Sicher die 7 Weltmeistertitel des Michael Phelps aus den USA, womit er den Titel-Rekord von Mark Spitz bei den Olympischen Spielen von München 1972 einstellte. Ein 8. Weltmeistertitel blieb ihm verwehrt, da die 4x100m Lagen-Staffel der USA erstmalig den Vorlauf aufgrund eines Wechselfehlers nicht überstand.
Ganz sicher wird auch Phelps Dominanz im Becken in Erinnerung bleiben, vor allem seine mehr als nur deutlich herausgeschwommenen Weltrekorde über 200m Schmetterling und 400m Lagen.
Aus deutscher Sicht sind vor allem Annika Lurz über 200m Freistil und Britta Steffen über 100m Freistil hervorzuheben. Nach mehr Schatten als Licht während der ersten Tage mit dem negativen Höhepunkten des vierten Platzes der favorisierten 4x100m Freistil-Staffel der Damen war der Gewinn der Silbermedaille durch Annika Lurz über die 200m Freistil eine Erlösung! Sie unterbot ebenso wie die Weltmeisterin Laure Manaudou aus Frankreich die alte Weltrekordmarke von Franziska van Almsick. Eine herausragende Leistung von Lurz! - Leider reichte es nicht zu Gold. Ein kleines Trostpflaster dürfte für die Würzburgerin gewesen sein, dass sie Manaudou in der 4x200m Freistil-Staffel im direkten Vergleich deutlich besiegen konnte und der Staffel Silber brachte!
Es sollte nur noch eine weitere Medaille für die deutschen Damen geben: Bronze für Britta Steffen über die 100m Freistil. Die als Weltrekordlerin an den Start gegangene Berlinerin wurde hinter der Australierin Lisbeth Lenton und Marleen Veldhuis aus den Niederlanden Dritte. Über die 50m Freistil schwamm Steffen mit Platz 4 nur knapp am Podest vorbei, und kann damit auf eine durchaus erfolgreiche WM zurückblicken.
Ansonsten gab es viele Enttäuschungen im deutschen Lager: Die sonst konstant gute Antje Buschschulte konnte ihr Leistungsvermögen nicht annähernd abrufen. In den Halbfinalläufen war regemäßig Schluss. Vor allem über ihre Spezialstrecke, die 100m Rücken, war dieses extrem bitter. Aber auch die mit dem 50m Rücken Weltrekord angereiste Janine Pietsch enttäuschte.
Insgesamt waren erschreckend wenig deutsche Farben in den Finalläufen vertreten, die Endlaufteilnahmen von Janne Schäfer über 50m Brust, von Birte Steven über 200m Brust und von Paul Biedermann über die 200m Feistil einmal ausgenommen.
Da wären wir nun auch bei dem nächsten Kapitel, das, hätte es nicht zum Abschluss die Silbermedaille von Thomas Rupprath über die 50m Schmetterling gegeben, ganz bitter ausgegangen wäre: Das Abschneiden der deutschen Herren.
Helge Meeuw, mehrfach medaillen-dekoriert bei der EM in Budapest, stand völlig neben sich. Mark Warnecke hatte mit seinem Vorlauf-Aus über die 50m Brust einen undankbaren Abgang von der großen Schwimmer-Bühne, Thomas Rupprath entäuschte während der ersten Tage und suchte ein wenig fadenscheinig klingende Erklärungen in den vom DSV aufgezwungenen Aidas-Anzügen, die Staffeln waren eine weitere große Enttäuschung, ... .
Ja, auf dem Weg nach Peking muss einiges getan weren, um die deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer wieder weiter nach vorne zu bringen. Es sollte doch möglich sein, die Vorbereitung derart zu bestreiten, dass zum Punkt X das optimale Leistunngsvermögen abgerufen werden kann. - Andere Nationen schaffen es doch schließlich auch.
Hoffen wir daher auf ein besseres Abschneiden in Peking!
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