Freitag, 31. August 2007

Silber und Bronze im Speerwerfen für Obergföll und Nerius

Die deutschen Speerwerferinnen haben einmal mehr ihrem Ruf als Medaillenbank im DLV alle Ehre gemacht und für zweimal Edelmetall gesorgt.
Die in dieser Saison bislang ungeschlagene Europarekordlerin Christina Obergföll war als große Favoritin an den Start gegangen. Mit erzielten 66.46 m reichte es aber leider nicht bis ganz auf das oberste Siegertreppchen, Barbora Spotkova wurde stattdessen mit 67.07 m neue Weltmeisterin. Die Tschechin war heute eine Klasse für sich und warf gleich zweimal tschechischen Rekord.
Obergföll sollte sich ob der verpassten Chance Weltmeisterin werden zu können aber nicht zu sehr grämen. Sie war schließlich erstmals als große Favoriten an den Start eines Großereignisses gegangen. Und an solch einer Favoritenbürde ist manch anderer vor ihr kläglich gescheitert. Von Scheitern kann im Falle der Schwäbin hingegen keinesfalls gesprochen werden, als Vize-Weltmeisterin von Osaka heimzukehren ist auch ein großer Erfolg.
Ein Erfolg, den Steffi Nerius als Drittplatzierte mit erzielten 64.24 m aus deutscher Sicht vervollständigte. Linda Stahl komplettierte das gute Abschneiden des DLV bei ihrer ersten WM-Teilnahme als 8.. Sie kam auf eine Weite von 61.03 m.

In der Damen-Dreisprung-Entscheidung verpasste Tatjana Lebedewa als Zweite den historischen Doppeltriumph im Weit- und Dreisprung nur knapp. Sie gewann mit 15.07 m Silber hinter der mit der Weltjahresweltbestleistung von 15.28 m siegreichen Kubanerin Yargelis Savigne.

Über die 200m verteidigte Allyson Felix in 21.81 sec ihren Titel von Helsinki. Dieses gelang ebenfalls ihrem Landsmann Jeremy Wariner über die doppelte Distanz. Der US-Boy lief dabei mit
43.45 sec die drittschnellste jemals gelaufenen Zeit über die Stadionrunde.
Über die 110m Hürden siegte Weltrekordhalter Xiang Liu aus China in 12.95 sec. Der deutsche Meister Thomas Blaschek war nach enttäuschender Leistung bereits im Halbfinale ausgeschieden.

Eine bessere Rollen spielen die deutschen Zehnkämpfer zur Halbzeit nach 5 Disziplinen: Norman Müller liegt überraschend auf Rang 6, drei Plätze vor dem Vierten von Helsinki, Andre Niklaus. Der dritte deutsche Starter, Arthur Abele, liegt auf Rang 13.
Titelverteidiger Bryan Clay musste beim Hochsprung aufgrund einer Muskelverletzung den Wettkampf beenden, so dass man nun denken möge, dass der Weg zum WM-Sieg frei wäre für den Tschechen Roman Sebrle. Der Weltrekordler, der dem Zehnkampf schon seit Jahren seinen Stempel aufdrückt, ist tatsächlich noch nie Weltmeister geworden. Derzeit liegt er auf Rang 3, knapp 100 Punkte hinter dem Führendes Maurice Smith aus Jamaika.
Aber am zweiten Tag kann noch viel geschehen, das hat die Vergangenheit immer wieder gezeigt. Vor allem an der morgigen dritten Disziplin, dem Stabhochsprung, ist schon so manch einer mit einem Salto Nullo gescheitert. - Aber warten wir ab, wie die Könige der Athleten die zweite Hälfte des WM-Zehnkampfes meistern. Vielleicht kommt ja auch ein Deutscher noch in die Nähe des Podests. So ist für Andre Niklaus der Weg dorthin zwar noch sehr weit, aber nicht zuletzt beim Regen-Zehnkampf von Helsinki vor 2 Jahren hat er gezeigt, dass er ungemein kämpfen kann.

Donnerstag, 30. August 2007

Zweites Gold für Deutschland durch Hammerwerferin Betty Heidler

Betty Heidler hat zum ersten Mal für den DLV WM-Gold im Hammerwerfen gewonnen und Deutschland damit bereits die zweite Goldmedaille beschert!
Die Berlinerin erzielte ihre Siegweite von 74.76 m bereits im zweiten Durchgang und gab der Konkurrenz damit eine harte Nuss mit auf den Weg. Aber es sollte noch sehr knapp werden: Die Chinesin Wenxiu Zhang und vor allem Yipsi Moreno aus Kuba kamen immer näher an die in Führung liegende Deutsche heran. Beim letzten Versuch der Kubanerin musste Heidler dann noch einmal tief durchatmen, als diese bis um 2 cm an ihre Weite heran kam.
Aber es reichte für Betty Heidler, die ihr Glück kaum fassen konnte!
Die für Frankfurt startende Berlinerin hatte sich in den letzten Jahren immer wieder enge Duelle mit Yipsi Moreno geliefert. Bei den Olympischen Spielen von Athen verdrängte die Kubanerin so in ihrem letzten Versuch die Deutsche noch vom Bronzerang. Diese Niederlage dürfte Heidler aber spätestens heute vergessen haben, sie die neue Hammerwurf-Weltmeisterin!

Im Lager der deutschen Stabhochspringer gab es auch Grund zum Jubel: Das Trio Björn Otto, Danny Ecker und Tim Lobinger qualifizierte sich geschlossen mit übersprungenen 4.70 m für das Finale.
Beim Weitspringen der Herren kam Christian Reif nach seinen 8.19 m in der Qualifikation auf eine Weite von 7.95 m, die Platz 9 bedeuteten. Aber auch diese Leistung ist für den 22jährigen WM-Neuling als großer Erfolg zu werten, war doch schließlich im Vorfeld nicht unbedingt mit einer Endkampf-Teilnahme zu rechnen.
Gold ging mit 8.57 m an den Weltjahresbesten Irving Saldino aus Panama, der damit seinem Land zum ersten Mal WM-Gold in der Leichathletik bescherte. Das Podium komplettierten Andrew Howe aus Italien sowie der US-Amerikaner Dwight Philipps.

Über die 200m der Herren siegte Tyson Gay aus den USA und hat sich damit mit diesem Doppelerfolg nach seinem Sieg über die 100m endgültig zum schnellsten Mann gekürt. Zudem ließ er in 19.76 sec der Konkurrenz im Finale nicht wirklich eine Chance.

Werder Bremen für Champions-League qualifiziert

Werder Bremen hat am gestrigen Mittwoch das Rückspiel zur Champions-League-Qualifikation mit 2:3 bei Dinamo Zagreb gewonnen und erreicht damit zum vierten Mal in Folge die Gruppenphase der "Königsklasse".
Nach dem hart erkämpften 2:1 Hinspielerfolg versprach die Reise in die kroatische Hauptstadt keine leichte Aufgabe zu werden. Aber die Werderaner machten sich von Beginn an couragiert an die Mission Champions-League-Quali und gingen so bereits früh durch einen von Diego sicher verwandelten Foul-Elfmeter 1:0 in Führung.
Aber Zagreb konnte bereits 8 Minuten später ausgleichen, ehe Sanogo die Bremer in der 38. Minute erneut in Führung brachte. Aber auch diesmal ließ die Antwort der Kroaten nicht lange auf sich warten, und der Ausgleich fiel noch vor der Pause.
In der zweiten Halbzeit glänzte nun vor allem Werder's Abwehr, in der sich die Gastgeber immer wieder festrannten. Für die endgültige Entscheidung sorgte Spielmacher Diego durch einen erneut sicher verwandelten Foul-Elfmeter in der 70. Minute und brachte sein Team so endgültig auf die Siegerstraße.

In der Gruppenphase der Champions-League hat Werder Bremen heute jedoch keine leichte Gruppe zugelost bekommen: Ein Weiterkommen bei den Gruppengegnern Real Madrid, Lazio Rom und Olympiakos Piräus erscheint schwer, aber nicht unmöglich.
Meister VfB Stuttgart hat es fast noch schwerer getroffen und muss sich mit dem FC Barcelona, Olympique Lyon und den Glasgow Rangers auseinandersetzen.
Schalke 04 trifft auf den FC Chelsea, CF Valencia und Rosenborg Trondheim. - Damit kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass die drei Bundesliga-Clubs wahrlich kein Losglück hatten, aber was nützt jetzt alles Jammern? - Gar nichts, jetzt heisst es gut in die am 18. und 19. September beginnende Gruppenphase zu starten.

Gold für Diskuswerferin Franka Dietzsch!

Franka Dietzsch bleibt das Maß aller Dinge und hat ihren Weltmeistertitel von 2005 verteidigt!
Mit erzielten 66.61 m, die ihr gleich im ersten Versuch gelangen, hielt sie die Konkurrenz deutlich in Schach. Die russische Europameisterin Darja Pitschalnikowa kam zwar noch bis auf 65.78 m an die "Große Alte Dame des Diskusrings" heran, konnte sie aber dennoch nicht entscheidend gefährden. Die Neubrandenburgerin hat damit ihren dritten WM-Titel gefeiert, was nur wenigen Athleten in einer Einzeldisziplin vergönnt bleibt. - Gold für Deutschland!
Hinter Dietzsch und Pitschalnikowa ging Bronze an Varelis Barrios an Kuba, Dietzsch's lange Weggefährtin Nicoleta Grasu blieb mit 63.40 m und 0.50 m Rückstand auf Bronze nur der vierte Rang.

Eine weitere Entscheidung des Tages wurde aus deutscher Sicht mit Spannung erwartet: Das Hochspringen der Herren. Hier ging Eike Onnen aber leider leer aus. Mit übersprungenen 2.26 m reichte es für den Newcomer lediglich zu Platz 7, was aber in Anbetracht seiner ersten WM-Teilnahme als großer Erfolg zu werten ist!
Nachdem er 2.30 m im ersten Versuch gerissen hatte, sparte er sich die verbleibenden zwei Sprünge für 2.33 m auf, da seine direkten Konkurrenten bereits die 2.30 m bewältigt hatten. Leider riss Onnen, der eine persönliche Bestleistung von 2.34 m aufweisen kann, auch diese letzten beiden Versuche, wenn auch knapp.
Gold ging an den Quereinsteiger aus dem Basketball, Donald Thomas aus den Bahamas, mit übersprungenen 2.37m vor dem Russen Jaroslaw Rybakow und Kyriakos Ioannou aus Zypern, die beide 2.35 m meisterten. Der Schwede Stefan Holm ging mit übersprungenen 2.33 m hingegen überraschend leer aus.

In der Qualifilkation des Diskuswerfens der Frauen tat sich am Vormittag Christina Obergföll überraschend schwer. Sie kam lediglich auf 60.77 m und unterbot damit die Qualifikationsweite um 13 cm.Die Weltranglistenbeste rutschte aber dennoch in's Finale, in dem neben ihr vom DLV auch Europameisterin Steffi Nerius und Linda Stahl vertreten sind. Das Finale findet am Freitag statt.

Dienstag, 28. August 2007

Silber im Diskuswerfen durch Robert Harting

Robert Harting hat am vierten Wettkampftag der Leichtathletik-WM in Osaka für die zweite DLV-Medaille gesorgt.
Der 22jährige Berliner holte sich trotz guter Leistung in der Qualifikation letztendlich doch ein wenig überraschend Silber! Mit 66.68m verwies er den Holländer Rutger Smith, der noch beim Kugelstoßen auf dem undankbaren vierten Platz gelandet war, auf Rang drei. Gold aber ging deutlich, mit mehr als zwei Meter Vorsprung, an den Esten Gerd Kanter.
Damit ging der große Favorit, Virgilijus Alekna aus Litauen, der seit 2005 bei Großereignissen ungeschlagen war, überraschend leer aus. Er kam lediglich auf eine für ihn indiskutable Weite von 65.24m und musste sich mit Rang Vier begnügen.
Im deutschen Lager hingegen war die Freude groß, da mit dieser Silber-Medaille im Vorfeld nicht unbedingt zu rechnen war.

Eine gute Leistung zeigte auch Bianca Kappler im Weitsprung. Nach der drittbesten Weite in der Qualifikation reichte es zwar im Endkampf "nur" zu Rang 5, aber sie zeigte mit ihren 6.81m, dass sie nun endlich in der Weltspitze angelangt ist. Mit etwas Glück hätte es auch zu Bronze gereicht, aber für Kappler war dieser Weitsprungwettbewerb dennoch ein Erfolg auf der ganzen Linie. Endlich hat der DLV wieder eine Athletin, die beim Weitsprung vorne mitmischen kann, was seit dem Abgang von Heike Drechsler schmerzlich vermisst wurde.
Die Medaillen machten die Russinen um Weltmeisterin Tatjana Lebedewa, die als einzige mit 7.03m die 7m-Grenze knackte, unter sich aus.

Ebenfalls einen Dreifach-Erfolg gab es für die Kenianer auf ihre Paradestrecke, den 3000m Hindernis.
Einen Favoriten-Sieg gab es wie erwartet beim Stabhochspringen der Frauen: Titelverteidigerin und Weltrekordlerin Jelena Isinbajewa wurde mit übersprungenen 4.80m Weltmeisterin. An der neuen Weltrekordhöhe von 5.02m scheiterte sie jedoch dreimal. Damit konnte sie ihren absoluten Triumph von Helsinki von vor zwei Jahre, als sie mit neuem Weltrekord von 5.01m Weltmeisterin wurde, nicht ganz wiederholen, aber kaum jemand zweifelt daran, dass Isinbajewa weitere Weltrekorde springen wird.
Die deutschen Stabhochspringerinnen spielten im Endkampf leider keine entscheidende Rolle. Von den drei gestarteten deutschen Stabhochspringerinnen trat im Finale leider nur Silke Spiegelburg an, nachdem Julia Hütter und Caroline Hingst in der Qualifikation gescheitert waren. Der Auftritt der Schwester von Roland Spiegelburg, seines Zeichens ebenfalls Stabhochspringer, im Finale war leider nur von kurzer Dauer: Sie riss die Anfangshöhe von 4.35m gleich dreimal und musste sich die Entscheidung mit Tränen in den Augen von außen anschauen.

An morgigen fünften Wettkampftag darf aus deutscher Sicht auf Medaillen gehofft werden: Franka Dietzsch tritt beim Diskuswerfen nicht nur als Titelverteidigerin, sondern auch als große Favoritin an. Die 38jährige hat morgen die Chance zum dritten Mal WM-Gold zu holen. - Drücken wir ihr die Daumen!
Beim Hochsprung der Herren geht mit Europacup-Sieger Eike Onnen ebenfalls ein Athlet ins Finale, für den eine vordere Platzierung, wenn nicht gar eine Medaille, durchaus im Bereich des Möglichen liegt.

Sonntag, 26. August 2007

Erste DLV-Medaille durch Nadine Kleinert

Nadine Kleinert hat im Kugelstoßen die erste WM-Medaille für den DLV geholt und landete mit 19.77 m auf den Bronze-Rang. Damit war die Magdeburgerin zum Punkt X top in Form, zwischenzeitlich hatte sie mit ihrer neuen Saisonbestleistung sogar an Silber geschnuppert.
Der Kampf um Gold und Silber war im Kugelstoßwettbewerb dabei spannend wie selten: Die bis zum letzten Durchgang auf Rang 2 liegende Neuseeländerin Valerie Vili konnte im sechsten und alles entscheidenden Durchgang auf 20.54m stoßen und entriss der bis dahin in Front liegenden Nadzeya Ostapchuk die Führung. Aber die Weissrussin steckte nicht auf und setzte mit einem Stoß ebenfalls weit über die 20m nach, aber ihre Weite von 20.48m reichte schlussendlich doch nur zu Silber.
Petra Lammert aus Neubrandenburg, die ebenfalls mit Medaillen-Ambitionen an den Start gegangen war, kam mit 19.33m bei ihrem ersten WM-Endkampf auf den 5. Platz. Die gebürtige Schwäbin zeigte sich zwar ein wenig enttäuscht von ihrer Leistung, aber sie sollte nicht zu sehr verzagen - schließlich gehört ihr die Zukunft - da sind sich die Experten einig.

Für ein weiteres Highlight an diesem zweiten Wettkampftag sorgten die Siebenkämpferinnen um Carolina Klüft.
Zwischen der Schwedin und der bis dahin Weltjahresbesten, Ljudmilla Blonska, entwickelte sich ein nicht ganz zu erwartender spannender Zweikampf, den die Titelverteidigerin Klüft erst im Speerwurf, der vorletzten Disziplin, zu ihren Gunsten entscheiden konnte. Nach Abschluss der 800m stand fest: Gold mit Europarekord (7032 Punkte) für die Olympiasiegerin und WM-Titelverteidigerin Carolina Klüft! Ein großer Sieg für die Schwedin, die seit ihrem kometenhaften Aufstieg vor 5 Jahren dem 19-Jahre alten Europarekord (7007 Punkte) von Larissa Turtschinskaja hinterher lief, ihn aber nun auch endlich knacken konnte.
Silber ging an Bloska, Bronze holte sich die Britin Kelly Sotherton.

Auch aus deutscher Sicht verlief der Siebenkampf erfreulich: Die EM-Dritte Lilli Schwarzkopf aus Paderborn konnte sich nach einem eher schwächeren ersten Tag bis auf Rang 5 nach vorne kämpfen und dürfte ob ihrer 6439 Punkte durchaus zufrieden sein.
Jennifer Oeser wurde Siebte, Sonja Kesselschläger kam nach überstandener Verletzungspause auf den 13. Rang.

Für das Highlight schlechthin an diesem Sonntag in Osaka sorgten aber zweifelslos die 100m der Männer. - Wer wird schnellster Mann der Welt?
Um diesen mehr als nur prestigeträchtigen Titel sollten sich vor allem der Weltjahresbeste Tyson Gay aus den USA sowie der jamaikanische Weltrekordler Asafa Powell streiten. Beide Favoriten waren sich in der bisherigen Saison bewusst aus dem Weg gegangen, so dass es beim Finale von Osaka, das beide problemlos erreichten, zum ersten Aufeinandertreffen in diesem Jahr kam.
Im Finale nun kam Weltrekordler Powell überraschend schlecht in Schwung, und Tyson Gay konnte nahezu unbedrängt seinem ersten WM-Titel entgegenlaufen. In 9.85 sec siegte der US-Boy vor - nein, nicht vor Asafa Powell, sondern vor Derrick Atkins von den Bahamas. Powell wurde in 9.96 sec lediglich Dritter. - Ein Ausgang, den so kaum jemand vorgesagt haben dürfte.

Deutsche Hockey-Damen Europameister

Die deutsche Hockey-Nationalmannschaft der Damen hat bei den Europameisterschaften in Manchester erstmals den EM-Titel errungen!
Im Finale ging es gegen den großen Favoriten, die Titelverteidigerinnen aus Holland. Und nicht nur im Fussball verspricht ein Duell Holland-Deutschland Hochspannung, nein auch im Hockey ist dieses kein gewöhnliches Spiel, vor allem wenn es sich um ein EM-Finale handelt.

Die deutschen Damen hatten dieses Finale nach einem spannenden Halbfinalspiel gegen die gastgebenden Engländerinnen erreicht. Im Finale setzten die Spielerinnen dann dort an, wo sie gegen England aufgehört hatten: Erfolgreich und begeisternd Hockey zu spielen! Und so gingen sie, ein wenig überraschend zwar, mit 2:0 in Führung. Beide Tore erzielte Janine Beermann in der 2. bzw. 40. Minute.
In der Schlussphase wackelte die Führung zwar nochmals bedenklich, aber Ivonne Frank im deutschen Tor wehrte eins ums andere Mal eine Strafecke der Holländerinnen erfolgreich ab. Sie war neben der zweifachen Torschützin Beermann und Abwehrchefin Tina Bachmann auf deutscher Seite beste Frau auf dem Platz.

Und dann war die Überraschung perfekt: Deutschland ist Hockey-Europameister! Die 6maligen Titelträgerinnen aus Holland, die großen Favoriten, mussten sich dem amtierenden Olympiasieger geschlagen geben!
Für beide Teams bedeutet die Finalteilnahme gleichzeitig die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Peking.

Flensburg erster Tabellenführer der Handball-Bundesliga

Nach der erfolgreichsten Saison aller Zeiten ist gestern die Handball-Bundesliga in die Spielzeit 2007/ 2008 gestartet. Nach zunächst vier Partien liegt die SG Flensburg-Handewitt vor dem großen Titelanwärter THW Kiel, dem Wilhemshavener HV und dem TBV Lemgo, die ihre Auftaktspiele allesamt gewinnen konnten,m auf Platz 1.
Dabei war Flensburg mit einem eindruckvollen 22:34 Sieg beim TuS N-Lübbecke als einziges Team auf fremdem Platz erfolgreich. Kiel schlug Melsungen knapp mit 29:28, Lemgo FA Göppingen mit 27:23, und die Wilhelmshavener verbuchten in der Nordfrost-Arena mit ihrem 28:22-Sieg gegen GWD Minden drei wichtige Punkte im Kampf um den Abstieg.

Großer Favorit auf den Titel, da sind sich die Experten einig, ist trotz des nur knappen Auftaktsieges der Champions-League Sieger THW Kiel.
Kaum jemand hält es für möglich, dass die Kieler ihren Meistertitel nicht verteidigen können. Einen Auftakt nach Maß können sie zudem bereits vorweisen: In der vergangenen Woche holten sie sich im Super-Cup-Finale gegen die Rhein-Neckar-Löwen ihren ersten Titel der laufenden Saison. Ob es derer wieder drei werden können, bleibt abzuwarten. In jedem Fall wird der Weg im Kampf um die Meisterschaft nur über den THW gehen.

Schaut man sich um, welcher Verein Kiel möglicherweise Paroli bieten könnte, stößt man immer wieder auf den HSV Hamburg. Die Truppe von Trainer Martin Schwalb gilt als Geheimfavorit auf den Meistertitel. Ihnen wird deutlich mehr zugetraut, als der neu-formierten Mannschaft der Rhein-Neckar-Löwen, die sich mit den Weltmeistern Oliver Roggisch, Christian Schwarzer und Henning Fritz gezielt verstärkt hat.
Inwieweit die SG Flensburg-Handewitt, der SC Magdeburg oder der VfL Gummersbach, der sicherlich an dem Abgang vom französischen Nationalspieler Daniel Narcisse zu knacken haben wird, vorne mitspielen werden, bleibt ebenso abzuwarten, wie das Abschneiden des TBV Lemgo's, der sich mit Weltmeister Michael Kraus verstärkt hat und die schwächere Vorsaison schnell vergessen lassen möchte.

Freitag, 24. August 2007

Leichtathletik-WM startet in wenigen Stunden

Mit der Leichtathletik-WM in Osaka startet heute ein weiteres Sport-Highlight des Jahres. In Fernost treffen sich die weltbesten Läufer, Springer, Werfer und Kugelstoßer, um die Weltmeister unter sich auszumachen.
Aber nicht nur die sportliche Leistung verspricht Spannung. Leider muss gesagt werden, dass man auch anbetracht der anhaltenden Dopingdiskussionen, die sich bislang größtenteils auf den Radsport konzentrierten, den Titelkämpfen in Japan gespannt entgegen blickt. Gerade in der Leichtathletik kam es in der Vergangenheit immer wieder auch zu prominenten Dopingfällen, die auch an so manch scheinbar sauber erbrachten Leistung Zweifel aufkommen ließen. - Aber hoffen wir auf saubere Titelkämpfe in Osaka!

Was erwartet den Leichtathletik-Fan bei der WM aus deutscher Sicht? - Auch trotz der Dopingdiskussionen ist es immer noch so, dass die Leistung einer Mannschaft hauptsächlich in Medaillen gemessen wird. Und diese Medaillen-Ausbeute fiel bei der letzten WM 2005 in Helsinki mit 5 x Edelmetall äußerst mager aus. Da bringt die letztjährige EM in Göteborg mit insgesamt 10 Medaillen eher Anlass zu Hoffnung.
Aber was ist tatsächlich von der deutschen Mannschaft zu erwarten? Mit wem könnte man auf dem Treppchen rechnen?
Da sind traditionell die Werfer und Stosser zu nennen, die vor allem in den vergangenen mageren Jahren bei WM und Olympia immer wieder für kleine Highlights gesorgt haben.
Als besonders heißes Eisen gilt Speerwurf-Europarekordlerin Christina Obergföll, die in dieser Saison die Konkurrenz nach Belieben zu kontrollieren scheint. Ihr zur Seite tritt Europameisterin Steffi Nerius an, die auch bei einer WM immer für eine Medaille gut ist.
Dauerbrennerin Franka Dietsch im Diskus gilt ebenso wie Petra Lammert im Kugelstoßen als heiße Medaillenanwärterin. Auch Betty Heidler im Hammerwurf wäre der Sprung auf's Podium durchaus zuzutrauen, wenn sie denn dann ihre Nerven im Griff hat, die ihr bei Großereignissen in der Vergangenheit schon mal einen Strich durch die Rechnung gemacht haben.
Mit ein wenig Glück und zwei erstklassigen Tagen könnte die Paderbornerin Lilly Schwarzkopf zudem Bronze im Siebenkampf erringen.
Was von der Damen-Riege sonst noch erwartet werden kann, ist abzuwarten. Wunderdinge sollte keiner erwarten, dafür ist vor allem in den Laufdisziplinen die Konkurrenz zu stark.

Bei den deutschen Männern konzentriert sich vieles, wie schon in den letzten Jahren, auf die Stabhochspringer. Aber ob der mittlerweile 34jährige Tim Lobinger sich endlich den Traum einer WM-Medaille erfüllt, vermag nicht vorhergesehen werden. In jedem Fall wird eine starke deutsche Stabhochsprung-Riege an den Start gehen.
Im Hochsprung ruhen die Hoffnungen auf dem Europacup-Sieger von München, Eike Onnen. Wenn alles gut läuft sind auch Medaillen im Kugelstoßen, Hammerwurf und Diskus in Reichweite, wohingegen es im Laufbereich eher schlechter aussieht. In den Sprintdistanzen holte zuletzt Tobias Unger mit seinen Finalteilnahmen die Kastanien aus dem Feuer, in diesem Jahr kommt der deutsche Rekordhalter über die 200m jedoch nicht so recht in Schwung, so dass er auf einen Einzelstart verzichten musste.

Nun, warten wir es ab, was die nächsten Tage bringen werden. Mit Überraschungen im Stile eines Marathon-Sieges von Ulrike Maisch oder eines Titelgewinns über die 10000m von Jan Fitschen wie noch bei den Europameisterschaften ist zwar kaum zu rechnen, da dafür die internationale Konkurrenz zu stark scheint, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Interessant dürfte auch sein, ob die Chinesen in Hinblick auf Olympia in Peking, neben ihrem 110m Hürden-Star eine ähnlich starke Rolle spielen werden wie bei den Titelkämpfen in Stuttgart Anfang der 90er Jahre.
Es werden in jedem Fall spannende Wettkämpfe werden. Ein kleiner Wehmutstropfen ist jedoch, dass aufgrund der Zeitverschiebung die Wettkämpfe nicht zur, aus deutscher Sicht, besten Zeit stattfinden werden. Aber da muss der Leichtathletik-Fan mit leben. - Es wird sicher gelingen.

Donnerstag, 23. August 2007

Deutschland siegt im Prestige-Duell gegen England

Die deutsche Fussball-Nationalmannschaft hat am gestrigen Mittwoch einmal mehr das gezeigt, was der deutsche Fussball-Fan nur zu gerne sieht: Deutschland besiegt England im Londoner Wembley-Stadion!

Dabei standen die Vorzeichen für die Truppe von Bundestrainer Jogi Löw alles andere als gut: Fast eine komplette 11 fiel verletzungsbedingt aus, darunter Leistungsträger wie Michael Ballack, Thorsten Frings oder Miroslav Klose. So musste daher eine junge, kaum eingespielte deutsche Mannschaft im neuen Wembley-Stadion antreten. - Keine leichte Aufgabe, die man der Elf um Philipp Lahm,Thomas Hitzelsperger und Kevin Kurany zunächst auch ansah. Daher fiel das 1:0 der Engländer in der 9. Spielminute durch Frank Lampard nicht überraschend.
Der Chelsea-Mittefeld-Star brachte seine Elf zwar so in Führung, rüttelte aber gleichzeitig auch die deutsche Mannschaft wach: Nach zunächst einer guten, aber leider nicht von Erfolg gekrönten Chance vom Neu-Madrilenen Christoph Metzelder in der 21. Minute konnte Kevin Kurany bereits wenige Minuten später den Ausgleich erzielen.
Debütant Christian Pander erzielte noch vor der Pause mit einem fulminaten Weitschuss den 2:1 Endstand.

Bei diesem Spiel ging es zwar nur um das Prestige, aber gerade gegen England zählt ein solcher Sieg deutlich mehr als so mancher Sieg in der Qualifikation.
Und es hat sich wieder einmal gezeigt, dass das Wembley-Stadion für die deutsche Fussball-Nationalmannschaft ein gutes Pflaster ist: Die deutsche Mannschaft hat nicht nur das letzte Spiel im alten Wembley-Stadion durch Didi Hamann's 1:0 gewonnen, sondern beschehrten den Engländern auch die erste Niederlage im neuen Wembley!

Dieser Erfolg tut gut auf dem Weg zur Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz!
Bundestrainer Löw dürfte es zudem besonders gefreut haben, dass seine junge Mannschaft sich im Hexenkessel Wembley bewährt und einen 0:1 Rückstand in einen 2:1-Sieg umgewandelt hat. - Das lässt hoffen!

Deutsche Hockey-Damen im EM-Finale

In einem erstklassigen Hockey-Match hat Olympiasieger Deutschland die gastgebenden Engländerinnen bei der EM in Manchester mit 2:1 bezwungen.
Dieses Halbfinale, das von der Qualität her mehr als nur einem Finale gleich kam, hatte alles zu bieten: Spannung, Dramatik, Torraumszenen, Kampf - und ein Happy End aus deutscher Sicht.

Unsere Olympiasiegerinnen lagen zur Halbzeit mit 2:0 in Front, nicht etwa weil sie den Engländerinnen so überlegen waren, sondern vielmehr eher aufgrund ihrer Kaltschnäuzigkeit im richtigen Moment vor dem englischen Tor. Vor allem das 2:0 hätte besser nicht erzielt werden können.
In der zweiten Halbzeit kamen die Gastgeberinnen noch auf 2:1 heran, ehe das Spiel ein an Spannung kaum zu überbietendes Ende fand: Nach Ablauf der regulären Spielzeit hatten die Engländerinnen noch drei kurze Ecken, die allesamt gefährlich waren, aber glücklicherweise nicht im deutschen Tor landeten.

Und so treffen die deutschen Hockey-Damen nun im EM-Finale auf die Niederlande, die das Endspiel über ein 3:0 gegen Spanien erreichen konnten.

Morgen können es die deutschen Hockey-Herren den Damen gleichtun und ebenfalls den Finaleinzug perfekt machen. Auf diesem Weg müssen die Weltmeister allerdings Spanien bezwingen, keine leichte, aber dennoch machbare Aufgabe. Im Finale würde Belgien oder Holland warten..

Sonntag, 19. August 2007

Meister mit Fehlstart, FC Bayern Maß aller Dinge

Nach dem zweiten Spieltag der Fussball-Bundesliga liegt die Mannschaft auf dem Spitzenplatz, die nach Meinung der Meisten auch am Ende der Saison diesen Platz inne haben wird: Der FC Bayern München.
Schon jetzt, am zweiten Spieltag der Saison 2007/ 2008 liegen die Bayern bereits häufiger auf Platz 1 als während der gesamten vorherigen Saison! Nun, die letzte Saison war aus Bayern-Sicht ein Desaster: In der Meisterschaft schon früh keine Rolle mehr gespielt, haben sie sich gar nur für den UEFA-Cup qualifiziert. Da war klar, dass sich der Rekordmeister in der Sommerpause in jedem Fall verstärken wird. Dass es jedoch gelingen sollte mit einer derart mit Stars gespickten Mannschaft in die neue Saison zu starten, hätte kaum jemand für möglich gehalten. Aber so wirbeln nun Ribery, Toni, Klose & Co. über den Rasen, wobei vor allem der 24jährige Franzose durch seine Kabinettstückchen den Fussball-Fan immer wieder zum Zunge schnalzen bringt. Ja, es tut der Liga gut, einen solchen Fussball zu sehen!
Ob nun die Bayern tatsächlich einen Durchmarsch starten werden, bleibt abzuwarten. In jedem Fall sind sie mit zwei Siegen, eindrucksvollen Siegen, wie vor allem der 4:0-Sieg am Samstag im Bremer Weserstadion zeigte, in die Saison gestartet und liegen zu Recht auf Rang 1.

Auf diesem Platz lag zu Ende der letzten Saison der VfB Stuttgart. Der amtierende Meister erwischte jedoch keinen Start nach Maß: Dem Unentschieden am ersten Spieltag gegen den Mitfavoriten Schalke 04 ließen die Schwaben eine 3:1 Niederlage bei Hertha BSC folgen. - Da steht Meistertrainer Armin Veh noch einige Arbeit bevor, worüber auch die Nominierung der VfB-Jungstars Tasci und Kehdira zum Länderspiel am kommenden Mittwoch gegen England nicht hinweg trösten dürfte.
Ein Blick auf die Tabelle zeigt jedoch, dass sich sicher noch einiges während der nächsten Spieltage tun wird: Hinter Meister Stuttgart auf Rang 15 rangiert mit Werder Bremen auf Rang 16 ein weiterer Mitfavorit um den Meistertitel. Und auch die mit viel Vorschusslorbeeren in die Saison gestartete Borussia aus Dortmund hätte wohl kaum jemand nach zwei Spieltagen am Tabellenende gesehen.

Warten wir also ab, was die nächsten Spieltage bringen werden. Spannend dürften nicht nur die nächsten Begegnungen werden, sondern beispielsweise auch die Frage, wie lange Rafael van der Vaart noch beim Hamburger SV spielen wird. Der heftigst vom CF Valencia umworbene holländische Nationalspieler hatte sich am Donnerstag, als er mit Hexenschuss beim Qualifikationsspiel um den UEFA-Cup auf der Tribüne saß, sicher wenig Freunde gemacht. Zu abgekartet und durchschaubar schien dieses Spiel. Dass aber gerade eben dieser Rafael van der Vaart am heutigen Sonntag den entscheidenden Elfmeter zum 1:0-Sieg gegen Leverkusen verwandelte, gehört zu den Geschichten, die eben nur die Bundesliga, der Sport schreiben kann ... - Und auch das macht den Fussball aus!

Jens Voigt gewinnt Deutschland-Tour

Jens Voigt hat in beeindruckender Manier seinen im Vorjahr erstmals errungenen Titel bei der Deutschland-Tour verteidigt und ließ sich am gestrigen Samstag als Gesamtsieger 2007 im Zielort Hannover feiern.
Der Radprofi vom dänischen CSC-Team fuhr in diesem Jahr bei der Deutschland-Tour in einer anderen Liga und ließ während der gesamten Tour keinen Zweifel aufkommen, dass der Sieg nur über ihn gehen kann. Er schien alles zu beherrschen: Den Kampf gegen die Uhr, harte Bergankünfte - Jens Voigt entwickelte in der vergangenen Woche ungeahnte Qualitäten, vor allem am Berg. So hatte ihm kaum jemand eine derart gute Leistung auf der Königsetappe hinauf zum Rettenbachferner in Sölden zugetraut, bei der der gebürtige Mecklenburger den harten Schlussanstieg hinter dem Tagessieger David Lopez Garcia als Zweiter bewältigte. Dieser Triumph war ein ganz wichtiger Grundstein zu seinem Gesamtsieg.
Beim Einzelzeitfahren am Freitag untermauerte er dann mit dem Tagessieg seine Siegambitionen so eindrucksvoll, dass er die gestrige Etappe von Einbeck nach Hannover in Gelb genießen konnte.

Es war aber nicht nur Jens Voigt zu danken, dass die Deutschland-Tour in diesem Jahr fest in deutscher Hand war: Erik Zabel vom Milram-Team, der zudem die Sprintwertung für sich entscheiden konnte, sowie Robert Förster von Gerolsteiner konnten je eine Etappe für sich entscheiden. Sie stehen aber beide im Schatten des neuen Sprintstars von T-Mobile: Der erst 20jährige Gerald Ciolek war bei drei Zielankünften der Schnellste, und auch die Schlussetappe entschied der Jungprofi für sich.

All diese Emotionen und Erfolge taten dem Radsport sicher gut. Auch der Zuschauerzuspruch ließ trotz der Dopingproblematik kaum zu wünschen übrig. Man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben, noch ist die Deutschland-Tour knapp einen Tag Geschichte, aber es war endlich mal wieder eine Rundfahrt, bei der das Thema Doping zwar allgegenwärtig war, bei der aber nicht tatsächliche und mögliche Dopingsünder die Schlagzeilen bestimmten, sondern die eigentlichen Leistungen der Randprofis.
Dass Tour de France-Sieger Alberto Contador nicht am Start war, sowie das Doping-erschütterte, man mag fast schon denken dopingverseuchte, Astana-Team eine Rennpause eingelegt und möglicherweise nicht mehr in den Rennzirkus zurückkehren wird, tat der Deutschland-Tour sicher gut.
Jedoch bleiben leider auch bei dieser Deutschland-Tour Zweifel zurück: Wie kann ein Jens Voigt, der bislang nicht gerade als Kletterkünstler galt, am Rettenbachferner eine derart starke Vorstellung abliefern? Ist dieses mit legalen Mitteln erbracht, hat ihm wirklich nur das Gelbe Trikot zusätzliche Flügel verliehen? - Fragen, die kommen müssen, mit denen auch Voigt leben muss. Hoffen wir, dass seine Leistung wirklich so sauber erbracht ist, wie er immer behauptet. Aber sein wir ehrlich: Ganz sicher kann man leider nicht sein.

Sonntag, 12. August 2007

Deutsche Kanuten bei WM erfolgreich

Die deutschen Kanuten haben bei der Heim-WM in Duisburg eine glänzende Generalprobe für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Peking abgeliefert: 9 Gold-, 6 Silber- und 3 Bronzemedaillen standen am Ende als Ausbeute zu Buche. Nur knapp wurde damit der Titelrekord von der WM 2005, bei der ein WM-Sieg mehr errungen werden konnte, verfehlt, was aber sicher zu keinem Wehmutstropfen führen dürfte.
Zudem konnte sich die DKV-Flotte bereits jetzt 11 von 12 möglichen Olympiatickets sichern, und auch das 12. Ticket ist noch in Reichweite.
Die deutschen Paddler wurden an diesem Wochenende in Duisburg von begeisternden Zuschauermassen regelrecht in's Ziel getrieben. Mehr als 20'000 Zuschauer an den beiden Finaltagen haben die WM 2007 in Duisburg zu einem großen Spektakel werden lassen, das sich die deutschen Kanuten auch wahrlich verdient haben.

An dieser Stelle sollen stellvertretend für die Leistungen der DKV-Flotte die beiden WM-Titel im Kajak-Zweier über die 200m und 500m Distanz von Fanny Fischer und Carolin Reinhardt sowie der Triumph im 2er Kajak von Tim Wieskötter und Ronald Rauhe genannt sein.
Wieskötter/ Rauhe haben mit diesem Titel damit ihre Erfolgsbilanz bei Titelkämpfen seit 2000 erfolgreich und eindrucksvoll fortsetzen können.
Und Fanny Fischer dürfte mit diesen zwei WM-Siegen wohl endgültig aus dem großen Schatten ihrer Tante und erfolgreichsten Kanutin, Birgit Fischer, getreten sein. - Birgit Fischer wird es sicher freuen.

Andreas Dittmer, dreifacher Olympiasieger im Canadier 1er, errang bei seiner letzten WM zwar keinen Titel, konnte aber mit seinem heutigen zweiten Platz über die 500m Distanz seiner beeindruckende Medaillensammlung eine weitere Silbermedaille hinzufügen. Dittmer, mit 35 Jahren einer der dienstältesten Kanuten, peilt bei den Olympischen Spielen in Peking seinen vierten Olympiasieg an, der durchaus im Bereich des Möglichen liegt, wenngleich diese Saison nicht ganz nach seiner Vorstellung gelaufen ist. Aber die heutige Silbermedaille dürfte den derzeit wohl berühmtesten deutschen Canadier-Fahrer ein wenig versöhnt mit der Saison 2007 haben.