Mittwoch, 23. November 2016

Ende einer Ära: Dagur Sigurdsson tritt ab

Seit 2014 prägt er den deutschen Handball: Der Isländer Dagur Sigurdsson.
Übernommen hat er die deutsche Nationalmannschaft an einem absoluten Tiefpunkt: Nichts war mehr zu erkennen vom einstigen Können des dreifachen Weltmeisters Deutschland. Die Olympischen Spiele von London 2012 und die Europameisterschaften 2014 fanden gar ohne das deutsche Team statt: Eine Schmach, die nur schwer wegzustecken war. Und auch die Qualifikation zur WM 2015 fand nur am grünen Tisch statt, da dem deutschen Team nach der Absage Australiens eine Wildcard zugesprochen wurde.

Viel Hoffnung steckten die DHB-Verantwortlichen daher in die Verpflichtung des Trainers der Füchse Berlin. Und sie wurden nicht enttäuscht: Dagur Sigurdsson baute eine neue Mannschaft auf, setzte auf junge, unverbrauchte Spieler und formte so ein Team, das den Sprung zurück an die Weltspitze in so kurzer Zeit schaffte, wie kaum jemand wagte vorherzusagen. War noch als Fernziel Tokyo 2020 formuliert worden, waren die selbst ernannten Bad Boys bereits im vergangenen Jahr am Ziel ihrer Träume: Europameister zu Beginn des Jahres und Olympiadritter von Rio!
Dass diese Triumphe eindeutig die Handschrift Sigurdsson's trugen, war allen klar. Und es sollte weitergehen, denn das Ziel war und ist der Olympiasieg 2020!
Doch wird Dagur Sigurdsson das DHB-Team leider nicht mehr nach Tokyo begleiten: Er zog gestern seine Ausstiegsoption und gibt seinen Bundestrainerposten im kommenden Jahr auf. Zur Weltmeisterschaft im Januar 2017 wird er die deutsche Sieben ein letztes Mal betreuen, dann muss die Geschicke der deutschen Handball Nationalmannschaft ein Anderer lenken. Sigurdsson wird stattdessen die Nationalmannschaft Japans übernehmen.

Seitdem der Isländer als Spieler in Japan aktiv war, fühlt er sich diesem Land verbunden und konnte dem Reiz, dieses Land bei den Heim-Olympischen Spielen zu betreuen, nicht wiederstehen.
Dieser Wunsch ist verständlich, so ehrlich muss man sein, aber Dagur Sigurdsson wird dem deutschen Handball und vor allem der Nationalmannschaft fehlen.
Wollen wir ihm daher an dieser Stellle noch einmal ein ganz großes Dankeschön dafür aussprechen, dass er den Erfolg und die Freude am Handballspiel zurückgebracht hat!!

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