50 Tourneespringen hat es gedauert, bis der erste deutsche Springer nach Sven Hannawald 2002 endlich wieder ein Enzelspringen bei der Vierschanzentournee gewinnen sollte: Heute ist dieses, ausgerechnet im Wohnzimmer der österreichischen Adler, der Bergiselschanze in Innsbruck, durch Richard Freitag geschehen.
Nach dem 1. Durchgang lag der 23jährige noch punktgleich mit dem Tournee-Führenden Stefan Kraft aus Österreich auf Rang 1, konnte diesem jedoch im 2. Durchgang die entscheidenden Punkte abnehmen und stand zum Abschluss des dritten Tourneespringens alleine auf dem obersten Treppchen des Siegerpodests. - Die deutschen Adler sind zurück!
Gescholten nach dem schwachen Auftreten von Oberstdorf, nicht viel besseren Kritiken ausgesetzt nach den ebenfalls enttäuschenden, wenngleich leicht verbesserten Leistungen beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen, in der Gesamtwertung abgeschlagen außerhalb der Top-10 liegend, schlugen die Schützlinge von Bundestrainer Werner Schuster zurück und holten den so ersehnten Tagessieg. 12 Jahre hat dieses nicht geklappt...
Drei weitere deutsche Springer landeten in Innsbruck ebenfalls unter den besten 15: Severin Freund als 8., jedoch immer noch seinen Möglichkeiten hinterherspringend, Marinus Kraus auf dem 14. Rang im Rahmen seiner Möglichkeiten und Weltcup-Neuling Stephan Leyhe aus Willingen einen Platz hinter Kraus mit einem nie erwarteten Tournee-Einstand.
So kann Werner Schuster endlich mit seinem Springern zufrieden sein!
Und auch in der Gesamtwertung scheint auch wieder mehr drin zu sein: Richard Freitag katapulitierte sich mit seinem Tagessieg vom 13. auf dem 5. Rang nach vorne und liegt damit nur noch 14.3 Punkte hinter dem drittplatzierten Slowenen Peter Prevc, der heute im 1. Durchgang patzte.
Sicherlich ist das Podium in der Gesamtwertung immer noch weit entfernt, schließlich liegt mit Noriaki Kasei kein Unbekannter noch einen Rang vor Freitag, aber immerhin kann man jetzt wieder darüber spekulieren, dass Freitag theoretisch noch auf das Stockerl in der Gesamtwertung springen könnte. Davon konnte man nach den beiden ersten Springen noch nicht einmal träumen.
Nun geht es am morgigen Tag weiter mit der Qualifikation von Bischofshofen, am Dreikönigstag folgt das abschließende Springen. Auch wenn die Paul-Außerleitner-Schanze nicht zu den Lieblingsschanzen von Richard Freitag gehört, mag man dem Erzgebirgler nach seinem beeindruckenden Auftreten am Bergisel dennoch einiges zutrauen!
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