Janne Ahonen ist endgültig einer der ganz Großen des Skispringens, ja des Sports überhaupt: Der 30jährige Finne hat heute bei einem kuriosen Abschlussspringen in Bischofshofen zum insgesamt fünften Mal die Gesamtwertung der Vierschanzentournee gewonnen!
Dieses ist einmalig und hat bis dato noch kein Skispringer vor ihm geschafft. Jens Weissflog ist damit seinen Rekord der vier Gesamtsiege los, aber der Floh vom Fichtelberg wird dieses verschmerzen können - Janne Ahonen hat sich wieder einmal als Meister seines Fachs erwiesen und hat verdient die Vierschanzentournee erneut gewonnen.
Gerade heute hat er gezeigt, dass er egal bei welchen Bedingungen, ob gut oder schlecht, in der Lage ist erstklassige Sprünge zu zeigen. Die Bedingungen wurden heute vor allem im ersten Durchgang immer schwieriger: Je mehr Springer die Paul-Außerleitner Schanze hinunter sprangen, desto mehr litt die Anlaufspur mit der Folge deutlich geringerer Anlaufgeschwindigkeiten. Dieses wurde in der Folge eigentlichen Top-Springern zum Verhängnis, sie strauchelten reihenweise und erreichten noch nicht einmal den zweiten Durchgang, wodurch gleichzeitig alle Chancen in der Gesamtwertung verspielt wurden. Unter diesen Springern waren namenhafte, wie der bis dato Dritte der Gesamtwertung, Gregor Schlierenzauer, der Norweger Tom Hilde, Simon Ammann aus der Schweiz, Wolfgang Loitzl aus Österreich ...
Michael Neumayer, nach dem dritten Springe sechster der Gesamtwertung, gelang ein für die vorherrschenden Verhältnisse passabler Sprung von 119m, der die Qualifikation für den zweiten Durchgang bedeutete. Dadurch spülte es den 28jährigen Bayern plötzlich nach ganz weit vorne in der Gesamtwertung, und es war bereits vor dem 2. Durchgang klar: Sollte Neumayer ein durchschnittlich guter Sprung gelingen, wäre er Dritter der Gesamtwertung! Dieses Unglaubliche schaffte Neumayer dann auch: Platz 10 in Bischofshofen bedeutete Rang 3 in der Gesamtwertung hinter Ahonen und dem Österreicher Thomas Morgenstern!
Und auch ein zweiter Deutscher wusste die schwierigen Bedingungen in Bischofshofen für sich zu nutzen. Martin Schmitt wurde Tagesvierter und erreichte in der Gesamtwertung einen sehr guten 8. Rang. Selbstverständlich war der Furtwängler einer der Nutznießer der schlechter werdenden Bedingungen im ersten Durchgang. Aber man sollte auch nicht alles auf die schlechte Anlaufspur schieben. Neumayer, Küttel, Morgenstern und vor allem Ahonen haben gezeigt, dass man auch bei solchen Bedingungen durchaus Weiten erzielen kann, die für den zweiten Durchgang reichten. Hier zeigte sich einmal mehr die Klasse Ahonens: Er sprang im ersten Durchgang 126m, was gleichbedeutend mit Zwischenrang 3 war. Morgenstern sprang beispielsweise im direkten Vergleich lediglich 121m, Gregor Schlierenzauer gar nur 114.5m.
Für Gregor Schlierenzauer ist es sicher besonders bitter, den zweiten Durchgang so verpasst zu haben. Der 17jährige hatte noch geringe Chancen, den Gesamtsieg der Vierschanzentournee zu erringen, und fand sich im zweiten Durchgang plötzlich in der Zuschauerrolle wieder und stürzte von Rang 3 in der Gesamtwertung auf den 12. Platz ab. Aber der Österreicher ist noch jung und steht am Beginn seiner Karriere. Heute war einmal mehr ein Tag, an dem auch die Erfahrung entscheidend war. Und diese besitzt Janne Ahonen! Und man muss neidlos anerkennen: Es hat der Beste gewonnen! Alles andere als ein Gesamtsieger Ahonen wäre dieser Vierschanzentournee nicht gerecht geworden!
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