So zeigte die deutsche Mannschaft zu Beginn der Partie dann auch ein ganz anderes Gesicht, als noch wie gegen Spanien: Kompakt in der Abwehr und effektiv im Angriff, wo auch endlich die Rückraumspieler um Holger Glandorf und Pascal Hens ihre Torquote deutlich in die Höhe schrauben konnten, ließen sie die Isländer nicht ins Spiel kommen. In den ersten 10 Minuten konnte Island so keinen einzigen Treffer erzielen.
Eine Schwächephase der deutschen Mannschaft vor Ende der ersten Halbzeit kostete jedoch eine zwischenzeitliche 8-Tore-Führung. Mit 17:12 ging es in die Pause.
Die Halbzeitpause nutzte dem Weltmeister leider nicht, zu der anfangs so guten Form zurück zu finden, er agierte deutlich langsamer als wie noch zu Spielbeginn. Die Isländer kamen hingegen wesentlich besser ins Spiel. So kam die Mannschaft von Trainer Alfred Gislasson in der Folge auf bis zu zwei Tore an die deutsche Mannschaft heran.
In dieser Phase sah der Weltmeister alles andere als gut aus, die Linie schien ein wenig verloren. Das Spiel stand auf der Kippe.
Aber ein Torwartwechsel von Johannes Bitter, der heute mit einer 13%-Quote ein wenig unglücklich agierte, auf Henning Fritz zur rechten Zeit und eine energische Auszeit-Ansprache von Bundestrainer Heiner Brand brachten die deutsche Mannschaft zurück auf die Siegerstraße.
Sie fand zurück ins Spiel, stand in der Abwehr wieder deutlich verbessert und auch vorne fielen die Tore wieder. Auch die zweiten 2-Minuten-Strafen von Holger Glandorf und Andreij Klimowetz steckten die Mannen von Heiner Brand erfolgreich weg. Der z.T. zu ein wenig überhasteten Aktionen neigende Christian Zeitz erzielte in dieser Phase zwei ganz wichtige Tore. Und auch das 22:18, das Thorsten Janssen in Unterzahl mit Kempa-Trick erzielte, baute die deutsche Mannschaft weiter auf.
So spielte sie in der zweiten Hälfte der zweiten Halbzeit wieder deutlich souveräner und erreichte wieder die alte 8-Tore-Führung zum letztendlich verdienten 35:27 Sieg.
Bester Spieler des Matches wurde Holger Glandorf mit erzielten 9 Toren. Der Nordhorner war Sinnbild der deutlich verbesserten Rückraumleistung der deutschen Spieler im Vergleich zum Spanien-Spiel.
Die deutsche Mannschaft hat damit die Chance auf den Halbfinaleinzug weiterhin gewahrt. Sicherlich galt dieses Auftaktmatch der Hauptrunde gegen Island als leichteste Aufgabe. Morgen wartet mit Frankreich ein Team, das auf Revanche für die WM-Halbfinale-Niederlage aus ist, am Donnerstag Rekordeuropameister Schweden.
Aber auch eine vermeintlich leichtere Aufgabe muss erst einmal erfolgreich bewältigt werden. Dieses ist der deutschen Mannschaft trotz zwischenzeitlicher Schwächephase, in der das Spiel auch durchaus hätte kippen können, gelungen. Dieses gibt Anlass zur Hoffnung für das morgige Spiel gegen Frankreich.
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