In Polens Hauptstadt sind erstmals eine Reihe der ganz Großen des Eiskunstlaufs nicht mehr dabei:
Die mehrfache Welt- und Europameisterin Irina Slutskaja aus Russland hat ihre (Amateur-) Laufbahn beendet. Ihr ganz großer Traum des Olympia-Golds hat sich auch in Turin nicht erfüllt. Sie bleibt ohne diesen großen Titel, von dem ein jeder Sportler, eine jede Sportlerin träumt. Nachdem es wieder einmal für Slutskaja bei Olympia nicht für Gold gereicht hat, war es sicher schwierig für sie, sich erneut zu motivieren. Daher kam ihr Wechsel in das Profilager nicht überraschend.
Die Entscheidung der Paarläufer werden ohne die Europa- und Weltmeister sowie Olympiasieger von Turin Tatjana Totmanina und Maxim Marinin stattfinden. Die beiden sind ebenfalls zurückgetreten. Den Wechsel zu den Profis vollzogen die Beiden bereits direkt nach den Olympischen Spielen, traten somit nicht mehr bei den Weltmeisterschaften an.
Neue Titelträger werden somit bei den Paarläufern gesucht. Aus deutscher Sicht ist das Duo Aliona Sawtschenko/ Robin Szolkowy ein ganz heißes Eisen im Feuer. Sie könnten nach nach der Silber-Medallie bei der letzten EM wieder eine Medallie für Deutschland im Paarlaufwettbewerb gewinnen. Sie könnten es ihrem Trainer Ingo Steuer nachmachen, der zusammen mit Mandy Wötzel die Spitze im Paarlauf mitbestimmt und zahlreiche Medallien gesammelt hatte. Der Höhepunkt von Wötzel und Steuer war zweifellos der Gewinn des Weltmeistertitels.
Sawtschenko/ Szolkowy ist ähnliches zuzutrauen. In Warschau zählen sie zu den Top-Anwärtern auf Gold.
Auch bei der Herrenkonkurrenz fehlt in diesem Jahr der Star der letzten Jahre: Andrej Pluschenko. Der Seriensieger aus Russland gönnt seinem Körper in diesem Jahr eine Pause. Vor allem im letzten Jahr machte ihm sein Körper das Eislauf-Leben sehr schwer. So war seine Form für Turin sicher nicht in der Verfassung, wie sie es hätte sein können. Aber Pluschenko gelang dennoch der ganz große Wurf: Der Gewinn des Olympiagolds! In Salt Lake City 2002 war er noch Alexeij Jagudin unterlegen, konnte sich in Turin dann aber doch noch den Titel holen.
Pluschenko plant im nächsten Jahr wiederzukommen, noch möchte er nicht ins Profilager zu wechseln.
Aber auch ohne den großen Pluschenko sind vor allem mit Stephan Lambiel und Brian Joubert erstklassiger Eiskunstläufer am Start.
Ob Stefan Lindemann in die Entscheidung um die Medallienvergabe eingreifen kann, ist sehr fraglich. Ihm fehlt (noch) die Form der WM in Dortmund, wo er sensationell Dritter wurde. Bei der diesjährigen Deutschen Meisterschaft konnte er noch nicht überzeugen.
Aber es gilt auf dem Warschauer Eis sich zu beweisen.
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