Die deutsche Handball Nationalmannschaft muss sich leider vom WM-Turnier verabschieden, darf aber erhobenen Hauptes nach Hause fahren! Dabei hatten die deutschen Handballer den Gastgeber schon fast am Rande einer Niederlage, aber dann reichte es leider doch nicht.
Es war sozusagen eine Duplizität der Ereignisse von 2007, aber leider mit umgedrehtem Vorzeichen: Damals hatte der Gastgeber und spätere Weltmeister Deutschland Spanien im Viertelfinale in einem hochdramatischen Spiel besiegt. Diesmal war es genau umgekehrt. Dabei kam das heutige Spiel nicht ganz an die Klasse des damaligen heran, aber Spannung war dennoch angesagt.
Die erste Halbzeit gehörte noch eindeutig der deutschen Mannschaft: Wieder einmal vollster Einsatz und Siegeswille, vorne effektiv, in der Abwehr sicher, Heinevetter in Bestform, der gefürchtete Kreisläufer Aguinagalde kam kaum zum Zug, die Spanier konnten nur einen ihrer gefürchteten Tempogegenstöße einnetzen. - So stand es zur Halbzeit 14:12 für den Weltmeister von 2007!
Die zweite Hälfte musste aber leider mit doppelter Unterzahl begonnen werden, die die Spanier nutzen und ausgleichen konnten. Im weiteren Verlauf hatten die Deutschen durchaus ihre Chancen, die Spanier waren keineswegs überragend. Aber das Spiel kippte dennoch.
Ob es die beiden vergebenen 100%igen von Rechtsaußen Patrick Grötzki waren, die spielentscheidend waren, sei dahin gestellt. Klar ist, dass in der 2. Halbzeit vorne zu wenig Toren fielen, und die deutsche Abwehr den 100 kg Kollos Aguinagalde nicht mehr im Griff hatte. Auch hatten die Mannen von Martin Heuberger mit zahlreichen Unterzahlsituationen zu kämpfen, die von dem kroatischen Schiedsrichterpaar verhängt wurden. Diese beiden boten alles in allem eine guten Leistung, lediglich in der zweiten Hälfte der 2. Halbzeit kam der Eindruck auf, dass sie hin und wieder durch die spanische Brille blickten.
Das Spiel ging letztendlich mit 24:28 verloren. Eine Niederlage, die den Zahlen nach deutlicher erscheint, als sie tatsächlich war.
Fest steht, dass die deutsche Handballnationalmannschaft wieder eine klasse Leistung erbracht hat, sie haben im Kollektiv gekämpft, in vielen Phasen den Gegner ausgetrickst und ihn an den Rand einer Niederlage gebracht.
Das es zum Schluss nicht gereicht hat, ist unendlich schade, aber die Spanier waren heute auch einfach eine Spur cleverer. Aber diese Cleverness wird die deutsche Mannschaft, der niemand diese Turnierleistung zugetraut hat, sicherlich auch noch erlernen. Und dann sieht es das nächste Mal schon anders aus.
Klar ist, dass die deutsche Mannschaft erhobenen Hauptes nach Hause fahren kann! Sie haben ein klasse Turnier gespielt, durch die Reihen überzeugt, und den Handballfans in der Heimat ein paar wunderschöne Handball-Tage geschenkt! Danke dafür.
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