Für den Europacup hat der DLV hohe Ziele gesteckt: Platz 1 bis 2 bei den Herren, die Damen liebäugeln mit Platz 2. Der 1. Platz in der Damenkonkurrenz gilt fast schon sicher in russischer Hand, da die Russinnen in den vergangenen Jahren in Serie triumphieren konnten.
International spielt die deutsche Leichtathletik leider schon seit Jahren nicht mehr die ganz große Geige. Der Tiefpunkt wurde zweifelslos bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen mit nur zwei Medaillen erreicht.
Bei den Europameisterschaften im vergangenen Jahr in Göteborg sah es mit insgesamt 10 Medaillen schon wieder deutlich besser aus, aber es bleibt abzuwarten, ob sich diese positive Entwicklung auch bei der WM fortsetzen wird.
Wie schon in der Vergangenheit glänzen die deutschen Athleten vor allem in den Wurf-Disziplinen. So führen Diskuswerferin Franka Dietsch, Christina Obergföll im Speerwurf und Kugelstoßerin Petra Lammert die Weltjahresbestenliste derzeit an.
Franka Dietsch gehört damit mit ihren 39 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen und strebt an, bei ihrer 9. WM ihren Weltmeistertitel von vor zwei Jahren zu verteidigen. Ein erneuter Triumph beim Europcup in München wäre sicher ein guter Fingerzeig für die nahe Zukunft.
Bei den Herren darf man wie schon in den vergangenen Jahren auf die Stabhochspringer hoffen, aber Lobinger & Co. haben schon desöfteren nicht das erhoffte Ergebnis, eine Medaille, erreicht. Aber gerade diese Disziplin ist als eine der wenigen Disziplinen zu sehen, wo die deutsche Leichtathletik über eine große Breite verfügt. Neben Tim Lobinger, dem 34jährigen Dauerbrenner, sind Lars Börgeling, Danny Ecker oder Richard Spiegelburg immer wieder in die Weltspitze hineingesprungen. Nun, in München wird nur ein Springer an den Start gehen und sicher alles daran setzen, den ersten Platz zu erringen, der gleichbedeutend mit dem heißbegehrten WM-Ticket ist.
Ein Ausrufezeichen konnte der Hochspringer Eike Onnen in dieser Saison mit übersprungenen 2.34 m bei einem kleinen Sportfest in Garbsen setzen. Diese Leistung hat hoffnungsfrohe Fragen aufgeworfen: Kann Onnen die große Tradition im Hochspringen fortsetzen? Kann er einem Carlo Tränhardt, einem Dietmar Mögenburg oder auch einem Martin Buss folgen? - Eine Fußverletzung aus dem Jahre 2004 hat ihn die letzten Jahre über zurückgeworfen, aber in dieser Saison scheint er dieses überwunden zu haben, wofür seine Höhen über 2.30m sprechen.
Aber zunächst gilt es für Onnen, wie für die weiteren Starterinnen und Starter des DLV an diesem Wochenende das Optimum zu erreichen. - Sicher wird der Europacup ein wichtiger Fingerzeig für die deutsche Leichathletik sein, ob man sich auf dem richtigen Weg in Richtung Osaka befindet.
Die Normen gelten insgesamt als sehr hoch angesetzt, aber hoffen wir, dass möglichst viele Athleten und Athletinnen diese am Europacup-Wochenende unterbieten werden.
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