Der Biathlon-Weltcup in Ruhpolding ging heute mit dem 70. Weltcup-Sieg des Norwegers Ole-Einar Bjoerndalen im Massenstart-Rennen der Männer zu Ende.
Die deutschen Biathletinnen und Biathleten dürften froh sein, dass der Rummel jetzt wieder weniger wird. Die beiden Weltcups in Oberhof und Ruhpolding waren nicht nur sportlich eine Herausforderung an die Athleten, sondern auch vor allem mental: Die gewaltigen Zuschauermassen, mehrheitlich aus Deutschland, wollten Erfolge der deutschen Mannschaft bejubeln... Ein so hoher Erwartungsdruck kann schon mal an den Nerven zehren, wie an Magdalena Neuners heutiger Schiesseinlage beim letzten Stehend-Anschlag im Massenstart mit sage und schreibe 5 Fehltreffern zu erkennen war. Ein solcher Blackout sei der jungen Deutschen aber zu verzeihen, wie nicht nur Bundestrainer Uwe Müssiggang bemerkt, ist doch schließlich in der letzten Woche Gewaltiges auf das Küken im deutschen Biathlon-Team eingebrochen: Medien und potentielle Werbepartner standen Schlange...
Dass die 19jährige heute trotz der insgesamt 8 Schiessfehler auf einen 15. Platz lief, zeigt ihre grandiose Laufform. Im Stile einer Uschi Disl, die die Weltcup-Szene seit dieser Saison erstmalig nur als Zuschauerin verfolgt, lief sie dem Feld davon bzw. hetzte den Führenden hinterher...
Die Laufform von Kati Wilhelm (2. Platz hinter Anna-Carin Olofsson) und auch die der deutschen Biathlon-Herren Michael Rösch (5. Platz), Michael Greis (9. Platz) und Ricco Groß (11. Platz) ist ansteigend, was im Hinblick auf die in drei Wochen stattfinden WM im Antholzer Tal sicher als positiver Fingerzeig zu werten ist.
Positiv ist ganz sicher auch die Leistung von Katrin Hitzer zu werten. Die 20jährige, die in ihrer ersten Weltcup-Saison ist, hat mit zwei 7. Plätzen im Sprint am Samstag und im heutigen Massenstart-Rennen gezeigt, dass sie nicht nur eine Alternative für die Arrivierten bei der WM ist.
Ihre Leistung ist insbesondere auch deshalb als sehr gut einzuschätzen, da sie mit erheblichen Magenproblemen zu kämpfen hatte, die einen Start fast nicht möglich machten. Aber sie hat sich durchgebissen: Die siebten Plätze lohnen sie für ihren Kampfeswillen, ihr Durchhaltevermögen und nicht zuletzt für ihre Schiessleistung.
Nicht unerwähnt soll der letzte Auftritt von Ricco Groß im heimischen Ruhpolding bleiben. Das heutige Massenstart-Rennen war der letzte Auftritt des gebürtigen Sachsen vor heimischer Kulisse, der nach dieser Saison seine aktive Laufbahn beenden wird.
Ein 11. Platz stand am Ende zu Buche, ein Schiessfehler beim letzten Stehendanschlag verhinderte einen Top-Ten-Platz. Aber auch so kann Ricco Groß mit seiner heutigen Leistung zufrieden sein, er hat seinen Zuschauern nochmals eine gute Leistung geboten, und auch hinsichtlich der WM zeigt seine Formkurve eindeutig nach oben!
Bleibt abschliessend zu hoffen, dass Andrea Henkel und Martina Glagow ihre Krankheit bald überwunden haben und in Pokljuka wieder zur deutschen Mannschaft stossen können.
Dann wird Andrea Henkel alles daransetzen der Schwedin Anna-Carin Olofsson das Gelbe Trikot der Weltcup-Führenden wieder abzunehmen, das diese heute von ihr übernommen hat.
Nicht zuletzt gilt es dann, bei der WM in Antholz an die Erfolge bei Olympia und den vergangenen Weltmeisterschaften anzuknüpfen!!!
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