Donnerstag, 22. Januar 2009

Deutschland in WM-Hauptrunde

Nervöser Beginn, über Kampf und Einsatzwille ins Spiel zurückgewonnen, in der zweiten Halbzeit immer mehr Klasse gezeigt, um letztendlich souverän und überzeugend mit 33:23 gegen Mazedonien zu gewinnen – so könnte man kurz und knapp das Spiel des amtierenden Handball-Weltmeisters Deutschland gegen Mazedonien beschreiben.

Es stand aber zunächst ein gutes Stück Arbeit vor dem Team von Heiner Brand. Besonders in der Anfangsphase war den Deutschen anzumerken, dass der Druck vor diesem Spiel sehr groß war, denn eine Niederlage hätte den Einzug in die WM-Hauptrunde mehr als nur gefährden können – zu knapp geht es in Runde C zu. So unterliefen der deutschen Mannschaft zunächst auch viele Fehler, auch technischer Art. Vor dem gegnerischen Tor agierten sie zudem nicht sicher genug, und auch die Abwehr hatte vor allem mit dem Star der Mazedonier, Kiril Lazarov, große Probleme. Der Halbrechte warf allein in den ersten 15 Minuten 5 Tore. Und auch Jogi Bitter im deutschen Tor fand in der ersten Halbzeit nie so recht zu seiner gewohnten Stärke.
So war es fast eine logische Konsequenz, dass die Mannen von Heiner Brand zunächst zumeist einem Rückstand hinterher laufen mussten, aber um mehr als drei Tore ließ man die Mazedonier nicht davon ziehen. Zudem handelten sich die amtierenden Weltmeister unglückliche 2-Minuten-Strafzeiten ein, die mitunter nicht recht nachzuvollziehen waren, aber selbst eine doppelte Unterzahl steckten die Deutschen gut weg. Und je länger das Spiel dauerte, desto besser kam die deutsche Mannschaft ins Spiel. In der Abwehr stand man sicherer, und auch im Abschluss agierte man erfolgreicher, dennoch ging es noch mit einem knappen 13:14 Rückstand in die Halbzeitpause.

Die zweite Spielhälfte sollte nun jedoch die Halbzeit der Deutschen werden. Sicher stand die deutsche Abwehr um ihren Chef Oliver Roggisch nun und ließ den Mazedoniern nicht viel Raum. Da auch Jogi Bitter immer besser ins Spiel fand, war eine rasche Führung die logische Konsequenz. Und diese Führung sollte das deutsche Team nicht mehr abgeben! Zudem mussten die Mazedonier schon bald ohne ihren Besten, Kiril Lazarov, auskommen, der nach einer Tätlichkeit gegen den Kieler Dominik Klein verdient die Rote Karte sah.
In der Folge zog die deutsche Mannschaft nun Tor um Tor weg. Klare Spielzüge, wesentlich weniger Fehler im Vergleich zu Halbzeit 1, sicherer im Abschluss – so kennzeichnete sich in der Folge das deutsche Spiel. Der 33:23 Endstand fiel auch in dieser Höhe verdient aus! Besonderes Lob in der deutschen Mannschaft hat sich neben Holger Glandorf der Rechtsaußen Christian Schöne verdient, den Heiner Brand aufgrund einer fiebrigen Erkrankung der nach der Verletzung von Christian Sprenger etatmäßigen Nummer 1 auf Rechtsaußen, Stefan Schröder, nachnominiert hatte. Der Göppinger, der vor 24 Stunden noch nicht ahnte, aktiv in die Handball-WM eingreifen zu können, war mit 8 Treffern nicht nur hinter Glandorf, der eines mehr erzielte, zweitbester deutscher Schütze, sondern hatte mit 89% auch eine exzellente Trefferquote.

So kann es weiter gehen für die deutsche Mannschaft! Die Aussichten für die Hauptrunde sind nach dem dritten Sieg im vierten Vorrundenspiel sehr gut. Wollen wir hoffen, dass nun auch gegen den Vize-Weltmeister Polen zum Abschluss der Vorrunde ein Sieg folgt. Treten die Mannen von Heiner Brand ähnlich überzeugend auf wie in der zweiten Halbzeit gegen Mazedonien, muss ihnen nicht bange sein.

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