Es war das wohl schlechteste und einseitigste Handball-WM-Finale, das es jemals gab. Wurden im Vorfeld dieses Finals die Dänen noch, zu diesem Zeitpunkt zu Recht, hochgejubelt für ihren überzeugenden und erfolgreichen Handball, fand diese Mannschaft im Finale einfach nicht statt.
Man konnte nicht mehr machen, als sich ungläubig die Augen reiben: Was war das für ein Spiel?! Gab es überhaupt eine dänische Abwehr?! - Nein, sie fand einfach nicht statt, und auch im Angriff ging alles daneben. Schien es in der 1. Halbzeit bereits eine klare Sache für die Spanier zu werden, nach der die Spanier mit 18:10 und somit "nur" mit einer 8-Tore-Führung in die Pause gingen, wurde das Spiel in der 2. Halbzeit aus dänischer Sicht ein Debakel! Wie bitte ist es möglich, dass die als weltbeste Mannschaft bezeichneten Dänen derart untergehen und keinen einzigen Fuß an den Grund bringen?! Wie bitte kann man ein WM-Finale mit 35:18 abschenken?! Man fasst es nicht!
Zugegebenermaßen haben die Spanier im Finale ihren besten Handball gezeigt. Der Rückraum, der bislang im Turnierverlauf keine überzeugende Leistung geboten hatte, warf plötzlich Tor um Tor. Die Iberer legten zudem eine sehr große Sicherheit an den Tag und versenkten Tor um Tor im dänischen Netz. Aber ist diese Leistung weltmeisterwürdig? Irgendwie, zumindest als Nicht-Spanier, kann man diese Frage nicht eindeutig bejahen. Die spanische Mannschaft hat im Turnierverlauf nicht die Leistung gezeigt, die einen Weltmeister auszeichnen sollte. Gut, sie haben eine hervorragende Abwehr aufgestellt, und im Angriff schnörkellos ihre Tore versenkt, aber einen schönen Handball haben sie nicht geboten. Da wünscht sich der Handballfan doch mehr.
Dennoch muss man Spanien gratulieren. Sie sind im eigenen Land zum zweiten Mal nach 2005 Weltmeister geworden. Und da sie Dänemark im Finale dermaßen vorgeführt haben, haben sie diesen Titel wohl auch verdient.
Aber lassen wir unsere Gedanken mal ein wenig schweifen: War es nicht die deutsche Mannschaft, die den neuen Weltmeister fast am Rande einer Niederlage hatten?! War es nicht das deutsche Team, das vor allem in der 1. Halbzeit domiert hatte und an eine Wiederholung des Wintermärchens von 2007 glauben ließ?! - Ja, so war es tatsächlich. Daher kann man jetzt im Nachhinein der deutschen Mannschaft ein noch viel größeres Lob aussprechen: Sie haben gezeigt, dass sie in der Weltspitze quasi wieder angekommen sind. Das kann man an einem Tag, wie diesem, der eigentlich ein Handball-Fest versprochen hatte, denn nichts anderes darf ein WM-Finale sein, dann doch noch ein wenig trösten.
Aber was die Dänen heute trösten kann, muss wohl noch erfunden werden. Man kann dieser Mannschaft, die eigentlich ein so großes Potentital hat, mit ihren Einzelspielern wie z.B. Top-WM-Scorer Anders Eggert, dem im Finale lediglich 2 Siebenmeter gelangen, und dem Welthandballer des Jahres 2011, Mikel Hansen, der definitiv im Verlauf dieses Turniers nicht einmal seine Leistung richtig abrufen konnte, der aber völlig unverständlich zum MVP gewählt wurde, und die als Mannschaft Handball zelebrieren kann, nur wünschen, dass sie diesen Schock bald überwindet, um dann mit frischem Kopf im nächsten Jahr in ihre Heim-EM gehen kann.
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