Sonntag, 1. April 2007

Finaltag in Melbourne: Silber für Thomas Rupprath

Das erste Finale des Tages wurde vor allem aus deutscher Sicht mit großer Spannung erwartet: War es doch über die Einzelstrecken nach den 200m Freistil erst das zweite Finale mit deutscher Beteiligung, und zwar gleich im Doppelpack: Steffen Driesen, der Zweite der Halbfinalläufe, und unser Weltrekordhalter Thomas Rupprath.
Und es gab die erste so lang ersehnte Medaille für die deutschen Herren bei dieser WM: Silber für Thomas Rupprath in 25.20 Sek!
Neuer Weltmeister wurde in 24.98 Sek Gerhard Zandberg aus Südafrika. Steffen Driesen kam 6/100 hinter dem Drittplatzierten, dem Briten Liam Tancock, auf dem unglücklichen 4. Rang ein. - Ein Platz, der im Allgemeinen ob der verpassten Medaille eher traurig stimmt, nicht aber so für den langen Driesen: Natürlich hätte er gerne zusammen mit Rupprath auf dem Podest gestanden, aber für ihn persönlich ist auch dieser vierte Platz ein großer Erfolg!

Die 50m Brust der Damen wurden ebenfalls mit deutscher Beteiligung ausgeschwommen: Janne Schäfer hatte als Halbfinal-Vierte souverän dieses Finale erreicht.
Im Vorfeld stellte sich die große Frage: Gewinnt die Australierin Liesel Jones als erste Frau bei einer WM über alle drei Bruststrecken? - Nein, es sollte anders kommen: Die US-Amerikanerin Jessica Hardy wurde in 30.63 Sek neue Weltmeisterin! Leisel Jones wurde in 30.70 Sek Zweite und verpasste diesen neuen Rekord um nur 7/100 Sek. Janne Schäfer wurde in 31.35 Sek Fünfte und lag damit 3/10 Sek hinter der drittplatzierten US-Amerikanerin Tara Kirk.
Nach einem verhaltenen Start waren die 50m für Janne Schäfer ein wenig zu kurz, auf die anderen Schwimmerinnen noch aufzuschwimmen. Nun denn, Platz 5 ist aller Ehre werte, wenngleich von den Zeiten her auch eine Medaille möglich gewesen wäre...

Über die 400m Lagen wollte US-Star Michael Phelps Geschichte schreiben, und als erster Athlet bei einer WM sieben Mal Gold gewinnen. Angepeilt waren ursprüngich 8 Weltmeistertitel, dieses war jedoch nicht mehr möglich, da die 4x100m Lagen-Staffel der USA aufgrund eines Wechselfehlers im Vorlauf, der ohne Phelps stattfand, disqualifiziert wurde. Aber über die 400m Lagen qualifizierte er sich souverän als Schnellster für den Endlauf.
Es wurde eine Demonstration von Michael Phelps Stärke. Vom Start weg bestimmte der US-Superstar das Rennen. Landsmann Ryan Lochte kam über Rücken zwar wieder heran und lag zu Beginn der Bruststrecke leicht in Front, aber über diese schwierigste Lage, die Brustdistanz, brachte Phelps die Entscheidung. In sensationellen 4:06.22 Minuten schlug er an - Weltrekord! - Über zwei Sekunden unter der alten Bestmarke.. - wiederum eine Welt im Schwimmsport....
Silber ging an den 200m Rücken Weltmeister Lochte in 4:09,74 Minuten vor Luca Marin aus Italien, der 14/100 Sek später anschlug. Titelverteidiger Lazlo Czeh aus Ungarn wurde Fünfter.
Die 400m Lagen der Frauen gewann Titelverteidigerin Katie Hoff aus den USA, die den Weltrekord der Ukrainerin Jana Klotschkowa in 4:32.89 Minuten um 7/10 Sek unterbieten konnte.

Über die 50m Freistil gewann Publikumsliebling Lisbeth Lenton in 24.53 Sek. Die100m Freistil-Weltmeisterin siegte vor der Schwedin Therese Alshammer und Marleen Veldhuis aus den Niederlanden. Auf Rang 4 schlug die Berlinerin Britta Steffen in 24.79 Sek an, nur 9/100 Sek fehlten zu Bronze...
Wäre das Rennen noch ein paar Meter länger gewesen, hätte sie die Holländerin sicher noch gepackt, aber so ist es der vierte Platz geworden. Die 100m Freistil Weltrekordlerin ist dennoch mit diesem Ergebnis sehr zufrieden, mit einer Medaille über die 50m Freistil hatte sie selbst in ihren kühnsten Träumen nicht gerechnet.
Damit gehen diese Weltmeisterschaften mit einer Silber und einer Bronze Medaille zuende. Es ist zwar nicht Gold geworden, aber sie kann dennoch mit diesen Weltmeisterschaften zufrieden sein. - Und Gold hat sie sich für Peking aufgespart...

Über die 1500m Freistil der Herren stellte sich im Vorfeld die große Frage: Was macht der Weltrekordler Grant Hacket, für den diese Weltmeisterschaften bislang so enttäuschend verlaufen sind? Viermal in Folge gewann Hacket über die 1500m Freistil bei einer WM, diese Serie riss am heutigen Tag...
Mateusz Sawrymowitsch aus Polen gewann in der neuen Europarekordzeit von 14:45.94 Minuten vor dem Russen Juri Prilukov. Für Grant Hacket blieb leider nur der siebte Platz. immerhin blieb er in 14:59.59 Minuten noch einmal unterhalb der 15 Minuten-Grenze.

Das letzte Finale dieser WM, die 4x100m Lagen der Herren, fand überraschend ohne den Titelverteidiger USA statt, der nach dem Vorlauf aufgrund eines Wechselfehlers von Ian Crocker disqualifizierte wurde. Leider war auch keine deutsche Staffel vertreten, die als Vorlauf-15. gescheitert war.
Neuer Weltmeister wurde in einem spannenden Staffelrennen mit wechselnden Führungspositionen die australische Staffel vor den Überraschungs-Zweiten aus Japan und den Russen.

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