Nach dem 55:83-Debakel im Viertelfinale gegen den Weltmeister und großen Favoriten auf den EM-Sieg, Spanien, musste das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann heute beim ersten Platzierungsspiel gegen Slowenien antreten. Ein Sieg hätte die sichere Teilnahme am Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele in Peking bedeutet. Bei einer Niederlage hätte das zweite, letzte Platzierungsspiel gewonnen werden müssen.
Die Ausgangslage war daher von Anfang an klar: Es musste nach Möglichkeit ein Sieg gegen die Slowenen, gegen die die deutschen Basketballer in der Zwischenrunde mit 47:77 regelrecht untergingen, her, um dem finalen Endspiel morgen zu entgehen.
Im Spiel gegen Slowenien präsentierten sich die Mannen um Super-Star Nowitzki dann wie so oft während dieser Titelkämpfe in Spanien: Gute überzeugende Spielzüge und Punkte wechselten mit schlechten Abspielen, unpräzisen Korbwürfen ... Und so kam es wie es kommen musste: Die deutschen Basketballer lagen zwischenzeitlich zwar durchaus in Front, aber sie kamen schlecht aus der Halbzeitpause und lagen schon bald mit 9 Punkten zurück. Es sah gar nicht gut aus, dass doch noch eine erfolgreiche Revanche gegen Slowenien gelingen könnte, zumal auch gerade Dirk Nowitzki nicht die Korbausbeute aufweisen konnte, wie gewöhnlich.
Aber die deutsche Mannschaft fand während der letzten 10 Minuten wieder zurück in's Match, kam Korb um Korb heran und 12 sec vor Schluss der Partie gelang Dirk Nowitzki ein, wenn nicht der entscheidende Dreier des gesamten Spiels zur 66:63 Führung.
Die Slowenen agierten in dieser Phase des Spiels immer nervöser, ihnen dürfte wohl ihre unglückliche Viertelfinal-Niederlage tags zuvor gegen Griechenland durch den Kopf gespukt haben, als sie 1 1/2 Minuten vor Schluss der Partie mit 9 Punkten Vorsprung geführt, das Spiel aber dennoch verloren haben. Und auch am heutigen Nachmittag zeigte sich, dass den Slowenen auf der Zielgerade schon mal die Puste ausgehen kann: Es wurden zwar äußerst spannende und nervenaufreibende letzte 12 Sekunden, aber die deutschen Baskeballer hatten nicht zuletzt aufgrund zweier sicher verwandelter Freiwürfe von Dirk Nowitzki zwei Sekunden vor Schluss das glücklichere Ende für sich und gewannen 69:65! - Das Qualifikationsturnier für Peking ist erreicht, und der große Traum der Olympiateilnahme kann weiter geträumt werden.
Im Kampf um die Europameisterschaft hat Gastgeber Spanien derzeit die besten Karten: In Madrid besiegten sie in einem spannenden Halbfinale Titelverteidiger Griechenland mit 82:77.
Der Finalgegner wird heute Abend zwischen Russland und Litauen ausgespielt.
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