Sonntag, 27. Januar 2008

Debakel gegen Frankreich: Deutsche Niederlage im kleinen Finale um Platz 3

Der letzte Auftritt der deutschen Handball-Nationalmannschaft bei den Europameisterschaften in Norwegen kam einem Debakel gleich. Mit 36:26 gab es die höchste deutsche Niederlage bei einer Europameisterschaft. - Das war leider gar nichts.
Unnötige Ballverluste, kein Biss, keine Bewegung, der absolute Siegeswille war vor Spielbeginn in der Kabine geblieben. Die Franzosen hingegen spielten wacher, fitter, wenngleich der Kräfteverzehr auch ihnen, die wie die Deutschen während des Turniers zumeist wenig durchgewechselt hatten, zu schaffen machte. Zu viel musste der entthronte Europameister heute jedoch nicht zeigen, zu einfach machte es die deutsche Mannschaft den Franzosen.

Der Weltmeister kam von Anfang an denkbar schlecht in diese Partie und lag schon früh mit 2:9 im Hintertreffen. Zu diesem Zeitpunkt war eigentlich schon klar, dass es nichts würde werden können, mit der EM-Medaille, wenn kein Hallo-Wach-Effekt durch die Mannschaft gehen würde. Und dazu kam es leider nicht.
Zudem machte das Verletzungspech, das den Weltmeister durch das gesamte Turnier begleitet hat, auch beim letzten Spiel nicht halt. Mussten bereits Florian Kehrmann und Oliver Preiss verletzungsbedingt das gesamte Spiel von außen betrachten, erwischte es in der 12. Minute auch Kapitän Markus Baur. Der neue Lemgoer Trainer war umgeknickt und leider nicht mehr einsetzbar.
Mit 9:18 ging es in die Halbzeitpause. Nun war Moral gefragt, um die Demütigung noch abwenden zu können. Das erhoffte Aufbäumen sah man beim Weltmeister in der zweiten Halbzeit aber leider nicht. Zwischenzeitlich betrug der Rückstand gar 14 Tore, in dieser Phase unterliefen aber auch den Franzosen einige leichte Fehler, was anbetracht des großen Vorsprungs sicher nicht verwundert.

Man war beinahe froh, als dieses Spiel endlich zu Ende war. Es war keine Freude, die deutsche Mannschaft heute spielen zu sehen. Es war eine ganz schwache Leistung.
Aber fest steht auch, dass die Mannen von Heiner Brand insgesamt eine gute Europameisterschaft gespielt haben. Und das Ziel, mindestens ins Halbfinale einzuziehen, ist erreicht worden. Leider wird dieses gute Bild, das die deutsche Mannschaft wieder einmal bei einem Großereignis erbrachte, durch den heutigen Auftritt ein wenig getrübt.
In den vergangen Jahren war es meist so, dass viele Spieler vor einem Großereignis verletzt ausfielen. In diesem Jahr schien es, dass Heiner Brand aus dem Vollen schöpfen kann. Aber das Verletzungspech klebte dennoch an den Hacken der deutschen Mannschaft: Oleg Velyky, Oliver Roggisch, Florian Kehrmann, Oliver Preiss, Markus Baur - da kann man stolz sein, trotzdem EM-Vierter geworden zu sein.

Dänemark Handball-Europameister

Dänemark hat im Finale um die Handball-Europameisterschaft Olympiasieger Kroatien besiegt und den ersten großen Titel im Handball gewonnen.
Nach zuletzt dritten Plätzen bei EM und WM stehen die Dänen damit erstmals ganz oben auf dem Siegerpodest!

Im Finale schienen die Dänen nur zu Beginn der Partie, als die Kroaten mit 4:0 in Führung gingen, Probleme zu haben. Aber schon bald hatten sie sich gefangen und gingen ihrerseits in Führung. Eine Führung, der die Kroaten zumeist hinterher liefen. Aber eine kroatische Mannschaft darf man nie abschreiben, das hat die Vergangenheit gelehrt. Allein in Ivano Balic, der in diesem Spiel ungewohnt blass blieb, versteht es ein Spiel innerhalb von Minuten umzureißen. Dieses gelang heute jedoch nicht.
Ob aber die Dänen dem Druck würden standhalten können und nicht das große Nervenflattern bekommen würden, war im Vorfeld nicht unbedingt klar.
Aber Dänemark hat bravourös aufgespielt, mit einem wieder einmal herausragenden Kasper Hvidt im Tor, einem erstklassigen Lars Christiansen, der allein 7 Tore erzielte, und einer sehr guten Mannschaftsleistung sind sie auf Europa's Handballthron gestürmt: Mit 24:20 wurde Kroatien verdient besiegt, und Dänemark ist Europameister!

Ins Allstar-Team der EM wurden im Anschluss an die Partie mit Kasper Hvidt und Linksaußen Lars Christiansen von der SG Flensburg-Handewitt zwei Protagonisten des Europameisters gewählt.
Mit Florian Kehrmann als bestem Rechtsaußen wurde aber auch ein deutscher Spieler in die EM-Auswahl berufen. Namhafte Spieler wie Daniele Narcisse, Kim Andersson, Frank Loke und Ivano Balic vervollständigten die Top-Mannschaft. Wertvollster Spieler des Turniers wurde Nikola Karabatic.

Samstag, 26. Januar 2008

Deutschland unterliegt Dänemark: Finale verpasst

Gut gespielt, aber dennoch verloren. Bitter, aber die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat nach großem Kampf 26:25 gegen Dänemark das EM-Halbfinale verloren. Der WM-Dritte hat sich durch einen durch Lars Christiansen verwandelten Siebenmeter 3 Sekunden vor Schluss der Partie gegen den Weltmeister durchgesetzt.
Es kam der Eindruck auf, dass der deutschen Mannschaft zum Ende hin ein wenig die Kraft gefehlt hat. Holger Glandorf, in der ersten Halbzeit Weltklasse, Pascal Hens, Thorsten Janssen - ihnen fehlte zum Ende das Glück und es schien sie in der zweiten Halbzeit auch ein wenig die Kräfte zu verlassen. - Was kein Wunder war, ob der Belastung.

Johannes Bitter im Tor erbrachte eine erstklassige Leistung, an ihm lag es sicher nicht, dass es am Ende nicht zu dem erhofften Erfolg reichte. Und auch Frank von Behren, der für den verletzten Oliver Roggisch nachnominiert wurde, schloss die Lücke fast ohne Probleme,
Aber die Verletzungspausen während der Partie von Florian Kehrmann, der das Ende der Partie leider von der Bank anschauen musste, und Christian Zeitz trugen nicht dazu bei, dass es mit dem Finaleinzug hätte klappen können.

Es ist schade, dass das Finale nicht erreicht wurde, aber die deutsche Mannschaft kann mit erhobenem Haupt vom Platz gehen. Sie hat eine kämpferische und über weite Phasen der Partie erstklassige Leistung erbracht. Sie hat trotz der anhaltenden Verletzungsmisere, die früh mit dem Ausfall von Oleg Velyky im ersten Spiel des Turniers ihren Anfang nahm und sich über den Ausfall von Oliver Roggisch bis zum Verletzungspech von Florian Kehrmann und Christian Zeitz in diesem Halbfinale fortsetzte, nie aufgehört an sich zu glauben.

Im Spiel um den dritten Platz geht es nun gegen die Franzosen, die im ersten Halbfinale des Tages Olympiasieger Kroatien mit 23:24 unterlegen waren.
Im Finale hat Dänemark gegen Kroatien erstmals die Chance einen großen Titel zu erringen. Bislang schienen unsere Nachbarn eher ein Abonnement auf den dritten Platz gehabt zu haben, dieses gehört nun der Vergangenheit an.

Weltmeisteritel für Felix Loch

Felix Loch ist mit 18 Jahren jüngster Weltmeister der Rodelgeschichte! Sensationell, dass der Berchtesgadener vor der gesamten Weltelite triumphieren konnte.
Und unglaublich ebenfalls der Erfolg der deutschen Mannschaft. - Da denkt man, dass die deutschen Damen den Erfolg schlechthin erreichten, die mit ihrem Dreifach-Erfolg ihre beeindruckende Erfolgsserie fortsetzen konnten, aber dann treten die Herren der Schöpfung an, und sie erringen einen Vierfach-Sieg: Titelverteidiger David Möller und Andi Langenhan komplettierten das Podium. Jan Eichorn als Vierter lag ebenfalls noch vor dem großen Favoriten, dem Olympiasieger Armin Zöggeler aus Italien, der auf Rang 5 einkam. - Die goldigen und erfolgreichen Tage in Oberhof setzen sich fort.

Freitag, 25. Januar 2008

Hüfner erneut Rodelweltmeisterin

Tatjana Hüfner hat bei den Rodelweltmeisterschaften in Oberhof ihren Weltmeistertitel verteidigt und ist zum zweiten Mal in ihrer Karriere Weltmeisterin im Damen Einsitzer geworden.
Den Grundstein ihres Erfolges legte sie im ersten Durchgang, den sie als Schnellste absolvierte. Die frischgebackene Europameisterin Nathalie Geisenberger, nach dem 1. Lauf hinter Hüfner liegend, erzielte im zweiten Lauf zwar sowohl einen neuen Start- als auch einen neuen Bahnrekord, kam aber an der alten und neuen Weltmeisterin nicht mehr vorbei. Dritte wurde Olympiasiegerin Silke Kraushaar-Pielach.

Die deutschen Rodeldamen schrieben damit ihre Erfolgsgeschichte fort und feierten in Oberhof ihren achten WM-Dreifachtriumph in Serie.
Ein exzellenter Start in die Heim-WM ist damit geglückt. Bleibt zu hoffen, dass er sich als gutes Omen erweist für die am Wochenende stattfindende Herren-Einsitzer- und die Doppelsitzer-Konkurrenz. In beiden Wettbewerben gehen die deutschen Rodler mit großen Ambitionen an den Start. Vor allem Lokalmatador David Möller rechnet sich große Chancen aus. Nachdem es bei den Europameisterschaften für ihn nicht ganz so optimal gelaufen ist, hofft er, in Oberhof in die alte Erfolgsspur zurückzufinden.

Donnerstag, 24. Januar 2008

Deutschland nach Handball-Krimi im Halbfinale

Deutschland steht im Halbfinale der Handball-EM!
Das "Endspiel" im letzten Hauptrundenspiel gegen Rekordeuropameister Schweden wurde der erwartete Krimi. Nichts wurde ausgelassen, Spannung bis zur letzten Sekunde, und eine deutsche Mannschaft, die ihre bis dato beste Turnierleistung erbrachte.
Und das obwohl Oliver Roggisch in der zweiten Halbzeit mit Verdacht auf Muskelfaserriss verletzt ausfiel und wohl auch am Wochenende nicht einsatzfähig sein wird. Und auch Michael Kraus konnte kurz darauf aufgrund einer Armverletzung nicht mehr spielen. Aber all dieses schien die deutsche Mannschaft nur stärker zu machen.

Es stand bekanntlich viel auf dem Spiel in dieser Partie: Alles andere als ein Sieg hätte der deutschen Mannschaft nichts genutzt. Und die Schweden nahmen den Kampf auf, lagen über weite Strecken der Partie mit bis zu 2 Toren in Front.
Aber die Mannen von Heiner Brand waren da, als es zählte: Zur Halbzeitpause noch 16:18 zurückliegend gingen sie in der zweiten Hälfte der 2. Halbzeit ihrerseits in Führung und brachten die Schweden so unter Zugzwang.
5 Minuten vor Schluss der Partie lag der Weltmeister mit 3 Toren in Front, aber es sollte doch noch ganz spannend werden. Beim Stande von 30:28 traten die Schweden zum Siebenmeter an, aber Jogi Bitter, unser Hüne im Tor, parierte und sicherte so die 2-Tore-Führung. Deutschland nun im Ballbesitz, hätte alles klar machen können, aber Christian Zeitz, der ansonsten eine gute Partie spielte, verwarf, und die Schweden versenkten ihrerseits den Ball im deutschen Tor. Aber zu diesem Zeitpunkt waren nur noch ca. 20 Sekunden zu spielen, Heiner Brand nahm noch eine taktische Auszeit, und dann hieß es "nur" noch, den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Dieses gelang, Markus Baur markierte noch den Schlusstreffer zum 31:29, und Deutschland steht im Halbfinale!

Eine dramatische Partie hat ihr Happy End gefunden! Der Weltmeister hat gezeigt, dass er es immer noch versteht, erstklassigen Handball zu zeigen. Die Angriffsschwäche aus den vergangenen Spielen war vergessen, Pascal Hens und Holger Glandorf trafen eins ums andere Mal aus dem Rückraum, und auch Andreij Klimowetz am Kreis war erfolgreich. Einzig die Abwehr hatte zu Beginn der Partie ein wenig Mühe, sich auf die schwedischen Angreifer, allen voran auf den Kieler Kim Andersson, einzustellen.
Und den kurzen Schock nach dem Ausfall von Abwehrchef Oliver Roggisch steckte die deutsche Abwehr ebenfalls mehr als bravourös weg: Andreij Klimowetz und Oliver Preiss zeigten eine derart klasse Leistung im Abwehrzentrum, so dass Oliver Roggisch nicht vermisst wurde.
Es war eine Mannschaftsleistung des Weltmeister, die diesen Halbfinaleinzug perfekt gemacht hat, der absolute Siegeswille war da und hat den erhofften Erfolg gebracht!

Im Halbfinale am Samstag geht es nun gegen Dänemark, eine schwere aber sicher auch schaffbare Aufgabe. In Erinnerung ist noch der souveräne Sieg der deutschen Mannschaft im letzten EM-Vorbereitungsspiel gegen den WM-Dritten Dänemark. Sicher ist die EM, bei der die Dänen bislang souverän aufgespielt haben, etwas anderes als ein Testspiel, aber dennoch kann das DHB-Team mit Zuversicht am Samstag in die Partie gehen.

Isländische Schützenhilfe für DHB-Team

Im dritten Spiel des gestrigen Abends in der Hauptgruppe II konnte Island Ungarn mit 36:28 bezwingen. Damit haben die Nordländer nicht nur ihre ersten zwei Punkte in der Hauptrunde verbucht, sondern auch der deutschen Handball-Nationalmannschaft doch noch den Weg in's Halbfinale geebnet.

Der Weltmeister hatte bekanntlich 23:26 gegen den Europameister Frankreich verloren. Jedoch Dank des Sieges von Schweden gegen Spanien und dem von Island gegen Ungarn, reicht der deutschen Mannschaft am heutigen Abend gegen Schweden ein Sieg, um aus eigener Kraft das Halbfinale zu erreichen.
Dass dieses nach zwei Niederlagen überhaupt noch möglich ist, vermochte man sich im Vorfeld nur schwer vorzustellen. Aber es zeigt sich einmal mehr, dass im Verlauf eines Turniers so manches passieren kann. So konnte man nicht unbedingt damit rechnen, dass Spanien nicht nur den Ungarn, sondern auch Schweden unterlegen ist und damit alle Halbfinal-Chancen schon vorzeitig verspielt hat.
Die Ungarn scheinen hingegen dort weiter zu machen, wo sie bei der WM aufgehört hatten: Nach einer überzeugenden Vorrunden hatten sie bei der letztjährigen WM in Deutschland, während der sie beispielsweise den späteren WM-Dritten Dänemark in einem dramatischen Spiel in der Kieler Ostseehalle bezwingen konnten, in der Hauptrunde nicht mehr viel erreichen können.
Aber so haben die Deutschen alles in der eigenen Hand und müssen nicht auf die Schützenhilfe der Franzosen vertrauen, die im Falle einer Niederlage Islands gegen Ungarn, gegen Ungarn hätten nicht gewinnen dürfen. Und ob man in diesem Fall auf den absoluten Siegeswillen der Franzosen in diesem Spiel hätte bauen können, wäre auch mehr als fraglich geblieben. Wahrscheinlicher ist das Auflaufen einer französischen B-Mannschaft gewesen, die auch mit einer Niederlage hätte leben können.
Aber nun denn, dieses kann der deutsche Mannschaft egal sein. Warten wir ab, wie sich das DHB-Team heute Abend gegen den Rekordeuropameister Schweden schlagen wird.

Mittwoch, 23. Januar 2008

Franzosen gewinnen Abwehrschlacht und nehmen Revanche für WM-Halbfinalniederlage

Weltmeister Deutschland gegen Europameister Frankreich hieß es heute in der zweiten Runde der Hauptgruppe II. Mit Spannung erwartet, für die deutsche Mannschaft von großer Wichtigkeit, um weiterhin im Turnier zu bleiben, wurde dieses Spiel die erwartete Abwehrschlacht.
Nach 10 Minuten Spielzeit waren sage und schreibe noch nicht mehr als 2 Treffer gefallen, eines auf jeder Seite. Die geringe Torausbeute setzte sich über die Partie hin fort, die jedoch auf deutscher Seite noch ein wenig deutlicher ausfiel als bei den Franzosen, so dass Frankreich zumeist mit zwei bis drei Treffern in Front lag. Auffällig in dieser Phase des Spiels einmal mehr die Abschlussschwäche der deutschen Mannschaft vor dem französischen Tor, die eins ums andere Mal an dem erstklassigen Thierry Omeyer scheiterte. Aber Dank eines gut agierenden Henning Fritz im Tor und einer kompakten und konsequent guten Abwehrleistung blieb die deutsche Mannschaft im Spiel und kam zur Halbzeit auf bis ein Tor an den amtierenden Europameister heran. Mit 10:11 ging es in die Halbzeitpause.

Die zweite Halbzeit begann für die deutsche Mannschaft zunächst vielversprechend, als Pascal Hens den 11:11 Ausgleich erzielte. Jedoch gab es in der 34. Minute die bittere dritte 2-Minuten-Strafe für den deutschen Abwehrchef Oliver Roggisch, die gleichbedeutend mit der Roten Karte und der Verbannung auf die Tribüne war. - Ein herber Dämpfer für den Weltmeister.
Zudem verletzte sich Linksaußen Pascal Hens, der jedoch von Michael Kraus überragend vertreten wurde. Erinnerungen wurden wach an den WM-Halbfinalkrimi, in dem Mimi Kraus das bislang beste Spiel seiner Karriere abrief und den Franzosen so manches Mal den Schneid abkaufen konnte.
10 Minuten vor Schluss der Partie kam es durch Thorsten Janssen zum erneuten Ausgleich, den die Deutschen jedoch leider nicht lange halten konnten.
Die Franzosen gingen wieder in Führung und sollten diese bis zum Ende der Partie nicht mehr abgeben: 23:26 gewann Europameister Frankreich letztlich gegen Deutschland.

Für die Franzosen bedeutet dieser Sieg die sichere Halbfinalteilnahme. Und auch die deutsche Mannschaft darf noch hoffen. Dank des überraschenden und glücklichen 27:26 Sieges der Schweden über Ex-Weltmeister Spanien, den die Skandinavier erst 2 Sekunden vor Schluss perfekt machen konnten, nachdem die Spanier in Ballbesitz selber das entscheidende Tor nicht erzielen konnten, ist das Tor zum Halbfinale für Deutschland noch nicht zugeschlagen.
Sollte Ungarn heute Abend gegen Island verlieren, können die Mannen von Heiner Brand morgen gegen Schweden mit einem Sieg selber alles klar machen. Gewinnt Ungarn heute Abend, wäre Deutschland bei eigenem Sieg auf die Schützenhilfe der Franzosen angewiesen, die nicht gegen Ungarn verlieren dürften. Und auf Schützenhilfe der Franzosen zu hoffen, mag heikel erscheinen.
Für Spannung ist also gesorgt.

Dienstag, 22. Januar 2008

Handball-Nationalmannschaft wahrt Halbfinal-Chance

Im ersten Spiel der Hauptrunde traf am heutigen Nachmittag die deutsche Handball-Nationalmannschaft auf Island. Nach der deutlichen Niederlage am vergangenen Sonntag gegen den Erzrivalen Spanien war ein Sieg gegen die Nordländer Pflicht, wollte der Weltmeister nicht schon frühzeitig vom Weg ins Halbfinale abkommen.
So zeigte die deutsche Mannschaft zu Beginn der Partie dann auch ein ganz anderes Gesicht, als noch wie gegen Spanien: Kompakt in der Abwehr und effektiv im Angriff, wo auch endlich die Rückraumspieler um Holger Glandorf und Pascal Hens ihre Torquote deutlich in die Höhe schrauben konnten, ließen sie die Isländer nicht ins Spiel kommen. In den ersten 10 Minuten konnte Island so keinen einzigen Treffer erzielen.
Eine Schwächephase der deutschen Mannschaft vor Ende der ersten Halbzeit kostete jedoch eine zwischenzeitliche 8-Tore-Führung. Mit 17:12 ging es in die Pause.

Die Halbzeitpause nutzte dem Weltmeister leider nicht, zu der anfangs so guten Form zurück zu finden, er agierte deutlich langsamer als wie noch zu Spielbeginn. Die Isländer kamen hingegen wesentlich besser ins Spiel. So kam die Mannschaft von Trainer Alfred Gislasson in der Folge auf bis zu zwei Tore an die deutsche Mannschaft heran.
In dieser Phase sah der Weltmeister alles andere als gut aus, die Linie schien ein wenig verloren. Das Spiel stand auf der Kippe.
Aber ein Torwartwechsel von Johannes Bitter, der heute mit einer 13%-Quote ein wenig unglücklich agierte, auf Henning Fritz zur rechten Zeit und eine energische Auszeit-Ansprache von Bundestrainer Heiner Brand brachten die deutsche Mannschaft zurück auf die Siegerstraße.
Sie fand zurück ins Spiel, stand in der Abwehr wieder deutlich verbessert und auch vorne fielen die Tore wieder. Auch die zweiten 2-Minuten-Strafen von Holger Glandorf und Andreij Klimowetz steckten die Mannen von Heiner Brand erfolgreich weg. Der z.T. zu ein wenig überhasteten Aktionen neigende Christian Zeitz erzielte in dieser Phase zwei ganz wichtige Tore. Und auch das 22:18, das Thorsten Janssen in Unterzahl mit Kempa-Trick erzielte, baute die deutsche Mannschaft weiter auf.
So spielte sie in der zweiten Hälfte der zweiten Halbzeit wieder deutlich souveräner und erreichte wieder die alte 8-Tore-Führung zum letztendlich verdienten 35:27 Sieg.

Bester Spieler des Matches wurde Holger Glandorf mit erzielten 9 Toren. Der Nordhorner war Sinnbild der deutlich verbesserten Rückraumleistung der deutschen Spieler im Vergleich zum Spanien-Spiel.
Die deutsche Mannschaft hat damit die Chance auf den Halbfinaleinzug weiterhin gewahrt. Sicherlich galt dieses Auftaktmatch der Hauptrunde gegen Island als leichteste Aufgabe. Morgen wartet mit Frankreich ein Team, das auf Revanche für die WM-Halbfinale-Niederlage aus ist, am Donnerstag Rekordeuropameister Schweden.
Aber auch eine vermeintlich leichtere Aufgabe muss erst einmal erfolgreich bewältigt werden. Dieses ist der deutschen Mannschaft trotz zwischenzeitlicher Schwächephase, in der das Spiel auch durchaus hätte kippen können, gelungen. Dieses gibt Anlass zur Hoffnung für das morgige Spiel gegen Frankreich.

Sonntag, 13. Januar 2008

Pechstein verpasst Medaille, Wüst neue Mehrkampf-Europameisterin

Claudia Pechstein hat wie im Vorjahr bei der Eisschnelllauf-Mehrkampf-Europameisterschaft die angestrebte Medaille verpasst und belegt im Endklassement den undankbaren vierten Rang. Neue Mehrkampf-Europameisterin im russischen Kolomna wurde die Weltmeisterin Ireen Wüst aus den Niederlanden.

Die seit dieser Saison in Norwegen trainierende Pechstein lag nach drei der vier Strecken noch auf dem Bronzerang, musste dann allerdings ausgerechnet auf ihrer eigentlichen Paradestrecke, den 5000m, eine bittere Niederlage einstecken: Im vorletzten Duell des Tages trat sie gegen die spätere EM-Zweite, Pauline van Deutekom, an und musste die Holländerin, die eher als 1500m-Spezialistin gilt, ziehen lassen. Für Deutekom, die ein wenig überraschend so weit vorne lag, bedeutete der Sieg im direkten Vergleich die sichere Medaille. Für Pechstein hieß es zittern, wie das letzte Rennen ausgehen würde, in dem die amtierende Mehrkampf-Europameisterin Martina Sablikowa auf Ireen Wüst traf. Die Ausgangslage war klar: Würde es der Tschechin gelingen, 10 sec auf Claudia Pechstein gut zu machen, hätte sie die fünffache Olympiasiegerin noch von Platz 3 verdrängt. Und dieses war der aktuellen 5000m-Weltrekordlerin durchaus zuzutrauen.
Mit Spannung wurde auch erwartet, wie sich Ireen Wüst im direkten Duell gegen Sablikowa würde schlagen können. Erinnerungen an die letztjährige Mehrkampf-EM wurden wach, als die beiden ebenfalls im entscheidenden Rennen über die 5000m aufeinander trafen. Wüst hatte damals deutlich in Führung gelegen, brach aber ein und verlor so noch das schon fast sicher geglaubte Gold an Sablikowa. Aber die holländische Sportlerin des Jahres 2007 sollte es dieses Mal besser machen. Sie lief ein couragiertes Rennen, das sie mit neuer persönlicher Bestzeit beendete, knappe 5 sec hinter Sablikowa. Die Tschechin lief mit 6:53.42 Min eine erstklassige Zeit und wies Claudia Pechstein deutlich in ihre Schranken: Über 12 Sekunden nahm sie der Berlinerin ab, so dass das bittere Ergebnis feststand: Es wurde auch in diesem Jahr nichts mit einem Platzt auf dem Podium für eine deutsche Eisschnellläuferin. Die so erfolgsverwöhnten deutschen Kufenflitzerinnen laufen ihrer ehemals so großen Zeit hinterher.
Claudia Pechstein gab sich nach ihrer Niederlage gefasst. Die Erkältung die sie seit einiger Zeit plagt, hat dann wohl doch zu viel Kraft genommen.

Nun denn, warten wir den weiteren Saisonverlauf ab. Für Pechstein liegt der Saisonhöhepunkt ohnehin bei der im Februar stattfindenden Mehrkampf-WM in ihrer Heimatstadt Berlin. Dort wird auch wieder Daniela Anschütz-Thoms mit von der Partie sein, die heute 5. wurde.
Annie Friesinger hingegen konzentriert sich in diesem Jahr ganz auf die Sprintstrecken. Aus diesem Grund war sie auch nicht in Kolomna am Start und wohl auch nicht im Februar in Berlin, so zumindest der Plan.

DHB-Team gewinnt letztes EM-Vorbereitungsspiel

Der deutschen Handball-Nationalmannschaft ist die Generalprobe für die am kommenden Donnerstag in Norwegen beginnenden Europameisterschaften geglückt. Im letzten Vorbereitungsspiel wurde Dänemark deutlich mit 34:24 besiegt.
Damit ist gleichzeitig die Revanche für die am Vortag erlittene 26:30 Niederlage gegen den WM-Dritten gelungen.

Zwar sieht Bundestrainer Heiner Brand noch ein wenig Arbeit auf sich und sein Team in der Endphase der EM-Vorbereitung zukommen, dennoch kann der Weltmeister beruhigt nach Norwegen fahren. Das DHB-Team hat vor allem heute eine überzeugende Leistung geboten, überragend war vor allem Johannes Bitter im Tor, der so manche Großchance der Dänen vereitelte und so den Grundstein für den späteren Sieg legte. Heiner Brand wird somit vor dem ersten EM-Spiel seiner Mannschaft am Donnerstag gegen Weissrussland die Qual der Wahl haben, auf den heute überrangenden Bitter zu setzen oder aber wieder auf seine etatmäßige Nummer 1 Henning Fritz zurückzugreifen. Nun, warten wir ab, wer am Donnerstag in Bergen zwischen den Pfosten stehen wird. In jedem Fall ist es sicherlich ein Luxusproblem, zwischen zwei so erstklassigen Torhütern wählen zu müssen.

Weltmeister Deutschland geht sicher, neben Frankreich, Kroatien und Spanien als einer der Top-Favoriten auf den EM-Titel in Norwegen an den Start. Auch den Dänen, die heute den Deutschen unterlegen waren, Vize-Weltmeister Polen und den Schweden ist einiges zuzutrauen.
Die Erwartungen aus deutscher Sicht sind in diesem Jahr jedoch hoch, höher als noch im letzten Jahr. Erwarten dürfen wir den Titel jedoch nicht automatisch. Sicher, Heiner Brand's Truppe wirkt noch besser, noch kompakter als wie noch vor dem Start der Heim-WM, ebenfalls drücken deutlich weniger Verletzungssorgen, aber im Gegensatz zum letzten Jahr, als selbst der Bundestrainer im Vorfeld der WM nicht so recht an den Titelgewinn glauben mochte, ist Deutschland diesmal der Gejagte. Und es wird sich zeigen, wie unsere WM-Helden damit umgehen werden. Drücken wir ihnen die Daumen! Mit ein wenig Glück kann viel gelingen.

Sonntag, 6. Januar 2008

Ahonen schreibt Skisprung-Geschichte, Neumayer Gesamt-Dritter

Janne Ahonen ist endgültig einer der ganz Großen des Skispringens, ja des Sports überhaupt: Der 30jährige Finne hat heute bei einem kuriosen Abschlussspringen in Bischofshofen zum insgesamt fünften Mal die Gesamtwertung der Vierschanzentournee gewonnen!
Dieses ist einmalig und hat bis dato noch kein Skispringer vor ihm geschafft. Jens Weissflog ist damit seinen Rekord der vier Gesamtsiege los, aber der Floh vom Fichtelberg wird dieses verschmerzen können - Janne Ahonen hat sich wieder einmal als Meister seines Fachs erwiesen und hat verdient die Vierschanzentournee erneut gewonnen.
Gerade heute hat er gezeigt, dass er egal bei welchen Bedingungen, ob gut oder schlecht, in der Lage ist erstklassige Sprünge zu zeigen. Die Bedingungen wurden heute vor allem im ersten Durchgang immer schwieriger: Je mehr Springer die Paul-Außerleitner Schanze hinunter sprangen, desto mehr litt die Anlaufspur mit der Folge deutlich geringerer Anlaufgeschwindigkeiten. Dieses wurde in der Folge eigentlichen Top-Springern zum Verhängnis, sie strauchelten reihenweise und erreichten noch nicht einmal den zweiten Durchgang, wodurch gleichzeitig alle Chancen in der Gesamtwertung verspielt wurden. Unter diesen Springern waren namenhafte, wie der bis dato Dritte der Gesamtwertung, Gregor Schlierenzauer, der Norweger Tom Hilde, Simon Ammann aus der Schweiz, Wolfgang Loitzl aus Österreich ...
Michael Neumayer, nach dem dritten Springe sechster der Gesamtwertung, gelang ein für die vorherrschenden Verhältnisse passabler Sprung von 119m, der die Qualifikation für den zweiten Durchgang bedeutete. Dadurch spülte es den 28jährigen Bayern plötzlich nach ganz weit vorne in der Gesamtwertung, und es war bereits vor dem 2. Durchgang klar: Sollte Neumayer ein durchschnittlich guter Sprung gelingen, wäre er Dritter der Gesamtwertung! Dieses Unglaubliche schaffte Neumayer dann auch: Platz 10 in Bischofshofen bedeutete Rang 3 in der Gesamtwertung hinter Ahonen und dem Österreicher Thomas Morgenstern!

Und auch ein zweiter Deutscher wusste die schwierigen Bedingungen in Bischofshofen für sich zu nutzen. Martin Schmitt wurde Tagesvierter und erreichte in der Gesamtwertung einen sehr guten 8. Rang. Selbstverständlich war der Furtwängler einer der Nutznießer der schlechter werdenden Bedingungen im ersten Durchgang. Aber man sollte auch nicht alles auf die schlechte Anlaufspur schieben. Neumayer, Küttel, Morgenstern und vor allem Ahonen haben gezeigt, dass man auch bei solchen Bedingungen durchaus Weiten erzielen kann, die für den zweiten Durchgang reichten. Hier zeigte sich einmal mehr die Klasse Ahonens: Er sprang im ersten Durchgang 126m, was gleichbedeutend mit Zwischenrang 3 war. Morgenstern sprang beispielsweise im direkten Vergleich lediglich 121m, Gregor Schlierenzauer gar nur 114.5m.
Für Gregor Schlierenzauer ist es sicher besonders bitter, den zweiten Durchgang so verpasst zu haben. Der 17jährige hatte noch geringe Chancen, den Gesamtsieg der Vierschanzentournee zu erringen, und fand sich im zweiten Durchgang plötzlich in der Zuschauerrolle wieder und stürzte von Rang 3 in der Gesamtwertung auf den 12. Platz ab. Aber der Österreicher ist noch jung und steht am Beginn seiner Karriere. Heute war einmal mehr ein Tag, an dem auch die Erfahrung entscheidend war. Und diese besitzt Janne Ahonen! Und man muss neidlos anerkennen: Es hat der Beste gewonnen! Alles andere als ein Gesamtsieger Ahonen wäre dieser Vierschanzentournee nicht gerecht geworden!

Tour de Ski: Sommerfeldt sensationeller Zweiter, Kalla fängt Kuitunen ab

Lukas Bauer heißt der strahlende Gewinner der Tour de Ski 2007/ 2008. Der Tscheche brachte seinen deutlichen Vorsprung vor dem Rest des Feldes die harte Schlussetappe den Berg hinauf deutlich ins Ziel.
Aber hinter Bauer spielte sich Unglaubliches ab: Der als Neunter ins Rennen gegangene Rene Sommerfeldt lief das Rennen seines Lebens und holte Konkurrent um Konkurrent ein. Er überholte sogar noch den ebenfalls heute in erstklassiger Form befindlichen und bis dato Zweiten Giorgio di Centa aus Italien kurz vor der Ziellinie - Rang zwei in der Gesamtwertung war perfekt! - Ein grandioses Ergebnis, mit dem im Vorfeld dieser Bergverfolgung nicht zu rechnen war!
Franz Göring kam als hervorrangender Sechster ins Ziel und wiederholte damit seine Vorjahresplatzierung. Axel Teichmann und Vorjahressieger Tobias Angerer kamen auf dem 13. bzw. 14. Platz ein. - Der Podestplatz, den Bundestrainer Jochen Behle vor Start der Tour als Ziel ausgegeben hatte, war also geschafft und damit ein mehr als nur versöhnliches Ende der Tour de Ski 2007/ 2008.

Auch die deutschen Langläuferinnen dürfen mit ihrem Abschneiden mehr als zufrieden sein. Claudia Nystad zeigte sich heute in blendender Verfassung und lief von Rang 8 auf den 6. Platz vor. Evi Sachenbacher-Stehle wurde Gesamt-Achte, einen Platz vor Kathrin Zeller.
Die Heldin des Tages aber war die Schwedin Charlotte Kalla. Die 20jährige pulverisierte regelrecht den 40sec-Rückstand auf die als erste ins Rennen gegangene Finnin Virpi Kuitunen. Zunächst lief Kalla auf Kuitunen auf, ruhte sich ein wenig aus - so schien es, um dann an ihr vorbeizuziehen, wobei sie die Tour de Ski-Siegrin des vergangenen Jahres regelrecht stehen ließ. Knappe 37sec Rückstand hatte Kuitunen im Ziel auf die siegreiche Schwedin, konnte aber Platz zwei vor der Italienerin Ariana Follis behaupten.

Samstag, 5. Januar 2008

Tour de Ski: Morgiger Schlussanstieg bringt Entscheidung

Nach 7 von 8 Etappen bei der zweiten Auflage der Tour de Ski steht morgen das große Finale an: Der Schlussanstieg den Teufelsberg hinauf.
Bei den Frauen führt derzeit Vorjahressiegerin Virpi Kuitunen aus Finnland knappe 40 Sekunden vor der Schwedin Charlotte Kalla. Evi Sachenbacher-Stehle, beste Deutsche auf Rang 7, hat bereits über 3 Minuten Rückstand auf die führende Finnin, womit das Podium in weiter Ferne liegen dürfte. Auf Rang 8 in der Gesamtwertung verbesserte sich Claudia Nystad, die mit ihrem heutigen 3. Rang über die 10km klassisch hinter Kuitunen und Kalla ihr bestes Saisonergebnis erzielen konnte. Die junge Katrin Zeller folgt in der Gesamtwertung auf Rang 10, und ist damit weiter vorne, als ihr im Vorfeld zu zutrauen war.
Die deutschen Skiläuferinnen liegen also mannschaftlich gut im Rennen, nur der Sprung nach ganz vorne wird wohl auch in diesem Jahr nicht gelingen. Da dieses nach den Vorleistungen im Weltcup aber auch nicht unbedingt zu erwarten war, dürfte keine Katerstimmung im Lager der deutschen Langläuferinnen aufkommen.

Anders sieht es bei den erfolgsverwöhnten deutschen Herren aus. Vorjahressieger Tobias Angerer erlebt derzeit nicht seine besten Tage und hatte schon früh keine Chance mehr, in der Tour ein gewichtiges Wort mitzusprechen.
Weltmeister Axel Teichmann, der beim Prolog noch triumphieren konnte, liegt derzeit auf Rang 10, zwei Plätze vor Franz Göring, der beim heutigen 20km Massenstart einen hervorragenden 3. Platz hinter dem norwegischen Dauerbrenner Odd-Bjoern Hjelmesett und dessen Landsmann Jens Arne Svartedal erreichen konnte. Bester Deutscher in der Gesamtwertung ist derzeit Rene Sommerfeld als Neunter. Bis heute sah es sogar noch besser aus für den ersten deutschen Gesamtweltcupgewinner, auf Rang 6 in der Gesamtwertung liegend nahm er den heutigen Massenstart in Angriff, kam aber dort leider über Rang 21 nicht hinaus, und verlor so drei Plätze.

Das Podium, das im Vorfeld als realistisches Ziel ausgegeben worden war, liegt jedoch auch für die deutschen Herren in weiter Ferne.
Der Tscheche Lukas Bauer, der desöfteren in der Oberhofer Trainingsgruppe mittrainiert hatte, bestimmt in diesem Jahr hingegen die Tour de Ski. Mit knapp 1:50 Minuten liegt Bauer deutlich vor dem Norweger Tord Asle Gjerdalen und dem Italiener Pietro Piller Cottrer.
Sicherlich kann auf der morgigen Schlussetappe, die im Jagdstart ausgetragen wird, noch viel passieren. Berücksichtigt man jedoch die bisherigen Auftritte des Lukas Bauer bei der diesjährigen Tour de Ski, kann man sich einen Einbruch kaum vorstellen. Zum Nachteil könnte ihm einzig werden, dass er den Schlussanstieg im letzten Jahr noch nicht in Angriff genommen hat.

Vierschanzentournee: Ahonen übernimmt Führung

Der "große alte" Finne Janne Ahonen hat heute beim dritten Springen der Vierschanzentournee den jungen Wilden aus Österreich bewiesen, dass der Sieg in der Gesamtwertung nur über ihn gehen kann.
Mit Bestweiten in beiden Durchgängen deklassierte er die Konkurrenz regelrecht und gewann mit über 10 Punkten Vorsprung vor Oberstdorf-Sieger Thomas Morgenstern. Gregor Schlierenzauer, bis dato Führender in der Gesamtwertung kam in Bischofshofen, das bekanntlich für Innsbruck eingesprungen ist, über einen fünften Rang nicht hinaus und musste so in der Gesamtwertung sowohl Ahonen als auch Morgenstern an sich vorbeiziehen lassen.

Michael Neumayer schaffte einmal mehr einen beachtenswerten 7. Platz, büßte damit zwar einen Rang in der Gesamtwertung ein, behauptet sich aber mit Rang 6 nach wie vor deutlich in den Top Ten.
Einen Achtungserfolg schaffte auch Martin Schmitt, der sich nach Rang 20 im ersten Durchgang noch durch exzellente 131.5 m im zweiten Durchgang auf den 11. Platz nach vorne springen konnte.

Für ein spannendes Finale am morgigen Sonntag in Bischofshofen ist also alles gerichtet. Man mag es sich kaum vorstellen, dass Ahonen auf der Zielgerade noch straucheln wird, zu abgezockt und routiniert wirkt der Dauerbrenner im finnischen Team. Der früher auch "Die Maske" genannte Ahonen hat damit seinen fünften Gesamtsieg vor Augen - er wäre damit der erste Springer, dem dieses gelänge. Bislang hält er zusammen mit Jens Weissflog gemeinsam den Rekord, vier Gesamtsiege errungen zu haben.
Es bleibt jedoch abzuwarten, ob Morgenstern und Schlierenzauer morgen auf der Paul-Außerleitner-Schanze nicht doch noch einen Zaubersprung auspacken. Zu zutrauen ist es beiden Springern, einzig ob es ihnen gelingen wird, kann keiner vorhersehen.
Diese drei Springer dürften wohl das Podium unter sich ausmachen. Dass der viertplatzierte Norweger Tom Hilde, der bereits knapp 30 Punkte hinter Schlierenzauer liegt oder der heutige Dritte, der Schweizer Simon Ammann, der noch einmal zusätzliche 6.4 Punkte zurückliegt, noch eingreifen können, erscheint unwahrscheinlich.

Freitag, 4. Januar 2008

Bergisel vom Winde verweht

Erstmals in der Geschichte der Vierschanzentournee musste das dritte Springen auf der Bergiselschanze in Innsbruck abgesagt werden.
Böige Winde von bis zu ca. 50 km/h ließen ein Springen auch am heutigen Tag nicht zu. Nachdem gestern bereits die Qualifikation abgesagt werden musste und auf den heutigen Vormittag verschoben wurde, konnte heute keine Springer vom Bakken gehen. Das heutige Springen wird stattdessen morgen in Bischofshofen nachgeholt, wo am Sonntag auch wie geplant das Abschlussspringen stattfinden soll. Damit wird die Vierschanzentournee erstmals nur auf drei verschiedenen Schanzen ausgetragen, sicherlich nicht ideal, aber anbetracht der widrigen windigen Verhältnisse in Innsbruck leider nicht anders möglich.
Spannend wird es dennoch werden. Und ob dem ein oder anderen Springer die Verlegung nach Bischofshofen zum Vor- oder Nachteil ist, vermag man nicht vorherzusagen.

Herren-Staffel auf Rang 3 bei Biathlon-Weltcup in Oberhof

Das deutsche Herren Biathlon-Quartett hat am heutigen Nachmittag in Oberhof Rang 3 hinter Norwegen und Russland belegt.
Lange Zeit lag die deutsche Staffel noch besser im Rennen. Startläufer Michael Rösch hatte nach zunächst drei Nachladern beim Liegendanschlag nicht aufgesteckt und wechselte gemeinsam mit Russland und Norwegen. Der zweiter deutsche Läufer, Alexander Wolf, lief danach eines der besten Staffelrennen seiner Karriere: Kein Nachlader am Schießstand und eine erstklassige Laufleistung brachten das deutsche Team in Front. Andreas Birnbacher machte es Wolf leider nicht ganz nach und musste insgesamt fünfmal nachladen, die Strafrunde jedoch blieb ihm erspart. Er wechselte als zweiter knapp hinter Russland, aber noch deutlich vor Norwegen, die Ole Einar Bjoerndalen ins Rennen schickten.
Michael Greis machte sich sogleich auf die Jagd von Russland's Schlussläufer Nikolai Kruglov, und so lagen beide gemeinsam das erste Mal am Schießstand. Hier wurden beide jedoch ein wenig vom Wind verweht: Der als erstklassige Schütze bekannte Kruglov musste einmal, der dreifache Olympiasieger Greis gar zweimal in die Strafrunde. Dieses war nun die Chance für Bjoerndalen: Der überragende Norweger musste zwar auch dreimal nachladen, ging aber strafrundenfrei knapp hinter dem Russen auf seine zweite Runde. Greis war bereits abgeschlagen.
Beim letzten Stehendschießen spielte Bjoerndalen dann seine ganze Erfahrung aus, ließ Kruglov auf der Schlussrunde stehen und stürmte auf Rang 1. Michael Greis blieb beim letzten Anschlag zwar fehlerfrei, konnte aber vom dritten Rang nicht weiter nach vorne laufen. Dennoch ist dieser dritte Platz als Erfolg zu werten.

Donnerstag, 3. Januar 2008

Deutsche Biahletinnen weiter auf Erfolgskurs: Staffelsieg in Oberhof

Die deutschen Biathletinnen haben zum Auftakt des Weltcups im thüringischen Oberhof auch das dritte Staffelrennen der Saison gewonnen.
In der neu formierten Besetzung Simone Denkinger, Andrea Henkel, Kathrin Hitzer und Kati Wilhelm liefen sie trotz zweier Strafrunden vor dem französischen und dem russischen Quartett erneut als erste über die Ziellinie.

Zu Beginn des Rennens sah es allerdings alles andere als nach einem erneuten deutschen Staffelerfolg aus: Startläuferin Simone Denkinger ließ beim Stehend-Anschlag trotz dreier Nachlader zwei Scheiben stehen und musste in die Strafrunde. Damit gab sie der Weltcup-Siegerin des vergangenen Jahres, Andrea Henkel, eine große Bürde von knapp 1 1/2 Minuten Rückstand auf die Spitze mit auf den Weg, mit der die Thüringerin aber bestens umzugehen wusste: Mit zwei sicheren Schießeinlagen und erstklassiger Laufform brachte sie das deutsche Quartett wieder in Tuchfühlung zur Spitze, wobei sie sicherlich auch von einer Strafrunde der bis dahin in Front liegenden russischen Läuferin profitierte.
Die an Nummer 3 laufende Kathrin Hitzer brachte die deutsche Staffel in Folge in Führung, die Schlussläuferin Kati Wilhelm nicht mehr abgeben sollte. So konnte Wilhelm nach einer spannenden Staffelentscheidung sich sogar noch die Zeit nehmen, mit der deutschen Fahne über die Ziellinie zu laufen - der Abstand zur derzeit in bestechender Form befindlichen Französin Sandrine Bailly war zwar nicht groß, dafür aber ausreichend.

Mit ihrem nun insgesamt dritten Erfolg beim dritten Staffelrennen der laufenden Saison sind die deutschen Biathletinnen die Top-Favoritinnen für die WM im Februar im schwedischen Östersund.
Bundestrainer Uwe Müssiggang wird wohl die Qual der Wahl haben, hat er doch heute sogar zwei seiner Top-Läuferinnen, Martina Glagow und die Sportlerin des Jahres, Magdalena Neuner, geschont. Gut, wenn man so aus dem Vollen schöpfen kann.

Mittwoch, 2. Januar 2008

Neujahrsspringen: Neumayer Dritter bei Schlierenzauer-Sieg

Michael Neumayer aus Berchtesgaden hat am gestrigen Neujahrstag für eine aus deutscher Sicht freudige Überraschung auf der neuen Olympiaschanze von Garmisch-Partenkirchen gesorgt: Der 28-jährige sprang nach dem 1. Durchgang noch auf Platz 7 liegend im 2. Durchgang erstklassige 135.5 m. Nur der spätere Sieger Gregor Schlierenzauer sprang im zweiten Durchgang weiter als Deutschland's derzeitige Nummer 1. Ski-Sprung-Asse, wie der Oberstdorf-Sieger Thomas Morgenstern oder auch der nach dem ersten Durchgang in Front liegende Finne Janne Ahonen sprangen geschlossen kürzer als Neumayer. Dieses bedeutete im Endklassement letztendlich Rang 3 für den Bayern, was nicht nur gleichbedeutend ist mit Neumayers erstem Podestplatz überhaupt, sondern auch mit dem ersten Podiums-Platz für die DSV-Adler in der laufenden Saison!
Es besteht nun berechtigte Hoffnung, dass durch Neumayer's dritten Platz in Garmisch ein Ruck durch die deutsche Mannschaft geht, und dass es jetzt weiter bergauf geht. Denn noch sah es hinter Neumayer alles andere als rosig aus. Mit Martin Schmitt und Georg Späth erreichten zwar zwei weitere Deutsche den zweiten Durchgang, landete hier aber mit den Rängen 19 und 30 im geschlagenen Feld.
Der Held des Tages aus deutscher Sicht, Michael Neumayer, gibt sich weiterhin bescheiden, und gibt Platz 10 als Ziel für die beiden Springen in Innsbruck und Bischofshofen aus. In der Gesamtwertung der Vierschanzen-Tournee liegt der Berchtesgadener durch seinen weiten Satz jedoch bereits klar in den Top-Ten auf Rang 5, knapp 40 Punkte hinter dem derzeit Führenden, den Sieger des Neujahrsspringens, Gregor Schlierenzauer.
Der 17-jährige Österreicher lag nach dem ersten Durchgang noch auf Rang 5, konnte aber durch seine 141 m, die gleichzeitig Schanzenrekord bedeuteten, noch ganz nach vorne springen und auch den nach dem ersten Durchgang führenden Ahonen abfangen. Ahonen lag zum Abschluss knapp hinter Schlierenzauer auf Rang 2.
Auf Rang 4 hinter Michael Neumayer kam ein wenig überraschen der Tscheche Roman Koudelka ein, vor Polens Altmeister Adam Malysz und dem Seriensieger des Winters, Thomas Morgenstern aus Österreich.

Am heutigen Mittwoch hatten die Skispringer Ruhetag, ehe es morgen in die Qualifikation auf der Innsbrucker Bergisel-Schanze geht. Sein wir gespannt, wer dort am Freitag als Sieger vom Bakken gehen wird. In der Gesamtwertung ist es in jedem Fall äußerst spannend: In Front die beiden Österreicher Schlierenzauer und Morgenstern, durch 3.2 Punkte voneinander getrennt, und Janne Ahonen aus Finnland nur den Hauch von 0.2 Punkten dahinter liegend.