Donnerstag, 18. Dezember 2014

Spektakel in der Nordfrostarena

Es war angerichtet am gestrigen Abend in der Wilhelmshavener Nordfrostarena: Angerichtet zum Spiel des Jahres für den WHV!
Nachdem der WHV am vergangenen Wochenende eine grandiose Hinrunde mit dem 15. Sieg in Folge und nun 30:0 Punkten perfekt gemacht hatte, gab es gestern als krönenden Abschluss des Jahres noch einmal ganz großes Kino:
Der Tabellenführer der 1. Handball-Bundesliga, die Rhein-Neckar-Löwen, waren zum DHB-Pokal- Achtelfinale zu Gast in der Nordfrostarena.
 
Bei manch einem Fan wurden Erinnerungen wach an das letzte Aufeinandertreffen mit diesem Verein: Gegen die Löwen bestritt der WHV im Jahr 2008 sein (vorerst?!) letztes Erstligaspiel. Größen wie Christian Schwarzer, Henning Fritz und Oliver Roggisch waren damals in den Reihen der Löwen-Spieler und ließen viele Handball-Herzen höher schlagen!
Und gestern? An Emotionen war dieses Spiel vielleicht sogar noch reicher als damals 2008. Denn wer hätte gedacht, dass der kleine WHV es als einziger Drittligist schaffen würde, bis in's Achtefinale vorzustoßen und dann auch noch mit den Rhein-Neckar-Löwen einen derart großen Gegner in Empfang würde nehmen dürfen? Ach, Handballfan, was willst Du mehr?!
 
Das Spiel selber ging zwar mit 27:31 verloren, aber selten dürfte eine Niederlage so gefeiert worden sein. Der WHV gab niemals auf, lag meist nur 2 bis 3 Tore zurück und war mehrmals kurz davor, den Ausgleich zu erzielen. Und was dann hätte geschehen können ... 
Nun, das Wunder ist ausgeblieben, aber die Wilhelmshavener Handballspieler dürfen stolz sein auf ihre Leistung: Angetrieben von einen hochkonzentrierten Spielmacher Oliver Köhrmann, der noch einmal zeigte, was für ein klasse Handballspieler in ihm steckt, im Tor mit dem überrangenden Adam Weiner, der sogar einen Siebenmeter von Nationalspieler Uwe Gensheimer vereitelte, mit Rene Drechsler, der mit seinen 10 Toren überragend aufspielte, mit einem Tobias Schwolow, der keine Scheu gegen die Großen kannte und eins ums andere Mal seinen Hammer auspackte und mit einem Ivo Warnecke, der zum Ende der 1. Halbzeit Oliver Köhrmann, der mit einem Cut über dem Auge das Spielfeld verlassen musste, vertrat und mit einem kleinen schnellen Dreher kurz vor dem Pausenpfiff das wohl schönste Tor des Spiels warf und den derzeit weltbesten Torhüter, Niklas Landin, alt aussehen ließ, - sie alle trugen dazu bei, dass dieser Abend wohl nie in Vergessenheit geraten wird!
 
Es war erstaunlich, wie schwer sich das mit Nationalspielern gespickte Löwen-Team gegen den WHV tat. Als der Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen in der ersten Halbzeit eine Auszeit nahm, weil sein Team drohte den Ausgleich zu bekommen, tobte die Halle und die WHV-Spieler wurden schon jetzt mit Standing Ovations gefeiert! Einen zwei-Klassen-Unterschied sah man gestern in der Nordfrostarena wahrlich nicht. Es war ein wunderschöner Abend, bei dem das Wunder leider ausblieb!
 

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