Beim heutigen Neujahrsspringen von der Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen siegte der Top-Favorit auf den Tournee-Gesamtsieg, Peter Prevc, vor Kenneth Gangnes aus Norwegen und Severin Freund.
Mit diesem dritten Platz hat sich Deutschlands Vorzeigespringer alle Chancen auf den Gesamtsieg bewahrt, was ihn - und ganz Skisprung-Deutschland - sehr erleichtern dürfte, denn die Olympiaschanze gehört wahrlich nicht zu seinen Lieblingsschanzen. Zu oft konnte er bei der Tournee spätestens hier alle Hoffnungen auf einen vorderen Rang in der Gesamtwertung begraben.
So war die Freude über den ersten Podestplatz beim Neujahrsspringen groß.
Vor allem durch seinen fast perfekt anmutenden 2. Sprung hat sich Peter Prevc auch in der Gesamtwertung an dem Weltmeister vorbei geschoben: Aus 7.3 Punkten Rückstand machte er einen Vorsprung von 8.6 Punkten.
Auch wenn der Slowene nun als Führende in die zweite Tourneehälfte geht, ist die Sache für ihn noch nicht durch. Er ist zwar in einer herausragenden Form, aber die kommenden Schanzen am Bergisel und in Bischofshofen liegen auch Freund durchaus, so dass Prevc, der mit seinem heutigen Sieg seinen insgesamt 10. Weltcupsieg feiern durfte, seinerseits weiterhin exzellente Sprünge abliefern muss, um vorne zu bleiben.
Aus deutscher Sicht ist selbstverständlich zu hoffen, dass Freund zurückkommen wird, um endlich einmal wieder für einen deutschen Gesamtsieg zu sorgen.
Wie es weitergeht, vermag man nicht vorherzusehen: Die Tournee ist spannend wie lange nicht. Prevc oder Freund - wer wird das Rennen machen?!
Denn die Experten sind sich überwiegend einig, dass diese beiden Vorzeigespringer den Gesamtsieg unter sich ausmachen werden.
Grundsätzlich würde man auch dem heutigen Dritten, dem Norweger Kenneth Gangnes, zutrauen, noch einmal eingreifen zu können. Da er aber mit 23.9 Punkten Rückstand auf Prevc einiges aufholen müsste und er auch immer noch nicht als komplett Wettkampf-stabil gilt, ist es fraglich, ob er mehr als Gesamtrang 3 erreichen kann.
Aber bei 4 noch ausstehenden Sprüngen kann noch viel passieren. Das gilt auch für Freund und Prevc.
Und vielleicht gibt es ja doch noch eine rot-weiß-rote Überraschung durch Michael Hayböck, der derzeit auf dem 3. Rang der Gesamtwertung liegt. Obwohl der Österreicher vor allem heute einiges an Punkten einbüßte, sollte man ihn noch nicht vollständig abschreiben. Denn man weiß: Vor heimischer Kulisse kann so einiges möglich sein!
Was ist mit den übrigen deutschen Springern?
Richard Freitag untermauerte mit Platz 6 seine gute Form. Mit ihm, dem Vorjahressieger von Innsbruck, sollte vor allem am Bergisel zu rechnen sein!
Andreas Wank auf Platz 11, Andreas Wellinger als 14., Newcomer David Siegel und Stephan Leyhe auf den Rängen 16 und 17 komplettierten das gute Auftreten der deutschen Mannschaft. Bundestrainer Werner Schuster dürfte zufrieden sein.
Vor allem Wellinger ist zwar deutlich mehr zuzutrauen als Gesamtrang 12, aber der 20-jährige ist immer noch dabei die alte Sicherheit wiederzugewinnen, die ihm durch seinen schlimmen Sturz im Vorjahr ein wenig abhanden gekommen ist. Geben wir dem Youngster daher einfach noch ein bisschen mehr Zeit. Er ist noch jung, und wenn er so weiter macht, sollte er in den kommenden Jahren bei der Tournee auch ein gewichtiges Wort mitsprechen können.
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