Donnerstag, 1. Januar 2009

Loitzl Sieger beim Neujahrsspringen

Wolfgang Loitzl hat die diesjährige Auflage des traditionsreichen Neujahrspringens von Garmisch-Partenkirchen gewonnen. Der Zweite von Oberstdorf hat sich damit erstmalig in die Siegerlisten des Weltcups eintragen können. Der Österreicher wurde schon als der ewige Zweite gehandelt, nachdem er diese Platzierung im Verlauf der laufenden Saison wiederholt erreicht hatte, aber nie ganz oben stehen konnte. Dieses Manko hat er nun ausgemerzt.
Möglich gemacht hat diesen Triumph vor allem ein hervorragender Sprung im zweiten Durchgang, der ihn auf 136.5 m brachte, 2 m weiter als der nach Durchgang 1 in Führung liegende Top-Favorit auf den Tournee-Gesamtsieg, Simon Ammann. Der Schweizer hatte zwar im ersten Durchgang die Tagesbestweite von 140 m erzielen können, lag im Schlussklassement aber doch hauchdünn mit 1.7 Punkten hinter Loitzl. Die angestrebten vier Erfolge bei der Vierschanzentournee, die Sven Hannawald 2002 als bisher Einzigem glückten, bleiben damit weiter unerreicht für Ammann. Ja, er büßte auch die Führung in der Gesamtwertung ein und liegt nun 0.5 Punkte hinter dem Tagessieger Loitzl auf Rang 2.
Nun, in der Gesamtwertung ist sicherlich noch nicht das letzte Wort gesprochen. Es bleibt zudem abzuwarten, wie Loitzl auf den heimischen Schanzen in Innsbruck und Bischofshofen mit dem Druck, nun der Gejagte zu sein, umgehen wird.
Und auch der Tagesdritte Harri Olli sowie der Vierte des heutigen Springens, Gregor Schlierenzauer, die in der Gesamtwertung die Ränge 4 und 3 einnehmen, liegen noch in Lauerstellung. Jedoch keimt immer mehr das Gefühl auf, dass vor allem Schlierenzauer, der durch exzellente Trainingssprünge und in der Qualifikation auf der neuen Schanze von Garmisch-Partenkirchen überzeugen konnte, möglicherweise dem Druck während der zwei Wertungssprünge nicht ganz standhalten kann. Aber vielleicht dreht er den Spieß im Vergleich zu den beiden vergangenen Jahren auch einfach nur um: Dort lag er nach zwei Springen jeweils in Front, fiel aber in Innsbruck und Bischofshofen zurück.

Den deutschen Adlern war das Glück im Vergleich zu Oberstdorf nicht ganz so hold. Zudem waren die äußeren Bedingungen vor allem Mitte des zweiten Durchgangs, als es für Stephan Hocke, Mchael Neumayer und Michael Uhrmann galt, nicht die besten, was sich jedoch i.d.R. im Verlauf der Tournee zumeist wieder ausgleicht.
Das Endergebnis vom Neujahrsspringen mit Martin Schmitt als 8., Michael Uhrmann als 14., Stephan Hocke als 20. und Michael Neumayer als 24. liest sich zwar im Vergleich zu den vergangenen Jahren recht gut, aber es wäre deutlich mehr drin gewesen.

Vor allem Martin Schmitt haderte ein wenig mit seinem zweiten Durchgang, bei dem er auf für ihn enttäuschende 124 m kam. Nach dem ersten Durchgang, bei dem er auf hervorragende 135 m flog, lag er noch auf dem dritten Rang, den er leider nicht halten konnte. Aber Martin Schmitt sollte nicht verzagen. Fest steht, dass er in der Weltspitze wieder angekommen ist, und es wird der Tag kommen, an dem er wieder zwei sehr gute Sprünge im Wettkampf zeigen wird. Und dann - das ist jedem klar - sollte es für das Podest, ja vielleicht auch zu seinem ersten Weltcupsieg seit über 6 Jahren reichen. Vielleicht schon in Innsbruck?!
Und auch die Gesamtwertung ist für den vierfachen Weltmeister noch nichts verloren. Mit Rang 6 hinter dem Russen Dimitri Vassiliev und noch einen Platz vor dem Sieger von 2007, Anders Jacobsen aus Norwegen, liegt er in Lauerstellung.

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