Sonntag, 17. Juni 2007

Astana Team der Stunde, Basso für zwei Jahre gesperrt

Die in Kasachstan beheimatete Radsport-Equipe Astana um Alexandre Vinokourov, Andreas Klöden und Paolo Salvodelli hat mit ihrem eindrucksvollen Auftreten beim Dauphiné Liberé ihre derzeitige Vormachtstellung im Radsport und Favoritenrolle für die Tour de France unterstrichen.

Am Mittwoch schlüpfte der Kasache Alexandre Vinokourov durch seinen Sieg im Zeitfahren ins Leader-Trikot, das er jedoch einen Tag später durch einen Einbruch am "Berg der Berge", dem Mont Ventoux, hat wieder ausziehen müssen. Er wurde von seinem Teamkollegen Andreij Kashechkin als Gesamtführender abgelöst. Kashechkin, der am Mont Ventoux den Sieg von Christoph Moreau aus Frankreich zwar nicht verhindern konnte, hat durch seine Leistung ein weiteres Ausrufezeichen hinter die Leistung seiner Mannschaft gesetzt. Am Freitag wiederum war Vinokourov zurück und konnte sich zusammen mit seinem spanischen Teamkollegen Toni Colom von Rest des Feldes absetzen. Letzterer konnte so einen weiteren Tagessieg für die kasachische Mannschaft erringen.
Astana verfügt momentan über eine so große Breite an Spitzenfahrern, die es den übrigen Teams schwer machen dürften, Vinokourov & Co den Tour-Sieg streitig zu machen. Trotz aller großen Namen und Erfolge seiner Teamkollegen, gilt Alexandre Vinokourov als alleiniger Kapitän der Equipe, der das vor der Saison neu gegründete Team zum ersten Tour-Sieg führen soll.

Leider fährt aber auch bei den Erfolgen des Astana-Teams
der Zweifel und Verdacht mit: Sind alle Fahrer sauber? Ist kein Doping im Spiel?
Vinokourov und Klöden fuhren beide lange Jahre im Team Telekom bzw. beim Team T-Mobile, wo auch Paolo Salvodelli zwischenzeitlich unter Vertrag stand. Die Machenschaften, die im Team Telekom herrschten, sind hinlänglich bekannt, so dass es unwahrscheinlich erscheint, dass diese Fahrer nicht auch in die Dopingpraktiken verstrickt waren. Aber da keine Geständnisse vorliegen und die Fahrer sich von den Aussagen ihrer ehemaligen Teamkollegen distanzieren, bleibt es bei Vermutungen.
Eine weitere Tatsache lässt an dem sauberen Sport Zweifel aufkommen: Das Astana-Team ist das Nachfolge-Team der spanischen Liberty Seguros-Equippe, die nicht nur durch ihren Manager Manolo Saiz stark in die Dopingaffäre um den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes verwickelt waren. Saiz, so heisst es, soll einen engen Kontakt zu Fuentes gepflegt haben.

Aber solange nichts bewiesen ist, sollte man den Fahrern der Astana-Mannschaft fairerweise nichts anhängen, aber zumindest Spekulationen und Vermutungen müssen in diesen Tagen erlaubt sein. - Zu tief ist der Radsport gesunken, zu viele Radsportler sind direkt oder indirekt in Dopingpraktiken verstrickt.
Mit Ivan Basso wurde nun der erste Radsportler, von dem Blutbeutel bei Fuentes sichergestellt worden sind, verurteilt: Er wurde für zwei Jahre gesperrt. Damit wurde die für Ersttäter übliche Strafe verhängt. Eine Abminderung der zwei Jahre auf 21 Monate, wie von seiner Verteidigung gefordert, gab es nicht. Basso selbst zeigt sich in diesen Tagen geständig und erkennt das Urteil an. In Berufung wird er nicht gehen. Da er bereits seit Oktober nicht mehr am aktiven Renngeschehen teilgenommen hat, ist die zwei Jahre währende Sperre bereits im Oktober 2008 um. Basso gibt als Ziel an, nach Ablauf der Sperre wieder angreifen zu wollen, ein Leben ohne Radsport könne er sich nicht vorstellen.

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