Sonntag, 26. August 2007

Erste DLV-Medaille durch Nadine Kleinert

Nadine Kleinert hat im Kugelstoßen die erste WM-Medaille für den DLV geholt und landete mit 19.77 m auf den Bronze-Rang. Damit war die Magdeburgerin zum Punkt X top in Form, zwischenzeitlich hatte sie mit ihrer neuen Saisonbestleistung sogar an Silber geschnuppert.
Der Kampf um Gold und Silber war im Kugelstoßwettbewerb dabei spannend wie selten: Die bis zum letzten Durchgang auf Rang 2 liegende Neuseeländerin Valerie Vili konnte im sechsten und alles entscheidenden Durchgang auf 20.54m stoßen und entriss der bis dahin in Front liegenden Nadzeya Ostapchuk die Führung. Aber die Weissrussin steckte nicht auf und setzte mit einem Stoß ebenfalls weit über die 20m nach, aber ihre Weite von 20.48m reichte schlussendlich doch nur zu Silber.
Petra Lammert aus Neubrandenburg, die ebenfalls mit Medaillen-Ambitionen an den Start gegangen war, kam mit 19.33m bei ihrem ersten WM-Endkampf auf den 5. Platz. Die gebürtige Schwäbin zeigte sich zwar ein wenig enttäuscht von ihrer Leistung, aber sie sollte nicht zu sehr verzagen - schließlich gehört ihr die Zukunft - da sind sich die Experten einig.

Für ein weiteres Highlight an diesem zweiten Wettkampftag sorgten die Siebenkämpferinnen um Carolina Klüft.
Zwischen der Schwedin und der bis dahin Weltjahresbesten, Ljudmilla Blonska, entwickelte sich ein nicht ganz zu erwartender spannender Zweikampf, den die Titelverteidigerin Klüft erst im Speerwurf, der vorletzten Disziplin, zu ihren Gunsten entscheiden konnte. Nach Abschluss der 800m stand fest: Gold mit Europarekord (7032 Punkte) für die Olympiasiegerin und WM-Titelverteidigerin Carolina Klüft! Ein großer Sieg für die Schwedin, die seit ihrem kometenhaften Aufstieg vor 5 Jahren dem 19-Jahre alten Europarekord (7007 Punkte) von Larissa Turtschinskaja hinterher lief, ihn aber nun auch endlich knacken konnte.
Silber ging an Bloska, Bronze holte sich die Britin Kelly Sotherton.

Auch aus deutscher Sicht verlief der Siebenkampf erfreulich: Die EM-Dritte Lilli Schwarzkopf aus Paderborn konnte sich nach einem eher schwächeren ersten Tag bis auf Rang 5 nach vorne kämpfen und dürfte ob ihrer 6439 Punkte durchaus zufrieden sein.
Jennifer Oeser wurde Siebte, Sonja Kesselschläger kam nach überstandener Verletzungspause auf den 13. Rang.

Für das Highlight schlechthin an diesem Sonntag in Osaka sorgten aber zweifelslos die 100m der Männer. - Wer wird schnellster Mann der Welt?
Um diesen mehr als nur prestigeträchtigen Titel sollten sich vor allem der Weltjahresbeste Tyson Gay aus den USA sowie der jamaikanische Weltrekordler Asafa Powell streiten. Beide Favoriten waren sich in der bisherigen Saison bewusst aus dem Weg gegangen, so dass es beim Finale von Osaka, das beide problemlos erreichten, zum ersten Aufeinandertreffen in diesem Jahr kam.
Im Finale nun kam Weltrekordler Powell überraschend schlecht in Schwung, und Tyson Gay konnte nahezu unbedrängt seinem ersten WM-Titel entgegenlaufen. In 9.85 sec siegte der US-Boy vor - nein, nicht vor Asafa Powell, sondern vor Derrick Atkins von den Bahamas. Powell wurde in 9.96 sec lediglich Dritter. - Ein Ausgang, den so kaum jemand vorgesagt haben dürfte.

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