Traditionsgemäß stand als erste Entscheidung bei den Alpinen Ski-Weltmeisterschaften von Val d’Isére der Super-G der Damen auf dem Programm. Auf einer für die Damen komplett neuen Piste sollte es ein schwieriger Auftakt werden, dem Hang selber, der Kurssetzung sowie den äußeren Bedingungen geschuldet.
So schieden denn auch viele der Läuferinnen aus, unter ihnen so namhafte Kandidatinnen, wie die Titelverteidigerin Anja Pärson aus Schweden, Österreich’s Speed-Queen Renate Götschl oder aber die bei Großereignissen fast regelmäßig groß auftrumpfende US-Amerikanerin Julia Mancuso. Leider traf es auch eine der drei deutschen Läuferinnen: Die mit der Nummer 6 ins Rennen gegangene Gina Stechert.
Als erste Weltmeisterin 2009 durfte sich die auch im Vorfeld zu den Favoritinnen zählende Gesamtweltcupführende Lindsey Vonn eintragen. Für die als sehr gute Freundin der deutschen Hoffnung Nr. 1, Maria Riesch, geltende US-Amerikanerin war es ihr erster Weltmeistertitel. Sie konnte als einzige die Zeit der als Nummer 2 ins Rennen gegangenen Französin Marie Marchand-Arvier unterbieten, die ein wenig überraschend Silber gewann. Die Französin hatte ihren Heimvorteil, der ihr mehr Trainingsfahrten auf dieser Strecke einbrachte als ihren Konkurrentinnen, eindeutig genutzt, wenngleich sie auch von den etwas besseren Sichtverhältnissen zu Beginn des Rennens profitierte. Bronze ging an die Österreicherin Andrea Fischbacher.
Maria Riesch wurde nach einer eher verhaltenen Fahrt Achte und ist damit nicht so recht zufrieden. Ja, es wäre eine Medaille möglich gewesen, wäre sie etwas couragierter gefahren. Aber so ist auch dieser achte Rang kein schlechter WM-Einstand für die Partenkirchenerin, die ihr Ziel einer WM-Medaille immer noch klar vor Augen hat. Auch wenn Riesch in der vergangenen Saison die kleine Kristallkugel im Super-G-Weltcup gewinnen konnte, zählt sie heuer nicht zu den Top-Favoritinnen in dieser Disziplin. Ihre Stärken liegen derzeit eindeutig im Slalom, wo sie bekanntermaßen vier Weltcuprennen in Folge gewinnen und auch den letzten Slalom vor der WM als Zweite erfolgreich abschließen konnte, und in der Kombination.
Auch wenn es mit der ersehnten ersten WM-Medaille für den Deutschen Ski-Verband seit 8 Jahren beim WM-Auftakt noch nicht geklappt hat, sollte man über den Ausgang des ersten WM-Rennens aus deutscher Sicht nicht zu unzufrieden sein. Denn neben Riesch kam mit Viktoria Rebensburg als 10. eine zweite Fahrerin unter die Top 10. Rebensburg, die sich bei der WM vor zwei Jahren in Aare im Riesenslalom als Achte erstmals ins Rampenlicht fahren konnte, lag bis zur zweiten Zwischenzeit noch deutlich besser im Rennen – Platz 4 war in Reichweite – jedoch machte ein Fahrfehler im unteren Teil der schwierigen Strecke eine bessere Platzierung zunichte.
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