Mit einem 35:34 nach der 1. Verlängerung erreicht die deutsche Handball-Nationalmannschaft gegen Ägypten das Spiel um Platz 5 bei der Handball-Weltmeisterschaft in Polen und Schweden! Was sich wie ein Erfolg anhört, mutet mehr als Enttäuschung mit Happy End an.
Die deutsche Mannschaft startete furios, ging mit 3 Toren Vorsprung in die Halbzeitpause und zog in Halbzeit 2 auf 8 Tore davon. Etwa 20 Minuten vor Schluss schien alles sicher zu sein: Andi Wolff im Tor mit bärenstarker Leistung, eine Abwehr, die ihren Namen verdiente, und durchsetzungsstark im Angriff wieder mal mit einem genial aufspielenden Juri Knoor. Aber dann verloren die Mannen von Alfred Gislason den Faden und erzielten lediglich 3 Tore in den letzten 15 Minuten. Und so kam es, wie es kommen musste: Ägypten kam Tor auf Tor ran und ging sogar erstmals in Führung. Aber die deutsche Mannschaft rettete sich in die Verlängerung, wo sie mit viel Biss und Willen den Sieg letztendlich doch perfekt machen konnte. Dass dieses gelang, ist der deutschen Mannschaft hoch anzurechnen. Dieser Sieg auf der Zielgeraden sollte Selbstvertrauen geben und für die Zukunft hoffen lassen!
Was der deutschen Handball Nationalmannschaft derzeit noch fehlt, ist die Erfahrung bei großen Spielen und auch die Breite an Top-Spielern, was helfen würde, ein Spiel über 60 Minuten konstant gut zu gestalten. Dies zeigte sich auch mehr als deutlich im Viertelfinale gegen Frankreich: Für 40 Minuten war man mit dem Rekordweltmeister auf Augenhöhe, aber dann ging die Puste aus, und die Franzosen zogen davon. Dass der Sieg mit 7 Toren Vorsprung leztendlich zu hoch ausfiel, spiegelt den wahren Spielverlauf zwar nicht wieder, aber die klare Niederlage sprach dann doch gegen die deutsche Mannschaft. Aber das Team hat viel Erfahrung dazu gewonnen, und heute gegen Ägypten den Charakertest eindeutig bestanden. Trotz des Ausscheidens und Nicht-Erreichens des Halbfinals war der deutschen Mannschaft anzusehen, dass sie diese Spiel gegen Ägypten unbedingt gewonnen möchte - auch wenn ab der 40. Minute dieser bedingungslose Wille ein wenig in den Hintergund rückte, und die Mannschaft zwischenzeitlich den Faden verloren hatte.
Am Ende steht aber der verdiente Sieg gegen Ägypten, und es heißt Daumen drücken für das Spiel um Platz 5 am Sonntag, wo es entweder gegen Norwegen oder Ungarn geht.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen