Dienstag, 18. Januar 2022

Handball EM: Deutschland mit überragender Leistung gegen Polen

Die deutsche Handball Nationalmannschaft ist mit dem heutigen Spiel eindeutig im Turnier angekommen: Mit einem überragenden 30:23-Sieg gegen Polen geht die deutsche Mannschaft mit 2 Punkten in die Hauptrunde! - Und dass nach dieser Vorgeschichte: Nach den Corona-Fällen von Kühn, Häfner, Wolf, Mertens, Kastening, Witzke und Wagner war lange nicht klar, in welcher Besetzung die Mannen von Alfred Gislason überhaupt in die Partie gehen können. Und als dann auch noch Till Klimpke und Marcel Schiller positiv getestet worden sind, war die Erleichterung groß, dass die Nachrücker um Johannes Bitter und Paul Drux alle spielberechtigt waren. Was ist das für eine EM?! - Man darf zu recht zweifeln, ob ein Turnier unter diesen Bedingungen überhaupt Sinn macht. Keiner weiß, ob er beim nächsten Spiel noch auf der Platte stehen wird, aber der Zusammenhalt ist riesig. Die Mannschaft steht zusammen und möchte, egal in welcher Besetzung, die beste Leistung bringen. Und wenn sie das schaffen, können sie, auch wenn es fast etwas vermessen klingt, jeden schlagen!

Eine sehr gute, die wichtigste Nachricht ist auch, dass es, nach bisherigen Informationen, den infizierten Spielern den Umständen entsprechend gut geht. Aber natürlich ist unklar, ob sie nochmals die deutsche Mannschaft unterstützen können. Daher ist es auch so wichtig, dass die aktuelle Mannschaft mit der "zweiten Reihe" richtig gut aufspielt. Allen voran ist da der 21-jährige Julian Köster zu nennen, der heute zu recht Man of the Match wurde. Tor um Tor zimmerte der 2.-Liga-Spieler vom VfL Gummerbach in's Netz, brachte mit Zauberpässen Goller & Co. in Position. 

Auch Christoph Steinert ist an dieser Stelle zu nennen, der alle 7-Meter einnetzte und ebenfalls mehrfach im Angriff zündete. Da musste der Nachrücker Fabian Wiede gar nicht eingreifen, obwohl auch hier ein Wort an die Nachrücker gerichtet sein sollte. Diese alle, die wie z.B. Wiede die EM abgesagt hatte, reisten geschlossen nach Bratislava, um die deutsche Mannschaft zu unterstützen, auch wenn die Corona-Gefahr an jeder Ecke lauert. Wie viel wurde im Vorfeld über die vielen Absagen geschrieben? - Nun zeigt sich, dass die deutschen Nationalspieler zusammen stehen, wenn es darauf ankommt. Und das ist das, was zählt!

Kommen wir zu Jogi Bitter, unseren 2007er Weltmeister, 39 Jahre alt und immer noch Weltklasse: Als einziger Torwart, direkt aus dem Urlaub, in eine Partie zu gehen, hat wahrscheinlich auch Bitter noch nicht erlebt. Und er machte seine Sache gut, sehr gut. Er war der so wichtige Rückhalt, ein emotional Leader wie ihn jede Mannschaft braucht.

Zur Halbzeit lag die deutsche Mannschaft mit drei Toren in Front, aber sicher war die Kiste noch längst nicht. Die Polen glichen in der zweiten Halbzeit aus, aber die deutsche Mannschaft war hellwach, stand aggresiv in der Abwehr und zeigte die ganze Partie über den absoluten Willen, dieses Spiel zu gewinnen! Das ist ein ganz anderes Gesicht als noch in den Partien gegen Belarus und Österreich! So brachte die deutsche Mannschaft dieses so wichtige Spiel mit 30:23 nach Hause und kann nun mit großem Selbstbewusstsein in die erste Hauptrundenpartie übermorgen gegen Spanien gehen. Und eines sollte das heutige Spiel gezeigt haben: Mit der heutigen Leistung kann auch der amtierende Europameister geschlagen werden!

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