Sonntag, 22. Januar 2017

Handball WM: Unnötiges Aus der Bad Boys

Es fehlen die Worte. Man fragt sich: Was war das denn?!
Da steht die deutsche Abwehr fast über das ganze Spiel hinweg sicher und entschärft einen Katari-Wurf nach dem anderen. Und dann steht da auch noch ein bärenstarker Andreas Wolf zwischen den Pfosten und hat mit einer Quote von mehr als 50% der katarischen Nationalmannschaft das Fürchten gelehrt.
Aber was macht die deutsche Mannschaft im Angriff?! Es fallen einfach zu wenig Tore! Zugebener Maßen ist der gebürtige Serbe Serbic im katarischen Tor ähnlich stark wie Wolf, aber dennoch ließen die Bad Boys zu viele Würfe liegen und reagierten zu oft nervös.

Dennoch lagen sie das ganze Spiel über in Front bis es in der Schlussphase zu einer folgenreichen Fehlentscheidung des lettischen Schiedrichtergespanns gab. Paul Drux wurde beim Stand von 20:20 im Wurf gestoßen, und die anschließende Aktion am Kreis wurde anschließend als Stürmerfoul gewertet, obwohl jeder, der nicht die katarische Brille auf hatte, einen Siebenmeterpfiff - es wäre der erste im Spiel für die deutsche Sieben - erwartet hätte. Diese Szene sollte den Wendepunkt des Spiels bringen: Katar ging mit 21:20 in Führung und gab sie nicht mehr ab.
Dabei hätten die Bad Boys noch Chancen gehabt, erneut einzunetzen, aber sie agierten zu nervös und gaben so den schon fast sicher geglaubten Sieg - in Halbzeit 2 lagen sie immerhin bereits beim 17:13 mit 4 Toren in Front - noch aus den Händen!

Die Trauer ist groß im deutschen Lager! So hat sich wohl niemand den Schlusspunkt der WM und damit das Ende der Ära Sigurdsson vorgestellt!
Es ist ein kläglicher Abgang von der WM-Bühne, der absolut unnötig war! Die deutsche Mannschaft hätte vorne nur etwas souveräner und durchsetzungsstärker auftreten müssen, dann hätten die Katari keine Chance gehabt. Aber die Mannen von dem scheidenden Bundestrainer Dagur Sigurdsson zeigten ungewohnte Nerven und schlugen sich letztendlich selbst. Warum das ausgerechnet im ersten k-o-Duell passieren musste, fragen sich wohl so manche Handballfans.
So aber muss der Europameister die Heimreiche antreten. Dass er damit in bester Gesellschaft ist, da auch Olympiasieger Dänemark völlig überraschend an Ungarn scheiterte, mag kaum trösten!

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