Das Abschneiden der deutschen Adler bei der Vierschanzentournee ist das schlechteste seit 15 Jahren... Damals hatte der damalige Bundestrainer Rudi Tusch den rechtzeitigen Wechsel auf die damals neue V-Technik versäumt. - Ein Umstand, den er rasch erkannte. Dass damals großes Potential in der deutschen Mannschaft steckte, zeigte spätestens die Tournee ein Jahr später: Die Umstellung auf den V-Stil war geglückt mit den Rängen 6 für Christof Duffner und 8 für Jens Weissflog.
In diesem Jahr scheinen die Probleme größer: Mit einer Änderung der Sprungtechnik bei den Spitzenspringern ist das Problem sicher nicht gelöst. Das Problem liegt tiefer: Mentale Probleme der deutschen Springer, zum Punkt X den optimalen Sprung zu bringen und die damit verbundene Konstanz im Wettkampf. Denn das Potential bei den beiden deutschen Vorzeigespringern, Michael Uhrmann und Martin Schmitt, ist ganz sicher vorhanden!
Hier kommen wir aber zum zweiten, größeren Problem der deutschen Mannschaft: Die Breite fehlt. Neue, junge, gute Springer sind nicht wirklich in Sicht. Der Schritt, neue Stützpunkttrainer einzustellen, war sicher ein richtiger, aber ich bleibe dennoch bei meiner Meinung, dass ein neuer Bundestrainer wahrscheinlich mehr Erfolg versprechen würde, als Peter Rohwein.
Jetzt sofort einen Neuanfang zu wagen, halte ich jedoch für den falschen Weg. Ca. 6 Wochen vor der WM in Sapporo sollte man keinen neuen Trainer ins kalte Wasser werfen. Es ist daher richtig, dass sich der DSV vor Rohwein stellt. Ganz unabhängig davon, sollte es auch extrem schwer sein, mitten in der Saison einen Trainer von Weltklasseformat, denn einen solchen sollte der DSV verpflichten, zu finden.
Aber mit der neuen Saison könnte der Neuanfang beginnen: Ein Mika Kojonkoski, Trainer und Entdecker des Siegers der Vierschanzentournee, Anders Jacobsen, ist nicht abgeneigt, den Posten des Bundestrainers zu übernehmen.
Der Name Kojonkoski steht für Erfolg! Man sollte zwar auch einem neuen Trainer seine Zeit einräumen, das Team zu formen und aufzubauen, aber ich bin überzeugt, dass sich der Erfolg über kurz oder lang einstellen würde.
Hat Kojonkoski nicht auch mit Anders Jacobsen einen Springer geradezu "aus dem Hut gezaubert", den letztes Jahr so gut wie noch niemand kannte?!
Auch andere Trainer scheinen nicht abgeneigt: Bernie Schödler aus der Schweiz, der mit Simon Ammann und Andreas Küttel zwei exzellente Springer (wieder) in der Weltspitze etabliert hat.
Selbst Alex Pointner, Trainer der Österreicher hat nicht gänzlich widersprochen...
Daran ist doch zu erkennen, das der Posten des deutschen Bundestrainers lukrativ ist. Und warum? Wohl nicht, weil die deutschen Springer derzeit z.T.ein wenig der Weltspitze hinterher springen, sondern wohl eher, weil Deutschland eigentlich auch zu den großen Skisprungnationen gehört. Es gab immer wieder Siegspringer, wie Jens Weissflog, Dieter Thoma oder Sven Hannawald. Martin Schmitt hat noch vor wenigen Jahren die Skisprungszene bestimmt.
Ich bin überzeugt, dass wir dort wieder hinkommen können! Es bleibt zu hoffen, dass der DSV die richtigen Entscheidungen trifft, damit das Skispringen in Deutschland wieder dort hinkommt, wo es lange Jahre war: Nach ganz oben!
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