Maria Riesch hat es geschafft: Sie hat endlich ihre erste WM-Medaille gewonnen. Die für sie bislang so enttäuschend verlaufenden Titelkämpfe von Val d’Isère haben somit nun doch ein mehr als nur versöhnliches Ende für sie gefunden. Dass sie in ihrer Paradedisziplin, dem Slalom, sogar die Goldmedaille gewinnen konnte, grenzt an ein Wintermärchen! Denn so hat es bereits den zweiten Weltmeistertitel für den DSV gegeben. – Damit war im Vorfeld nicht zu rechnen, vor allem der WM-Triumph von Kathrin Hölzl kam mehr als nur überraschend. Und so steht Deutschland sogar noch vor der Skination Österreich im Medaillenspiegel und ist so erfolgreich wie lange nicht!
Den letzten großen (Slalom-) Triumph vor diesen Weltmeisterschaften erreichte Hilde Gerg bei den Olympischen Spielen von Nagano 1998. Der letzte Sieg bei einer Weltmeisterschaft liegt noch weiter zurück: 1976 war es Rosi Mittermayer, die WM-Gold im Slalom gewinnen konnte. Und nun Maria Riesch!
Die Partenkirchenerin ist wahrlich eine verdiente Weltmeisterin. Wer vier Saisonsiege in Folge feiert, so wie die 24jährige, ist eine würdige Titelträgerin! Und bedenkt man, dass die Weltmeisterschaften für sie bislang so enttäuschend verlaufen waren, sie nicht nur durch Sturzpech gehandicapt, sondern sicher auch unter dem Druck, den sie sich selbst auferlegt hatte, arg zu leiden hatte, und dass sie im letzten WM-Rennen dann so stark auftrumpft – vor dieser Leistung muss man den Hut ziehen. Alle Achtung, dass Deutschland’s Vorzeige-Alpine gerade in der Disziplin, bei der ein kleiner Fehler, ein kleiner Rutscher zum falschen Zeitpunkt das sofortige Aus bedeuten kann, ihre Nerven so im Zaum hatte!
Dass Sieg und Niederlage gerade im Slalom sehr nah beieinander liegen, mussten auch die nach Durchgang 1 in Front liegenden Läuferinnen leidvoll erfahren: Sandrine Aubert, Dritte nach Durchgang 1, stieg nach ihrem Ausrutscher zwar wieder zurück, kam aber abgeschlagen ins Ziel. Doppelweltmeisterin Lindsey Vonn, Zweite nach dem 1. Durchgang, stürzte gar, und auch die Italienerin Manuela Mölgg, als Letzte im 2. Durchgang auf die Strecke gegangen, schied nach einem Fahrfehler im unteren Teil der Strecke aus. Und so war der Weg frei für Maria Riesch: Nach Durchgang 1 noch auf dem sechsten Rang liegend, meisterte sie in beeindruckender Manier den schwierigen Lauf und setze sich mit Laufbestzeit an die Spitze. Nachdem die nach dem ersten Durchgang auf den Rängen 5 und 4 vor ihr platzierten Läuferinnen, Frida Hansdotter und Sarka Zahrobska nicht an ihr vorbei kommen konnten, und auch Aubert zurückfiel, standen bereits die ersten Freudentränen in den Augen: Denn die Medaille war sicher! Als Gold feststand, war dann kein Halten mehr!
Auf den weiteren Medaillenplätzen landeten die Titelverteidigerin Zahrobska auf dem Silberrang und die doppelt Bronze-dekorierte Finnin Tania Poutiainen. Fanny Chmelar als Achte komplettierte mit ihrem besten Weltcupergebnis das hervorragende Abschneiden des DSV. Riesenslalom-Weltmeisterin Kathrin Hölzl wurde Achtzehnte.
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