Montag, 7. Mai 2007

Ivan Basso gesteht Doping

Der Giro d'Italia Sieger des vergangenen Jahres, Ivan Basso, hat als erster Radprofi seine Verwicklung in die Affäre um den spanischen Dopingarzt Fuentes gestanden.
Zuvor hatte er bereits seine Zustimmung zu einem DNA-Abgleich seines Blutes mit den ihm zugewiesenen, im Rahmen der "Operation Fuentes" sichergestellten Blutbeuteln gegeben. Dennoch kommt dieses Schuldeingeständnis Basso's ein wenig überraschend. Schliesslich hat er ähnlich wie Jan Ullrich seit seinem Auschluss vor Start der letztjährigen Tour de France hartnäckig jede Verbindung zu Fuentes geleugnet. Ja, er hatte sogar nach seiner Entlassung bei CSC bei Discovery Channel einen erneuten Vertrag bei einem ProTour-Team erhalten und war bereits aktiv in diese Saison gestartet. In den vergangenen Wochen jedoch schien sich die Schlinge um den Hals des 29jährigen immer enger zu ziehen, und auch Discovery Channel kündigte ihm die Zusammenarbeit. Und nun das Geständnis Basso's!

Zudem hat der Italiener seine Bereitschaft gezeigt, mit den Behören zusammen zu arbeiten, um eine vollständige Klärung seiner Verwicklung in die Affäre zu garantieren. Durch diese Kooperation möchte der Tour-Zweite aus dem Jahr 2005 möglicherweise eine Abminderug der nach einem Erstvergehen üblichen Strafe von zwei Jahre erreichen. Dass ihm dieses jedoch zugestanden wird, scheint eher unwahrscheinlich.
Nichtsdestotrotz ist es als positiv im Kampf gegen das organisierte Doping und im speziellen für die Aufklärung der Operation Fuentes zu sehen, dass Ivan Basso, der neben Jan Ullrich das zweite ganz große bekannte Opfer des Dopingskandals bzw. des Tour-Ausschlusses im letzten Jahr war, sein Doping gestanden hat. Nun, möglicherweise sah Basso dieses Geständnis als einzigen möglichen Weg, als Radprofi weiterhin aktiv sein zu können. Mit 29 Jahren hat er noch einige Jahre als Radprofi vor sich. Und auch nach Absitzen der Dopingsperre von 2 Jahren könnte er noch einige Jahre ganz oben mitfahren, wenn er dieses denn dann noch zu tun vermag...

Lassen wir die Zukunft an diesem Punkte aber ruhen. Es bleibt zunächst das Verfahren Basso's abzuwarten. Hoffen wir, dass im Zuge der Ermittlungen gegen ihn auch mehr Licht in das gesamte Verfahren gebracht werden kann. In jedem Fall zeigt Ivan Basso mit seinem Geständnis mehr Größe, als es Jan Ullrich in den vergangenen Monaten jemals getan hat! Zugebener Maßen mögen ihm manche vorhalten, dass er nicht so viel zu verlieren hat, wie ein Jan Ullrich, der bereits einmal des Dopings überführt worden war, das zwar auf den Konsum von Genussmitteln während einer Zeit zurückzuführen war, in der Ullrich verletzungsbedingt keine Rennen bestreiten konnte, das ihn aber in jedem Falle zum Wiederholungstäter hätte werden lassen.
Aber dennoch ist dieser Schritt Basso's positiv zu werten, auch wenn er erst ein 3/4 Jahr nach dem Tour-Ausschluss und erst dann erfolgte, als er nicht mehr viele Auswege hatte.
Hoffen wir, dass seine Verstrickungen in die Operaton Fuentes endgültig aufgeklärt werden können, und er aus seiner Dopingsperre lernt, um zukünftig sauberen Radsport zu betreiben. Denn davon träumt der Radsportfan doch eigentlich immer noch: Vom sauberen Radrennsport, den man sich in den heutigen Zeiten leider nur noch schwer vorzustellen vermag.

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