Peter Prevc darf sich als erst zweiter Slowene Gesamtsieger der Vierschanzentournee nennen. Er tritt absolut verdient die Nachfolge von Primoz Peterka an, der 1997 triumphierte.
Prevc hat dabei auch zum Abschluss in Bischofshofen eine unglaubliche Dominanz auf die Schanze gebracht, die auch ein Severin Freund in herausragender Form nicht toppen konnte.
Flog der Deutsche im 2. Durchgang auf exzellente 141.0 m, die bis dahin Tagesbestweite bedeuteten, überflügelte der Slowene Freund auch hier und segelte 1.5 m weiter hinunter. - Es war eine unglaubliche Flugshow auf der Paul-Ausserleitner-Schanze! Peter Prevc vermochte immer noch "einen drauf zu setzen", so dass man ihm nur neidlos zum Gesamtsieg gratulieren kann.
So hat Prevc auch beinahe den Grand Slam von Sven Hannawald aus dem Jahr 2002 geknackt, da er Platz 3 in Oberstdorf nur noch Siege folgen ließ. Eine klasse Serie! Auch wenn Hannis Rekord bestehen bleibt.
Aber auch der zweite im Gesamtklassement, unser Weltmeister Severin Freund, muss sich nicht verstecken: Viermal, bei jedem Einzelspringen, stand er auf dem Podest! Platz 1, 3, 2 und 2 sind eine Serie, die bei den meisten Tourneen für den Gesamtsieg gereicht hätte, aber es gab heuer aus deutscher Sicht leider einen Peter Prevc, der in diesen Tagen noch besser war als Deutschlands Vorzeigespringer.
Man muss in der Historie weit zurückschauen, um einen Gesamt-Zweiten mit ebenfalls 4 Podestplätzen zu finden: Bei der Tournee 1992/ 1993, die der Österreicher Andreas Goldberger gewann, kam Noriaki Kasai aus Japan, der bei der diesjährigen Tournee 43jährig (!) Siebter im Gesamtklassement wurde, auf einen ersten, einen zweiten und zwei dritte Plätze und kam damit auch nicht an "Goldi" vorbei.
Schaut man nur auf die Platzierungen, war Freund sogar noch besser als damals die lebende Sprunglegende Kasai, genutzt hat es ihm leider nichts: Er muss sich mit Platz 2 begnügen.
Dennoch hat Freund damit seinen Kritikern endlich bewiesen, dass er auch bei der Tournee ganz vorne mitspringen kann.
Und ganz nebenbei hat er dem DSV das beste Abschneiden seit 14 Jahren beschehrt. - Hanni hat seinen Nachfolger gefunden!
Was tat sich in Bischofshofen hinter den beiden Top-Springern?
Durch seinen 3. Platz in Bischofshofen ist der Österreicher Michael Hayböck noch an Kenneth Gangnes aus Norwegen vorbei gesprungen und hat den erfolgsverwöhnten Österreichern so zumindest einen Podestplatz in der Gesamtwertung beschert. Wäre ihm dieses nicht geglückt, wären unsere rot-weiß-roten Nachbarn wahrscheinlich ein wenig im Tal der Tränen versunken, da nicht nur ihre unglaubliche Serie von 7 Gesamtsiegen in Folge gerissen ist, sondern da sie in dem Falle auch keinen Springer auf dem Stockerl gehabt hätten. Das gab es zuletzt 2006, als Andreas Kofler als bester Österreicher gar nur 8. in der Tournee-Gesamtwertung werden konnte.
Die übrigen deutschen Adler blieben in Bischofshofen leider ein wenig hinter den Vorleistungen zurück. Richard Freitag hat zwar vor allem durch seinen 2. Sprung gezeigt, was für Potential in ihm steckt, aber mehr als Platz 11 sprang am Ende nicht heraus. Andreas Wellinger wurde 15. und sein Namensvetter Wank kam einen Rang nach ihm ein.
In der Tournee-Gesamtwertung ordneten sich die drei deutschen Springer auf den Rängen 9, 10 und 12 ein und komplettierten damit das hervorrangende Abschneiden der deutschen Mannschaft!
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