Samstag, 5. Januar 2008

Tour de Ski: Morgiger Schlussanstieg bringt Entscheidung

Nach 7 von 8 Etappen bei der zweiten Auflage der Tour de Ski steht morgen das große Finale an: Der Schlussanstieg den Teufelsberg hinauf.
Bei den Frauen führt derzeit Vorjahressiegerin Virpi Kuitunen aus Finnland knappe 40 Sekunden vor der Schwedin Charlotte Kalla. Evi Sachenbacher-Stehle, beste Deutsche auf Rang 7, hat bereits über 3 Minuten Rückstand auf die führende Finnin, womit das Podium in weiter Ferne liegen dürfte. Auf Rang 8 in der Gesamtwertung verbesserte sich Claudia Nystad, die mit ihrem heutigen 3. Rang über die 10km klassisch hinter Kuitunen und Kalla ihr bestes Saisonergebnis erzielen konnte. Die junge Katrin Zeller folgt in der Gesamtwertung auf Rang 10, und ist damit weiter vorne, als ihr im Vorfeld zu zutrauen war.
Die deutschen Skiläuferinnen liegen also mannschaftlich gut im Rennen, nur der Sprung nach ganz vorne wird wohl auch in diesem Jahr nicht gelingen. Da dieses nach den Vorleistungen im Weltcup aber auch nicht unbedingt zu erwarten war, dürfte keine Katerstimmung im Lager der deutschen Langläuferinnen aufkommen.

Anders sieht es bei den erfolgsverwöhnten deutschen Herren aus. Vorjahressieger Tobias Angerer erlebt derzeit nicht seine besten Tage und hatte schon früh keine Chance mehr, in der Tour ein gewichtiges Wort mitzusprechen.
Weltmeister Axel Teichmann, der beim Prolog noch triumphieren konnte, liegt derzeit auf Rang 10, zwei Plätze vor Franz Göring, der beim heutigen 20km Massenstart einen hervorragenden 3. Platz hinter dem norwegischen Dauerbrenner Odd-Bjoern Hjelmesett und dessen Landsmann Jens Arne Svartedal erreichen konnte. Bester Deutscher in der Gesamtwertung ist derzeit Rene Sommerfeld als Neunter. Bis heute sah es sogar noch besser aus für den ersten deutschen Gesamtweltcupgewinner, auf Rang 6 in der Gesamtwertung liegend nahm er den heutigen Massenstart in Angriff, kam aber dort leider über Rang 21 nicht hinaus, und verlor so drei Plätze.

Das Podium, das im Vorfeld als realistisches Ziel ausgegeben worden war, liegt jedoch auch für die deutschen Herren in weiter Ferne.
Der Tscheche Lukas Bauer, der desöfteren in der Oberhofer Trainingsgruppe mittrainiert hatte, bestimmt in diesem Jahr hingegen die Tour de Ski. Mit knapp 1:50 Minuten liegt Bauer deutlich vor dem Norweger Tord Asle Gjerdalen und dem Italiener Pietro Piller Cottrer.
Sicherlich kann auf der morgigen Schlussetappe, die im Jagdstart ausgetragen wird, noch viel passieren. Berücksichtigt man jedoch die bisherigen Auftritte des Lukas Bauer bei der diesjährigen Tour de Ski, kann man sich einen Einbruch kaum vorstellen. Zum Nachteil könnte ihm einzig werden, dass er den Schlussanstieg im letzten Jahr noch nicht in Angriff genommen hat.

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