Ein Drehbuch wie aus dem Bilderbuch: Der 35jährige Lionel Messi holt sich bei seiner 5. und wohl auch letzten Weltmeisterschaft endlich den Titel, dem er in seiner Karriere immer nachgejagt ist: Fussball-Weltmeister!
Wie oft ist dem begnadeten Fussballer
nachgesagt worden, bei der Nationalmannschaft nicht sein ganzes
Potential einzubringen, sondern nur auf Vereinsebene triumphieren zu
können. Es sollte viele Jahre dauern, bis er dieses endlich widerlegen
konnte. Nach dem Gewinn der Copa America spielte Messi, vielleicht mit
Ausnahme des erstens Spiels gegen Saudi-Arabien, das Argentinien
sensationell mit 2:1 verlor, in Katar endlich auch bei der Albiceleste
den Fussball, der ihn u.a. zum sechsmaligen Weltfussballer werden ließ:
Messi spielte, zauberte, setzte seine Mitspieler in Szene, übernahm vom
Elfmeterpunkt immer wieder die Verantwortung und setzte sich auf eine
Weise ein, wie man ihn im Nationaltrikot wohl nie vorher hat spielen
sehen: Er rackerte, ging keinem Zweikampf aus dem Weg und spazierte eher
seltener nur über das Fussballfeld.
Aber es war gestern noch ein
hartes Stück Arbeit, sich und der gesamten Nation erstmals seit 36
Jahren wieder die Krone des Weltfußballs aufsetzen zu können: Bis etwa
zur 70. Minuten spielte im Finale eigentlich nur eine Mannschaft:
Argentinien. Bereits in der 1. Halbzeit stand es 2:0 für die Mannschaft
von Lionel Scaloni. - Messi hatte Argentinien durch einen von dem
erstmals von Beginn an spielenden Angel di Maria herausgeholten Elfmeter
in Führung geschossen. Und in der 36. Minute schloss Angel di Maria
nach einer wunderbaren Ballstafette über Messi und McAllister mit seinem
ersten Turniertor selber ab. Frankreich schien geschlagen, Farnkreich
kam nicht in's Spiel, Mbappe war nur ein Schatten seiner selbst.
Aber es war eben dieser Mbappe, der den Weltmeister von 2018 wieder in's Spiel brachte: Erst vom Elfmeterpunkt, dann mit einem wunderschönen Treffern von Halblinks. Innerhalb von 2 Minuten hatte Frankreichs Superstar das Spiel gedreht, und in der 82. Minute stand es plötzlich 2:2. Spannung pur auf dem Platz, Argentinien rettete sich regelrecht in die Verlängerung, Erinnerungen an das Hollandspiel wurden wach, bei dem die Argentinier ebenfalls eine 2:0-Führung aus der Hand gegeben haben. Aber ähnlich wie gegen Holland fing Argentinien sich und kam mit Beginn der Verlängerung wieder besser in's Spiel. Aber auch das 3:2 in der 109. Minute, wiederum durch Messi, sollte nicht reichen: Mbappe glich, erneut vom Elfmeterpunkt, in der 118. Minute aus. Spannung pur! Was für ein Finale! - Zweimal wähnte sich Messi schon am Ziel seiner Träume, sollte es wieder nicht klappen mit der Krönung seiner Karriere?! - Das Elfmeterschießen musste entscheiden ... Die beiden Platzhirsche starteten für ihr jeweiliges Team: Eiskalt und unhaltbar brachten Mbpappe und Messi den Ball jeweils im Netz unter, aber dann kam die Stunde vom argentinischen Elfmeterkiller Martinez: Der Schlussmann hielt gegen Coman und brachte Argentinien auf die Siegerstraße und wenige Augenblicke später war klar: Argentinien ist Fussballweltmeister 2022!
Schade,
dass die deutsche Fussballnationalmannschaft bei dieser WM eine so
kleine Rolle gespielt hatte und bereits, wieder einmal, nach der
Vorrunde die Heimreise antreten musste. Der deutschen Mannschaft hat das
gefehlt, was Argentinien letztendlich zum Weltmeistertitel führte: Der
gandenlose Wille, siegen zu wollen, die Freude am Fussball, gemeinsam im
Team und mit den Fans etwas Großes erreichen zu wollen und schlicht und
ergreifend der Glaube an sich selbst. - Glückwunsch an Argentinien!
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