Freitag, 13. Januar 2017

Handball-WM: Start gegen Ungarn geglückt

Der Start in die Handball-WM in Frankreich ist der deutschen Handball Nationalmannschaft geglückt, wenngleich es ein Spiel gewesen ist, das ob der Gegensätzlichkeit seines Gleichen suchen dürfte: War die deutsche Mannschaft in der ersten Halbzeit noch absolut souverän und der ungarischen Mannschaft eindeutig überlegen, verlor sie in Halbzeit 2 komplett den Faden und kam überhaupt nicht in die Gänge!

Gleichzeitig war es eine Nervenschlacht der ganz anderen Art für den Zuschauer: Bekanntlich hat es kein deutscher Fernsehsender fertig gebracht, die WM live zu übertragen - schade, dass Handball in Deutschland nicht denselben Stellenwert wie Fußball genießt - die Bad Boys hätten es verdient-, denn bei einer Fußball-WM oder EM wäre es zu einer solchen Situation wahrscheinlich nie gekommen! Nun, glücklicherweise ist die DKB - ja, ein privater Sponsor (!) - in die Bresche gesprungen und zeigt die WM-Spiele per Livestream im Internet. Der deutsche Handballfan dürfte, als dieses endlich feststand, enorm erleichtert gewesen sein, und so konnte man sich auf die heutige Erstrundenpartie der deutschen Handball Nationalmannschaft gegen Ungarn freuen. Aber was passierte dann?! Nachdem die ersten Minuten über Bilder aus Rouen gesendet wurden, war der Bildschirm plötzlich schwarz, und es blieb nur der Live-Ticker, der bekanntlich keine Live-Bilder ersetzt! Hektisch wurde versucht, auf irgendeinem anderen Weg, Bilder des Spiels zu sehen, aber es sollte etwa bis zur 23. Minute dauern, bis der Livestream wieder stand. Unglaublich!!
Im Nachhinein war zu vernehmen, dass diese "Bildstörung" nicht an überlasteten Servern lag, wie wahrscheinlich die Mehrheit vermutete, sondern an dem Provider selbst. Man fragt sich: Wie kann das sein?!

Nun, man erkennt, dass dieses Spiel nicht arm an Spannung und Reizpunkten war, sowohl auf als auch neben der Platte.
Ruhepunkt des Spiels war das Schiedsrichtergespann, dem man heute eine gute Leistung bescheinigen konnte. Das konnte man auch der deutschen Mannschaft für die erste Halbzeit. Mit einem bärenstarken Silvio Heinevetter im Tor kamen die Mannen vom scheidenden Bundestrainer Dagur Sigurdsson so richtig ins Rollen und lagen eine Minute vor dem Pausenpfiff mit 7 Toren in Front. Dass die Ungarn bis zur Pause noch auf 16:11 herankamen, war zwar ärgerlich, schien aber zunächst eher nur ein Schönheitsfehler zu sein.

Aber dann startete die zweite Hälfte, und die deutsche Mannschaft stand komplett neben sich. Stand die Abwehr vorher bombensicher und ließ kaum einen ungarischen Wurf zu, wackelte sie jetzt mehr und mehr. War das deutsche Angriffsspiel zuvor einfach nur zum Zungeschnalzen, wollte jetzt gar nichts mehr gelingen. Über 8 Minuten sollten in Halbzeit 2 vergehen, bis die deutsche Mannschaft erneut einnezten konnte. Aber auch das brachte nicht den erhofften Befreiungsschlag. In dieser Phase war es wohl einzig Silvio Heinevetter zu verdanken, dass die deutsche Mannschaft immer noch in Führung blieb.
Und es sollte bis zu dem Schachzug von Sigurdsson, mit einem 2. Kreisläufer als 7. Feldspieler Verwirrung in die ungarische Abwehr zu bringen, dauern, ehe der amtierende Europameister wieder einigermaßen in die Partie kam.
Der Rest ist schnell erzählt: Die deutsche Mannschaft fing sich mehr und mehr und konnte schlussendlich dieses so wichtige erste Spiel der WM mit 27:23 für sich in entscheiden.
Die Erleichterung ist riesengroß!

Und im Nachhinein mag man Spekulationen darüber anstellen, ob es für die Mannschaft nicht vielleicht sogar besser war, diese schwierige Situation in Halbzeit 2, als man kurz davor war, das Spiel aus der Hand zu geben, gemeistert zu haben, als wie in Halbzeit 1 auch so souverän durch die 2. Spielhälfte marschiert zu sein.
Egal, alles was jetzt zählt, ist der Sieg zum Einstand.
Hoffen wir, dass es bei der WM so weiter geht!

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