Aber nicht nur die sportliche Leistung verspricht Spannung. Leider muss gesagt werden, dass man auch anbetracht der anhaltenden Dopingdiskussionen, die sich bislang größtenteils auf den Radsport konzentrierten, den Titelkämpfen in Japan gespannt entgegen blickt. Gerade in der Leichtathletik kam es in der Vergangenheit immer wieder auch zu prominenten Dopingfällen, die auch an so manch scheinbar sauber erbrachten Leistung Zweifel aufkommen ließen. - Aber hoffen wir auf saubere Titelkämpfe in Osaka!
Was erwartet den Leichtathletik-Fan bei der WM aus deutscher Sicht? - Auch trotz der Dopingdiskussionen ist es immer noch so, dass die Leistung einer Mannschaft hauptsächlich in Medaillen gemessen wird. Und diese Medaillen-Ausbeute fiel bei der letzten WM 2005 in Helsinki mit 5 x Edelmetall äußerst mager aus. Da bringt die letztjährige EM in Göteborg mit insgesamt 10 Medaillen eher Anlass zu Hoffnung.
Aber was ist tatsächlich von der deutschen Mannschaft zu erwarten? Mit wem könnte man auf dem Treppchen rechnen?
Da sind traditionell die Werfer und Stosser zu nennen, die vor allem in den vergangenen mageren Jahren bei WM und Olympia immer wieder für kleine Highlights gesorgt haben.
Als besonders heißes Eisen gilt Speerwurf-Europarekordlerin Christina Obergföll, die in dieser Saison die Konkurrenz nach Belieben zu kontrollieren scheint. Ihr zur Seite tritt Europameisterin Steffi Nerius an, die auch bei einer WM immer für eine Medaille gut ist.
Dauerbrennerin Franka Dietsch im Diskus gilt ebenso wie Petra Lammert im Kugelstoßen als heiße Medaillenanwärterin. Auch Betty Heidler im Hammerwurf wäre der Sprung auf's Podium durchaus zuzutrauen, wenn sie denn dann ihre Nerven im Griff hat, die ihr bei Großereignissen in der Vergangenheit schon mal einen Strich durch die Rechnung gemacht haben.
Mit ein wenig Glück und zwei erstklassigen Tagen könnte die Paderbornerin Lilly Schwarzkopf zudem Bronze im Siebenkampf erringen.
Was von der Damen-Riege sonst noch erwartet werden kann, ist abzuwarten. Wunderdinge sollte keiner erwarten, dafür ist vor allem in den Laufdisziplinen die Konkurrenz zu stark.
Bei den deutschen Männern konzentriert sich vieles, wie schon in den letzten Jahren, auf die Stabhochspringer. Aber ob der mittlerweile 34jährige Tim Lobinger sich endlich den Traum einer WM-Medaille erfüllt, vermag nicht vorhergesehen werden. In jedem Fall wird eine starke deutsche Stabhochsprung-Riege an den Start gehen.
Im Hochsprung ruhen die Hoffnungen auf dem Europacup-Sieger von München, Eike Onnen. Wenn alles gut läuft sind auch Medaillen im Kugelstoßen, Hammerwurf und Diskus in Reichweite, wohingegen es im Laufbereich eher schlechter aussieht. In den Sprintdistanzen holte zuletzt Tobias Unger mit seinen Finalteilnahmen die Kastanien aus dem Feuer, in diesem Jahr kommt der deutsche Rekordhalter über die 200m jedoch nicht so recht in Schwung, so dass er auf einen Einzelstart verzichten musste.
Nun, warten wir es ab, was die nächsten Tage bringen werden. Mit Überraschungen im Stile eines Marathon-Sieges von Ulrike Maisch oder eines Titelgewinns über die 10000m von Jan Fitschen wie noch bei den Europameisterschaften ist zwar kaum zu rechnen, da dafür die internationale Konkurrenz zu stark scheint, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Interessant dürfte auch sein, ob die Chinesen in Hinblick auf Olympia in Peking, neben ihrem 110m Hürden-Star eine ähnlich starke Rolle spielen werden wie bei den Titelkämpfen in Stuttgart Anfang der 90er Jahre.
Es werden in jedem Fall spannende Wettkämpfe werden. Ein kleiner Wehmutstropfen ist jedoch, dass aufgrund der Zeitverschiebung die Wettkämpfe nicht zur, aus deutscher Sicht, besten Zeit stattfinden werden. Aber da muss der Leichtathletik-Fan mit leben. - Es wird sicher gelingen.
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