Mit zwei Goldmedaillen durch Franka Dietzsch und Betty Heidler, zwei Mal Diskus-Silber durch Christina Obergföll und Robert Harting sowie Bronze durch Nadine Kleinert, Steffi Nerius und Danny Ecker steht die deutsche Mannschaft so erfolgreich da, wie seit 6 Jahren nicht. Platz 5 im abschließenden Medaillenspiegel ist ebenfalls deutlich besser als in den letzten Jahren.
Zudem konnte man sich ebenfalls über verschiedene Einzelleistungen der deutschen Athleten freuen, die nicht bis ganz hinauf auf das Siegerpodest reichten, aber Hoffnung für Peking machen, wie Eike Onnen im Hochsprung, Bianca Kappler und Christian Reif im Weitsprung oder aber die Stabhochspringer hinter Bronze-Gewinner Ecker, Björn Otto und Tim Lobinger. Auch Petra Lammert im Kugelstoßen wird sicherlich bei einem der nächsten Großereignisse, vielleicht bereits in Peking, die Rolle spielen, die ihr ob ihrer Leistungsfähigkeit viele schon bei dieser WM zugetraut haben: Um Gold zu kämpfen.
In den Wurf-, Stoß- und Sprungdisziplinen steht es also nicht schlecht um die deutsche Mannschaft, auch im Mehrkampf liegt man aussichtsreich. Leider kann dieses nicht von den Laufdisziplinen gesagt werden. Hier schnitt der DLV sehr schlecht ab, wenn auch ein Bastian Swillims über die 400m durchaus zu gefallen wusste, aber die internationale Konkurrenz ist einfach zu stark. Ob dieses z.T. an unzureichenden Dopingkontrollen in manchen Ländern liegt, sei dahin gestellt. Fakt ist, dass kaum Endlaufteilnahmen für den DLV in Osaka zu Buche stehen.
Am Schlusstag der Titelkämpfe setzten so auch keine deutschen Athleten die Akzente. Für die Highlights sorgten sicherlich Bernard Lagat, der nach den 1500m auch die 5000m gewann, und die kroatische Hochspringerin Blanka Vlasic.
Der gebürtige Kenianer und seit einiger Zeit für die USA startberechtigte Lagat siegte damit als erster Läufer bei einer WM über die 1500m und 5000m.
Im Hochsprung siegte Blasic in einer erstklassigen Konkurrenz, die leider ohne deutsche Beteiligung stattfand, mit einer übersprungenen Höhe von 2.05m. Danach versuchte sie sich dreimal an der Weltrekordhöhe von 2.10m, konnte der Bulgarin Stefka Kostadinova den Weltrekord allerdings nicht entreissen. Kostadinovas Weltrekord ist eine der ganz alten Weltbestmarken, er datiert noch aus dem Jahr 1987, als die Bulgarin sich in der Weltrekordhöhe von 2.09m den Weltmeistertitel von Rom sicherte.
Im Speerwerfen siegte der Finne Tero Pitkämäki mit erstklassigen 90.33m und sicherte sich damit endlich den ersehnten WM-Titel, den seine Landsleute bereits vor zwei Jahren von ihm erwarteten. Damals hielten seine Nerven dem Druck nicht stand, gestern war er dafür unschlagbar.
Silber ging an den norwegischen Olympiasieger Andreas Thorkildsen mit 88.61m, Bronze holte der USA-Amerikaner Breaux Greer. Die deutschen Starter Peter Esenwein und Stephan Steding waren in der Qualifikation gescheitert und im Endkampf nicht vertreten.
Zum Abschluss der WM standen traditionsgemäß die 4x400m Staffeln auf dem Programm.
Bei den Damen siegte wie erwartet die US-amerikanische Staffel. Silber holte sich Jamaika vor Großbritannien. Eine deutsche Staffel war erstmals bei einer WM nicht am Start.
Bei den Herren siegte ebenfalls der haushohe Favorit USA. Silber holten sich die Bahamas vor der polnischen Staffel, die sich damit erstmals in die Siegerliste der 4x400m eintragen konnte.
Die deutsche Staffel kam auf dem achten und letzten Rang ein und hatte mit der Vergabe der Medaillen nichts zu tun. Wobei der vergleichsweise große Abstand zum Rest des Feldes wohl der Tatsache geschuldet war, dass der dritte deutsche Läufer beim Wechsel zu Sturz kam und so den Anschluss verlor. Pech für die Vier, aber sie werden sicher ihre Lehren aus diesem verpatzten Wechsel gezogen haben. Zudem war die doch recht sichere Qualifikation für den Endlauf bereits als Erfolg zu werten, auf den aufgebaut werden sollte.
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