Die seit dieser Saison in Norwegen trainierende Pechstein lag nach drei der vier Strecken noch auf dem Bronzerang, musste dann allerdings ausgerechnet auf ihrer eigentlichen Paradestrecke, den 5000m, eine bittere Niederlage einstecken: Im vorletzten Duell des Tages trat sie gegen die spätere EM-Zweite, Pauline van Deutekom, an und musste die Holländerin, die eher als 1500m-Spezialistin gilt, ziehen lassen. Für Deutekom, die ein wenig überraschend so weit vorne lag, bedeutete der Sieg im direkten Vergleich die sichere Medaille. Für Pechstein hieß es zittern, wie das letzte Rennen ausgehen würde, in dem die amtierende Mehrkampf-Europameisterin Martina Sablikowa auf Ireen Wüst traf. Die Ausgangslage war klar: Würde es der Tschechin gelingen, 10 sec auf Claudia Pechstein gut zu machen, hätte sie die fünffache Olympiasiegerin noch von Platz 3 verdrängt. Und dieses war der aktuellen 5000m-Weltrekordlerin durchaus zuzutrauen.
Mit Spannung wurde auch erwartet, wie sich Ireen Wüst im direkten Duell gegen Sablikowa würde schlagen können. Erinnerungen an die letztjährige Mehrkampf-EM wurden wach, als die beiden ebenfalls im entscheidenden Rennen über die 5000m aufeinander trafen. Wüst hatte damals deutlich in Führung gelegen, brach aber ein und verlor so noch das schon fast sicher geglaubte Gold an Sablikowa. Aber die holländische Sportlerin des Jahres 2007 sollte es dieses Mal besser machen. Sie lief ein couragiertes Rennen, das sie mit neuer persönlicher Bestzeit beendete, knappe 5 sec hinter Sablikowa. Die Tschechin lief mit 6:53.42 Min eine erstklassige Zeit und wies Claudia Pechstein deutlich in ihre Schranken: Über 12 Sekunden nahm sie der Berlinerin ab, so dass das bittere Ergebnis feststand: Es wurde auch in diesem Jahr nichts mit einem Platzt auf dem Podium für eine deutsche Eisschnellläuferin. Die so erfolgsverwöhnten deutschen Kufenflitzerinnen laufen ihrer ehemals so großen Zeit hinterher.
Claudia Pechstein gab sich nach ihrer Niederlage gefasst. Die Erkältung die sie seit einiger Zeit plagt, hat dann wohl doch zu viel Kraft genommen.
Nun denn, warten wir den weiteren Saisonverlauf ab. Für Pechstein liegt der Saisonhöhepunkt ohnehin bei der im Februar stattfindenden Mehrkampf-WM in ihrer Heimatstadt Berlin. Dort wird auch wieder Daniela Anschütz-Thoms mit von der Partie sein, die heute 5. wurde.
Annie Friesinger hingegen konzentriert sich in diesem Jahr ganz auf die Sprintstrecken. Aus diesem Grund war sie auch nicht in Kolomna am Start und wohl auch nicht im Februar in Berlin, so zumindest der Plan.
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