den Schiedsrichtern ausgeliefert, die in entscheidenden Phasen des Spiels alles andere als eine deutsche Brille aufhatten und den Weltmeister klar benachteiligten.
Man mag es nicht glauben! Da spielt die deutsche Mannschaft mit größtem Einsatz, aufopferungsvoll, mit klasse Spielzügen und großer Durchsetzungskraft – und dann lässt es das Schiedsrichtergespann wieder einmal nicht zu, dass die verdienten Lorbeeren auch geerntet werden können. Oder drücken wir uns etwas gemäßigter aus: dem deutschen Team wurde die Möglichkeit genommen, die verdienten Lorbeeren ernten zu können.
Beim Stande von 25:25 lenkt Jogi Bitter, unser Rückhalt im deutschen Tor, den Ball über die Latte – ein Schiri sieht es, der andere angeblich nichts, und es gibt EINWURF für Dänemark. – Eine Regelwidrigkeit, ein Unding. Denn so bleibt Dänemark in dieser entscheidenden Phase des Spiels im Ballbesitz, daddelt rum, die Zeit verrinnt, Deutschland bekommt noch eine Zweiminutenstrafe, und der Europameister wirft zur Führung ein. Den Gegenstoß konnte Deutschland leider nicht versenken, stattdessen wirft sich Dänemark zum 25:27 Endstand. – Aber wie anders hätte das Spiel laufen können, wenn Deutschland in Ballbesitz gekommen wäre, es wäre die Chance zur Führung gewesen, die Dänemark erst einmal hätte kontern müssen.
Und auch bereits Minuten vorher gab es mehr als zweifelhafte Entscheidungen des Gespannes aus Rumänien: Gleich zweimal wird Dominik Klein am dänischen Kreis unsanft zu Boden gestoßen, gleich zweimal gibt es Freiwurf für Dänemark. Wo die „Unparteiischen“ bei diesen Aktionen ihre Augen hatten, sollten sie mal erläutern. Oder man denke nur an die mehr als unfaire Aktion etwa Mitte der 2. Halbzeit, als Hanssen Toto Jansen beim Versuch doch noch an den Ball zu kommen mit seinem Ellbogen regelrecht runterdrückt. – Ein klares 2-Minuten-würdiges Foul - in anderen Situationen oder soll man lieber sagen Spielen? - hätte es möglicherweise sogar Rot gegeben, aber nichts dergleichen. Hanssen bekommt gar keine Zeitstrafe.

Dabei hat die deutsche Mannschaft wirklich ein klasse Spiel abgeliefert. Ohne den Kapitän Mimi Kraus und nur in der Anfangsphase mit Pascal Hens im linken Rückraum traten die Mannen von Heiner Brand überzeugend und mit breiter Brust auf. Besonders Kreisläufer Sebastian Preiss und Hens-Ersatz Lars Kaufmann wussten im Angriff zu überzeugen. Die Abwehr ging aggressiv, aber zumeist fair zu Werke und ließ den dänischen Angriffspielern nur wenig Raum. Mit Jogi Bitter im Tor hatte das deutsche Team wieder den gewohnt sicheren Rückhalt, der seinem Gegenüber Kaspar Hvidt kaum nachstand. Lediglich vom Siebenmeterpunkt war das deutsche Team mit 2/4 nicht so erfolgreich, wie gewünscht. Aber es steht außer Frage, dass dieses deutsche Team seine Aufgabe sehr gut gelöst hat. Dass es am Ende nicht zum Sieg gereicht hat, kann man der Mannschaft kaum zu Lasten bringen. Es sollte wohl nicht sein, dass der Europameister bezwungen wird. Was hat das deutsche Team getan, dass die Schiris so gegen sie pfeifen? – Es mag für jemanden, der das Spiel nicht verfolgt hat, an dieser Stelle evt. nach einer billigen Ausrede klingen, die Schuld erneut vor allem bei den Unparteiischen zu suchen. Aber in diesem Falle ist es gerechtfertigt! Wie kann man da mit Markus Baur mitfühlen, der als Experte bei RTL im Einsatz sich nur schwer zurückhalten kann. Es muss doch auch einmal Klartext geredet werden dürfen! Aber was soll man davon halten, dass Baur in der Folge von einem Moderator, der sich nicht nur heute als absoluter Handball-Laie geoutet hat, fast schon zurück gepfiffen wird?! Was soll das?! Baur hat nur das ausgedrückt, was offensichtlich war und viele, viele gedacht haben! Man sollte eine Handball WM wirklich nur solche Sender übertragen lassen, die ihr Geschäft verstehen, und nicht ständig durch unqualifizierte Äußerungen auffallen. Man hätte z.B. nur mal mitzählen müssen, wie oft der Kommentator im Verlauf der deutschen Spiele eine Unterzahl der Deutschen mit einer der der Gegner verwechselte ...

Nun denn die weitere Ausgangslage ist klar: Durch den Sieg der Serben gegen Mazedonien müssten Polen und Norwegen unentschieden spielen, um der deutschen Mannschaft doch noch den Einzug ins Halbfinale zu ermöglichen. Auf ein Unentschieden zu hoffen, ist zwar ein waghalsiges Unterfangen, aber bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt! Und verdient hätte die deutsche Mannschaft den Halbfinaleinzug nach der heutigen Leistung gegen die Dänen unbestritten!

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