Es war angerichtet am gestrigen Abend in der Wilhelmshavener Nordfrostarena: Angerichtet zum Spiel des Jahres für den WHV!
Nachdem der WHV am vergangenen Wochenende eine grandiose Hinrunde mit
dem 15. Sieg in Folge und nun 30:0 Punkten perfekt gemacht hatte, gab es
gestern als krönenden Abschluss des Jahres noch einmal ganz großes
Kino:
Der Tabellenführer der 1. Handball-Bundesliga, die
Rhein-Neckar-Löwen, waren zum DHB-Pokal- Achtelfinale zu Gast in der
Nordfrostarena.
Bei manch einem Fan wurden Erinnerungen wach an das letzte
Aufeinandertreffen mit diesem Verein: Gegen die Löwen bestritt der WHV
im Jahr 2008 sein (vorerst?!) letztes Erstligaspiel. Größen wie
Christian Schwarzer, Henning Fritz und Oliver Roggisch waren damals in
den Reihen der Löwen-Spieler und ließen viele Handball-Herzen höher
schlagen!
Und gestern? An Emotionen war dieses Spiel vielleicht sogar noch
reicher als damals 2008. Denn wer hätte gedacht, dass der kleine WHV es
als einziger Drittligist schaffen würde, bis in's Achtefinale
vorzustoßen und dann auch noch mit den Rhein-Neckar-Löwen einen derart
großen Gegner in Empfang würde nehmen dürfen? Ach, Handballfan, was
willst Du mehr?!
Das Spiel selber ging zwar mit 27:31 verloren, aber selten dürfte
eine Niederlage so gefeiert worden sein. Der WHV gab niemals auf, lag
meist nur 2 bis 3 Tore zurück und war mehrmals kurz davor, den Ausgleich
zu erzielen. Und was dann hätte geschehen können ...
Nun, das Wunder
ist ausgeblieben, aber die Wilhelmshavener Handballspieler dürfen stolz
sein auf ihre Leistung: Angetrieben von einen hochkonzentrierten
Spielmacher Oliver Köhrmann, der noch einmal zeigte, was für ein klasse
Handballspieler in ihm steckt, im Tor mit dem überrangenden Adam Weiner,
der sogar einen Siebenmeter von Nationalspieler Uwe Gensheimer
vereitelte, mit Rene Drechsler, der mit seinen 10 Toren überragend
aufspielte, mit einem Tobias Schwolow, der keine Scheu gegen die Großen
kannte und eins ums andere Mal seinen Hammer auspackte und mit einem Ivo
Warnecke, der zum Ende der 1. Halbzeit Oliver Köhrmann, der mit einem
Cut über dem Auge das Spielfeld verlassen musste, vertrat und mit einem
kleinen schnellen Dreher kurz vor dem Pausenpfiff das wohl schönste Tor des
Spiels warf und den derzeit weltbesten Torhüter, Niklas Landin, alt
aussehen ließ, - sie alle trugen dazu bei, dass dieser Abend wohl nie in
Vergessenheit geraten wird!
Es war erstaunlich, wie schwer sich das mit Nationalspielern
gespickte Löwen-Team gegen den WHV tat. Als der Löwen-Trainer Nikolaj
Jacobsen in der ersten Halbzeit eine Auszeit nahm, weil sein Team drohte
den Ausgleich zu bekommen, tobte die Halle und die WHV-Spieler wurden
schon jetzt mit Standing Ovations gefeiert! Einen
zwei-Klassen-Unterschied sah man gestern in der Nordfrostarena wahrlich
nicht. Es war ein wunderschöner Abend, bei dem das Wunder leider
ausblieb!
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