Sonntag, 28. Dezember 2014

Auftakt der Vierschanzentournee verschoben

Der Auftakt der diesjährigen Vierschanzentournee geriet am heutigen Nachmittag in Oberstdorf leider zu einer Farce: Verschiebungen des Starts im 15- bzw. 30-Minuten-Takt machte es den Springern fast unmöglich, sich auf ihren Sprung angemessen vorzubereiten. Wind und Schnee verhinderten leider eins ums andere Mal den Start des Wettkampfs, nachdem bereits der Probedurchgang abgesagt werden musste.
So vergingen bereits 1.5 Stunden, bis um 18:00 mit dem Japaner Kobayashi der erste Springer vom Bakken gehen konnte. Sein Gegner im k.o.-Springen, der Slowene Robert Kranjec, musste ca. weitere 15 Minuten warten, bis er seinen Sprung zeigen konnte. So ging es weiter, bis die Jury gegen 19:15 ein Einsehen hatte und das Springen, nachdem insgesamt 11 Athleten ihren Sprung absolviert hatten, auf den morgigen Tag verschob.

Es war sicherlich die richtige Entscheidung, denn trotz Windregel und der Möglichkeit die Absprungluke anzupassen, war heute einfach kein regulärer Wettkampf möglich. So kam es zu einem Novum bei der Vierschanzentournee: Erstmals konnte das Auftaktspringen in Oberstdorf nicht wie geplant stattfinden und musste verschoben werden.

Was heißt das nun für unsere deutschen Starter?
In erster Linie dürfte Marinus Kraus froh sein über diesen Abbruch. Sein Sprung misslang leider völlig, und er konnte nur unter größten Schwierigkeiten einen Sturz verhindern. Spätestens als der Teamolympiasieger von Sochi dann doch noch irgendwie mehr oder weniger sicher landen konnte, war eigentlich klar, dass es am heutigen Tag wenig Sinn macht, Ski zu springen. Zugegebener Maßen hätte Kraus weniger aggressiv springen können, aber wer soll es dem jungen Athleten verdenken?! Es handelte sich doch schließlich um den Auftakt des traditionsreichen Wettbewerbs, den ein jeder Springer ganz dick in seinem Wettkampfkalender angestrichen hat und bei dem jeder das Ziel hat, möglichst gut abzuschneiden.

Ob Kraus morgen, wenn das Auftaktspringen nochmals angegangen wird, besser springen wird, bleibt abzuwarten, aber mit Severin Freund, Richard Freitag und auch dem Newcomer Markus Eisenbichler hat das deutscheTeam einige Eisen im Feuer, denen einiges zuzutrauen sein dürfte. Und nicht vergessen wollen wir den Oldie Michael Neumayer, der erfahrungsgemäß um den Jahreswechsel gerne zu Höchstform aufläuft.
Aber unstreitbar werden dem Skiflugweltmeister Severin Freund die größten Chancen eingeräumt, endlich wieder den Gesamtsieg nach Deutschland zu holen! Sven Hannawald mit seinem Sieg für die Ewigkeit, als er 2001/ 2002 alle vier Springen gewann, dürfte unerreichbar bleiben, zu viele Siegaspiranten gibt es in diesem Jahr, aber der Gesamtsieg scheint für Freund in diesem Jahr in erreichbarer Nähe zu sein: Der Olympiasieg im Team und der Weltmeistertitel im Skifliegen scheinen aus dem Mann aus Rastbüchel aus einem Top-Ten-Springer endgültig einen Siegspringer gemacht zu haben. Freund wirkt seit diesen Titeln entspannter und auch sicherer in seinem Auftreten. Aber wer soll es ihm verdenken? Hatte er nicht allen Grund nach seinen wiederholten 4. Plätzen zu hadern? Nun, diese Zeit scheint vorbei und Severin Freund ist bereit für den nächsten ganz großen Coup.

Aber neben Freund gibt es ein weitere Namen, die im Zusammenhang mit einem möglichen Gesamtsieg immer wieder fallen: Die der Österreicher Gregor Schlierenzauer, Michael Hayböck oder auch Stefan Kraft, die der Dauerbrenner Simon Amman und Noriaki Kasai, die der Norweger Anders Fannemel und Rune Velta und nicht zuletzt zu nennen sind Peter Prevcs, Roman Koudelka und Kamil Stoch. - Ihnen allen ist der Gesamtsieg zuzutrauen.
Oder wird es wieder ein Nobody, wie im vergangenen Jahr der Österreicher Thomas Diethart?! Und was ist mit dem Sieger von Engelberg, dem Klingenthaler Richard Freitag?

Warten wir ab, wer am Ende in Bischofshofen die Nase vorne haben wird.
Bis dahin erwarten uns noch acht spannende Durchgänge, die hoffentlich ohne weitere Schwierigkeiten durchgeführt werden können.

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