Montag, 22. Januar 2007

Handballer verlieren in einem dramatischen Match gegen Polen

25:27 hieß es am Ende für die polnische Mannschaft. Und das deutsche Team musste die erste Niederlage bei der WM einstecken.
Leider muss man feststellen, dass sich der Aufwärtstrend der deutschen Handballer, der sich im zweiten Spiel gegen Arbentinien zeigte, nicht weiter fortgesetzt hat. Zugegebener Maßen gegen eine vor allem in der ersten Hälfte stark aufspielende polnische Mannschaft fanden die Deutschen lange nicht ins Spiel. Zu viele Tore aus der 2. Reihe fanden durch die deutsche Mitte das Tor von Fritz und Bitter.
Nur Eines kann man der deutschen Mannschaft nicht absprechen: Sie haben gekämpft und alles gegeben. 15 Minuten vor Schluss lagen sie noch vier Tore hinter den Polen, es schien nicht mehr viel möglich. Aber die Truppe von Heiner Brand hat nicht aufgesteckt und sich wieder herangekämpft, nicht zuletzt Dank einiger glänzender Paraden von Johannes Bitter, und wandelte den Rückstand in einen 2-Tore-Vorsprung um. Nun sah alles wieder viel besser aus.
Aber auch die Polen steckten nicht auf. Sie fanden nicht zuletzt durch die Roten Karten für Oliver Roggisch und den Kapitän Markus Baur zurück ins Spiel und gingen wieder in Führung. Vor allem für das Geburtstagskind Markus Baur, der heute seinen 36. Geburtstag feiert, war es bitter, die letzten Minuten von außen zu verfolgen.

Ja, diese Niederlage gegen Polen tut weh. Aber vielleicht kam sie zum rechten Zeitpunkt, um das deutsche Team vor dem Start der Hauptrunde nochmals richtig wach zu rütteln.
Und eines darf man nicht vergessen: Die Polen haben stark gespielt, wirkten vor allem in der 1. Halbzeit wesentlich sicherer und durchsetzungsfähiger vor dem deutschen Tor, aber die deutsche Mannschaft hat sich nicht abschütteln lassen. Sie blieb nahe dran an den Polen, lag auch in Führung, und sah 10 Minuten vor Schluss eher wie der Sieger aus als wie die polnische Mannschaft. Darauf muss aufgebaut werden! Denn das deutsche Team hat Potential, und wer weiss wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn es nicht zu den Roten Karten für Roggisch und Baur gekommen wäre...

Ein Tag Pause wird den deutschen Handballern gut tun, um dann mit neuem Elan und Siegeswillen in die Hauptrunde zu starten!

Ein Armutszeugnis muss man allerdings dem übertragenden Sender, der ARD, aussprechen.
Die Handball-WM ist bis jetzt ein Erfolg, die Hallen sind voll, die Menschen fiebern mit. Es ist allerdings sehr traurig, dass neben den deutschen Spielen nur wenige weitere Spiele im Free-TV zu sehen sind. Man hätte sich mehr Einsatz (seitens des DHB) gewünscht, die WM durch mehr TV-Präsenz noch bekannter zu machen. Schade, dass hier im Vorfeld so viel versäumt wurde.
Aber kommen wir zurück zum heutigen Spiel: Es war ein mitreißendes, spannendes Spiel, auch der Zuschauer zu Hause vor dem Bildschirm konnte richtig mitfiebern. Aber was passierte unmittelbar nach dem Schlußpfiff, als der Kommentator gerade das Wort an Jörg Delling und Stefan Kretzschmar übergeben wollte? - Die übertragung war beendet, es wurde Werbung eingeblendet, um dann mit dem normalen Vorabendprogramm weiter zu machen.
Was soll denn das? Der Zuschauer war noch ganz im Banne des Spiels und sollte sich jetzt "Das Großstadtrevier" anschauen?
Zieht man den Vergleich mit der Fußball-WM im letzten Sommer, der in diesen Tagen gerne angestellt wird, kann man nur bemerken, dass so etwas bei der Fussball-WM undenkbar gewesen wäre! Man verlangt ja nicht Kommentare Stunden vor und Stunden nach dem Spiel, aber zumindest eine Nachbereitung von 10-15 Minuten hätte sich der Sender doch leisten können. Es ist schade, sehr schade, dass die ARD versäumt hat, die Handball-WM so zu präsentieren, wie sie es verdient hätte.

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