An beiden Tagen konnte er die Mitfavoriten um Andreas Klöden und Cadel Evans distanzieren.
Ob dieser Erfolg allerdings tatsächlich etwas wert ist, darf mit Recht angezweifelt werden. Immer stärker wird der Druck auf Rasmussen, immer enger scheint sich das Netz, ihn des mutmaßlichen Dopings oder zumindest der unerlaubten Abwesenheit zu überführen zu ziehen - einzig, der Rabobank-Fahrer sitzt noch immer im Sattel. Ein Umstand, der immer mehr auf Unverständnis stößt.
Es scheint inzwischen erwiesen, dass Rasmussen wiederholt seiner Meldepflicht nicht nachkommen ist und ebenfalls desöfteren zu Dopingkontrollen nicht angetroffen wurde.
Dass er zusätzlich gerade im Juni, wenn der letzte Fein-Schliff für die Tour-Form erfolgt, außerplanmäßig und nicht ordnungsgemäß abgemeldet in Mexiko weilte, lässt tief blicken.
Zudem hätte die UCI schon längst Grund dazu gehabt, ihn ein drittes Mal zu verwarnen, was gleichbedeutend wäre mit einer dreimonatigen Dopingsperre. Warum allerdings die UCI noch nicht gehandelt hat, ist nicht ersichtlich. Vielmehr scheint es, dass der Weltradsportverband seinen eigenen Regeln nicht nachkommt. Ein solches Verhalten der UCI gerade in diesen mehr als nur kritischen Zeiten, in denen der Radsport an einem ganz wichtigen Wendepunkt steht, ist nicht nachvollziehbar!
Auf ebensolches Unverständnis stößt das Verhalten von Rasmussen's Team Rabobank. Nach dem Ehrenkodex der Pro Tour-Teams hätte das holländische Team seinen Kapitän schon längst aus dem Rennen nehmen müssen. Dass dieses nicht geschehen ist, wirft auch auf Rabobank nicht das beste Licht.
In ganz schlechtem Licht steht in jedem Fall Michael Rasmussen selbst. Nach Floyd Landis droht es binnen von zwei Jahren einen zweiten Tour-Sieger zu geben, der mittelbar oder unmittelbar mit Doping in Zusammenhang steht. - Etwas schlimmeres kann dem Radsport eigentlich nicht passieren!
Daher kann man nur wünschen, dass die UCI-, Tour- und Rabobank-Verantwortlichen Rasmussen endlich das weitere Startrecht bei der Tour absprechen.
Rein sportlich betrachtet hat sich hinter Rasmussen Alberto Contador von Discovery Channel zum ärgsten Konkurrenten des Dänen entwickelt. Der im Weißen Trikot des besten Jungprofis fahrende Spanier war der einzige, der Rasmussen bei den vergangenen beiden Etappen am letzten Berg folgen konnte. Da allerdings auch Contador mit dem Dopingarzt Fuentes in Zusammenhang gebracht wird, ist auch seine Leistung kritisch zu beurteilen.
Alle anderen Favoriten, mögen sie nun Andreas Klöden, Cadel Evans oder auch Levi Leipheimer heißen, konnten dem davon stürmenden Duo Rasmussen/ Contador nicht folgen und büßten weitere Zeit ein.
Auf Platz 3 hinter Rasmussen und Contador liegt derzeit der Australier Cadel Evans mit 4:00 Minuten Rückstand. Andreas Klöden fiel am gestrigen Tag auf den fünften Platz in der Gesamtwertung hinter den US-Amerikaner Levi Leipheimer zurück, er hat nun 5:34 Minuten Rückstand auf Rasmussen sowie 9 sec auf Leipheimer.
Auf der gestrigen ersten Pyrenäen-Etappe hatte sich zudem Alexander Vinokourov endgültig aus dem Kreis der Tour-Favoriten verabschiedet. Hatte der Kasache am Samstag das Zeitfahren noch dominiert, brach er am Sonntag völlig ein und kam 28:50 Minuten nach Contador und Rasmussen ins Ziel.
Da der ehemalige Astana-Kapitän keine Gefährdung mehr für das Gesamtklassement darstellte, ließen ihn die Favoriten heute fahren. Vinokourov nutze seine Chance und fuhr seinen zweiten Tageserfolg ein.
Verwundern tut zwar auch diese Leistungsschwankung, aber bei dem Kasachen ist man eine solche Berg- und Talfahrt aus den vergangenen Tour's eigentlich schon gewohnt. - Hoffentlich heißt der Grund nicht: Doping.
Aber wir wollen an dieser Stelle nicht über Alexander Vinokourov spekulieren, vielmehr sollte man für das Fortbestehen der Profisportart Radsport wünschen, dass Michael Rasmussen endlich mit sofortiger Wirkung aus der Tour de France ausgeschlossen wird!
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