Samstag, 20. Januar 2024

Unentschieden gegen Österreich trotz schlechtester Turnierleistung

Im zweiten Hauptrundenspiel der deutschen Handball-Nationalmannschaft gegen Österreich sollte eigentlich ein möglichst klarer Sieg her, um die Chancen auf das EM-Halbfinale am Leben zu halten. Das Spiel sollte aber leider anders laufen. 

Von Beginn an agierten die Mannen von Alfred Gislason im Angriff ohne Temo, ohne Durchschlagskraft, ohne Torglück. Und auch wenn die Abwehr um Kapitän Johannes Golla wieder sehr stark agierte und Andi Wolff im Tor an seine super Leistung aus dem Islandspiel, das die deutsche Mannschaft vor allem Dank zweier durch Wolff gehaltener Siebenmeter kurz vor Schluss 24:22 gewann, anknüpfte, kam das deutsche Spiel einfach nicht ins Rollen.
Die offensive Abwehr der Österreicher unterbrach immer wieder das deutsche Angriffsspiel. So kam kein Fluss in die Offensive, kein Tempo. Und zu allem Überfluss fanden die zum Teil dennoch herausgespielten Würfe nicht den Weg in das österreichische Tor, selbst wenn beispielsweise die Außen Kastening oder Mertens frei zum Wurf kamen: Die deutschen Angreifer fanden zu oft ihren Meister in Constantin Möstl, Österreichs Schlussmann, der heute zu Recht zum Man of the Match gewählt wurde.
Und dann kam die Verunsicherung hinzu. Leichte Fehler von Knorr  & Co. spielten der österreichischen Mannschaft in die Karten, so dass diese mitunter auf 4, 5 Tore wegziehen konnte. Da war es fast schon ein Wunder, dass die deutsche Mannschaft mit nur einem Tor Rückstand 11:12 in die Halbzeitpause ging.

Zum Start der 2.Hälfte war die Hoffnung groß, dass sich die Leistung im Angriff bessern würde, aber es wurde nicht besser. Und auch wenn die deutsche Abwehr glücklicherweise weiterhin stand, und Andreas Wolff seine Topp-Quote hielt, lief die deutsche Mannschaft quasi ständig einem Rückstand mit mehreren Toren hinterher.
Aber die deutschen Handballer zeigten Moral, sie steckten nicht auf und kämpften sich Tor um Tor heran. Das 22:22 Unentschieden erscheint so fast schon als das Optimum, das aus diesem verkorksen Spiel herausgezgen werden konnte.

Und sein wir mal ehrlich: Was wäre drin gewesen, wenn es nach so einer Leistung noch zu einem Unentschieden reicht?! - Daraus muss die deutsche Mannschaft Hoffnung ziehen, um am Montag gegen Ungarn auch im Angriff wieder die Leistung zu zeigen, zu der sie eigentlich fähig ist.

Dieser eine Punkt gegen Österreich kann auf dem Weg ins Halbfinale noch Gold wert sein, denn dieses ist - trotz des schlechten Gesamtauftritts heute - immer noch im Bereich des Möglichen. 
Wollen wir hoffen, dass das DHB-Team am Montag befreiter auftreten kann und nicht nur im Tor und in der Abwehr, sondern auch im Angriff die gute Leistung bringen kann, die sie bereits im Verlauf des Turniers gezeigt hat. Dann, mit dem grandiosen Pubklikum in der Köln-Arena im Rücken, kann die Heim-EM vielleicht doch noch zu einem Wintermärchen werden. 

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