Seit 1997 hat Jaksche regelmäßig gedopt, vor allem mit Epo. Nach dem Beginn seiner Zusammenarbeit mit dem spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes 2005 kam Eigenblutdoping hinzu.
Erstmals hat Jaksche beim Team Polti 1997 zu Dopingmitteln gegriffen, vom damaligen sportlichen Leiter Gianluigi Stanga dabei unterstützt. Und eben dieser Stanga ist heute Teamchef des deutsch-italienischen Milram-Teams - Die Dopingbeichte von Jörg Jaksche ist damit mehr als nur brisant ...
Aber nicht nur Stanga wird von Jaksche belastet. Auch in seinen weiteren Rennställen, Team Telekom, Once, CSC und Liberty Seguros hat Jaksche weiterhin gedopt und belastet damit auch diese Teams direkt oder indirekt schwer. Zum Teil sei er von der Teamleitung direkt zum Doping geführt worden, wie etwa bei Once unter dem damaligen Manager Manolo Saiz, oder aber Doping sei zumindest von der Teamleitung geduldet und nicht unterbunden worden.
Es bleibt abzuwarten, wie weit seine Aussagen reichen werden und ob er tatsächlich wahr machen wird, als Kronzeuge auszusagen. Bevor nicht tatsächlich eidesstattliche Erklärungen von ihm vorliegen, sollte man besser keine voreiligen Schlüsse ziehen.
Auch ein Ivan Basso hatte angekündigt, eng mit der Justiz zusammenarbeiten zu wollen. Wie wenig bei dieser "Zusammenarbeit" heraus gekommen ist, ist bekannt.
Nun, Jörg Jaksche möchte aber, wie er sagt, diesen Schritt tun und geht damit sicherlich auch ein privates Risiko ein. Verschiedenste Drohungen sind gegen ihn bereits ausgesprochen worden, wie er sagt. Packt er tatsächlich aus, dürfte dieses zunehmen.
Er selbst verspricht sich von der Zusammenarbeit mit der Justiz, dass die bei Erstvergehen übliche Dopingsperre von zwei Jahren verringert wird.
Aber auch hierüber kann man geteilter Meinung sein. Zwei Jahre Dopingsperre bekommen Radsportler bei einem Erstvergehen. - Kann man aber bei jahrelangem Doping über 10 Jahre hinweg noch von einem Erstvergehen sprechen?!
Er selbst gibt zudem von sich, sich beim Doping nicht direkt schuldig gefühlt zu haben, da es Gang und Gäbe im Radsport war, mit Doping die Leistung zu steigern. Der Grund für seine Beichte sei vielmehr gewesen, dass er der Meinung sei, dass endlich jemand die Karten offen auf den Tisch legen müsste, um zu zeigen, wie es tatsächlich im Radsport läuft.
Und so schlagen die Doping-Wellen erneut hoch im Radsport, so hoch wie eigentlich noch nie, und das alles eine Woche vor Start der Tour de France 2007 in London. Momentan vermag keiner vorherzusehen, wie die diesjährige Frankreich-Rundfahrt ablaufen wird, welche Teams überhaupt am Start sein werden und wer das Geschehen bestimmen wird. - Zu viel passiert in diesen Tagen ...
Vor diesem Hintergrund und der Dopingbeichte von Jörg Jaksche verliert der heute durch Fabian Wegmann errungene deutsche Meistertitel im Straßenrennen sehr viel an Bedeutung. Wegmann, der mit diesem Sieg seinem Team Gerolsteiner den ersten deutschen Meistertitel bescherte, siegte vor T-Mobile-Profi Patrick Sinkewitz.
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