Der 22jährige Berliner holte sich trotz guter Leistung in der Qualifikation letztendlich doch ein wenig überraschend Silber! Mit 66.68m verwies er den Holländer Rutger Smith, der noch beim Kugelstoßen auf dem undankbaren vierten Platz gelandet war, auf Rang drei. Gold aber ging deutlich, mit mehr als zwei Meter Vorsprung, an den Esten Gerd Kanter.
Damit ging der große Favorit, Virgilijus Alekna aus Litauen, der seit 2005 bei Großereignissen ungeschlagen war, überraschend leer aus. Er kam lediglich auf eine für ihn indiskutable Weite von 65.24m und musste sich mit Rang Vier begnügen.
Im deutschen Lager hingegen war die Freude groß, da mit dieser Silber-Medaille im Vorfeld nicht unbedingt zu rechnen war.
Eine gute Leistung zeigte auch Bianca Kappler im Weitsprung. Nach der drittbesten Weite in der Qualifikation reichte es zwar im Endkampf "nur" zu Rang 5, aber sie zeigte mit ihren 6.81m, dass sie nun endlich in der Weltspitze angelangt ist. Mit etwas Glück hätte es auch zu Bronze gereicht, aber für Kappler war dieser Weitsprungwettbewerb dennoch ein Erfolg auf der ganzen Linie. Endlich hat der DLV wieder eine Athletin, die beim Weitsprung vorne mitmischen kann, was seit dem Abgang von Heike Drechsler schmerzlich vermisst wurde.
Die Medaillen machten die Russinen um Weltmeisterin Tatjana Lebedewa, die als einzige mit 7.03m die 7m-Grenze knackte, unter sich aus.
Ebenfalls einen Dreifach-Erfolg gab es für die Kenianer auf ihre Paradestrecke, den 3000m Hindernis.
Einen Favoriten-Sieg gab es wie erwartet beim Stabhochspringen der Frauen: Titelverteidigerin und Weltrekordlerin Jelena Isinbajewa wurde mit übersprungenen 4.80m Weltmeisterin. An der neuen Weltrekordhöhe von 5.02m scheiterte sie jedoch dreimal. Damit konnte sie ihren absoluten Triumph von Helsinki von vor zwei Jahre, als sie mit neuem Weltrekord von 5.01m Weltmeisterin wurde, nicht ganz wiederholen, aber kaum jemand zweifelt daran, dass Isinbajewa weitere Weltrekorde springen wird.
Die deutschen Stabhochspringerinnen spielten im Endkampf leider keine entscheidende Rolle. Von den drei gestarteten deutschen Stabhochspringerinnen trat im Finale leider nur Silke Spiegelburg an, nachdem Julia Hütter und Caroline Hingst in der Qualifikation gescheitert waren. Der Auftritt der Schwester von Roland Spiegelburg, seines Zeichens ebenfalls Stabhochspringer, im Finale war leider nur von kurzer Dauer: Sie riss die Anfangshöhe von 4.35m gleich dreimal und musste sich die Entscheidung mit Tränen in den Augen von außen anschauen.
An morgigen fünften Wettkampftag darf aus deutscher Sicht auf Medaillen gehofft werden: Franka Dietzsch tritt beim Diskuswerfen nicht nur als Titelverteidigerin, sondern auch als große Favoritin an. Die 38jährige hat morgen die Chance zum dritten Mal WM-Gold zu holen. - Drücken wir ihr die Daumen!
Beim Hochsprung der Herren geht mit Europacup-Sieger Eike Onnen ebenfalls ein Athlet ins Finale, für den eine vordere Platzierung, wenn nicht gar eine Medaille, durchaus im Bereich des Möglichen liegt.
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