Sonntag, 17. Juni 2007

Deutsches Tennis auf dem Vormarsch?!

In diesen Tagen mag man sich fragen, ob die Durststrecke und Leidenszeit des deutschen Tennis, während der die Erfolge deutscher Tennisspieler äusserst sparsam gesät waren, bald der Vergangenheit angehören.
Dabei ist es nicht ein Tommi Haas oder ein Nicolas Kiefer, der in der letzten Zeit hat aufhorchen lässt. Nein, es ist vor allem dem 23jährigen Philipp Kohlschreiber zuzuschreiben, dass das deutsche Tennis in den letzten Wochen vermehrt positive Schlagzeilen schreiben konnte.
Zugegebener Massen rangiert Tommi Haas deutlich vor Philipp Kohlschreiber in der aktuellen Tennisweltrangliste, aber im Grunde wartet die Tenniswelt doch schon seit Jahren darauf, dass Hass endlich einmal die Erfolge erzielt, die man aufgrund seines Talents erhoffen durfte. Immer wieder heisst es, er sein reif für einen Grand Slam-Sieg, aber geht es dann nach Melbourne, Wimbledon & Co setzen andere Spieler die Akzente. Verletzungen haben ihn, wie auch Nicolas Kiefer, zwar immer wieder zurückgeworfen, aber dennoch fehlt die Konstanz und häufig auch der Esprit, das Feuer, die Tenniswelt länger als nur für ein paar Matches zu fesseln und zu überzeugen.

Anders Philipp Kohlschreiber: Er spielt überzeugend, er spielt begeisternd, und er hat auf seine Art etwas frisch-freches an sich, auf dass man in Deutschland gewartet hat. Hoffen wir, dass sein Aufstieg, der in erster Linie in seinem überzeugenden Daviscup-Auftrittt gegen Belgien seinen Anfang nahm, und in seinem Turniersieg von München vor wenigen Wochen seinen vorläufigen Höhepunkt fand, weiter geht.
Seine Halbfinalniederlage bei den Gerry-Weber Open von Halle
gegen Marcos Bagdhatis aus Zypern sollte in diesem Zusammenhang nicht zu negativ bewertet werden. Sicher war nach seinem eindrucksvollen Sieg gegen James Blake mehr zu erwarten, aber auch ein junger Mann wie Kohlschreiber kann nicht ein exzellentes Match nach dem anderen abliefern. Dazu fehlt ihm noch ein wenig die Erfahrung, in der absoluten Weltspitze mitzuspielen.
Aber sein Auftritt in Halle hat gezeigt, dass auch auf Rasen mit ihm zu rechnen ist. Daher darf in Hinblick auf Wimbledon auch auf ein weiteres Ausrufezeichen gehofft werden.

Die Musik spielen im internationalen Tenniszirkus aber andere: Der Schweizer Roger Federer wird nach seinem erneut gescheiterten Versuch, mit den French Open auch das letzte Grand Slam-Turnier für sich zu entscheiden, ganz sicher alles daran setzen, seinen Titel in Wimbledon zu verteidigen, um sich erneut in die Siegerlisten eintragen zu können.
Dass die Finalniederlage von Paris gegen die Nummer 2 der Welt, Rafael Nadal, nicht so einfach zu den Akten zu legen war, zeigte Federer mit seiner Absage von Halle, wo er sich in den letzten Jahren regelmässig auf Wimbledon vorbereitet hatte, erfolgreich vorbereitet hatte, wie seine Siege im westfälischen Tennismekka in den vergangenen Jahren gezeigt haben.
Nun, dennoch können wir davon ausgehen, dass die Nummer 1 der Welt top-fit in Wimbledon an den Start gehen und alles daran setzen wird, seinen letztjährigen Triumph, den er durch seinen Finalsieg gegen Nadal perfekt machte, zu wiederholen.

Eben dieser Rafael Nadal hatte im Gegensatz zu Federer in Queens erstmals die Möglichkeit, in diesem Turnier in das Halbfinale einzuziehen, was ihm aber durch seine Niederlage gegen den Franzosen Nicolas Mahut misslang.
Aber der aus Mallorca stammende Nadal gilt dennoch als einer der großen Favoriten auf dem grünen Rasen von Wimbledon. Davon abgesehen, hat er durch seine Niederlage in Queens nun auch ausreichend Zeit, am heutigen Sonntag den letzten Spieltag der spanischen Primera Divison zu verfolgen. Dort ist sein Heimatclub aus Mallorca letzter Gegner des Titelkandidaten Real Madrid. Ein Match, dass sich Nadal jetzt nun sicher nicht entgehen lassen wird.

Keine Kommentare: