Morgen startet sie - die 70. Vierschanzentournee!
Wer wird Nachfolger des Vorjahressiegers Kamil Stoch? Wird es 20 Jahre nach Sven Hannawald endlich wieder einen deutschen Gesamtsieger geben? Wer sind die Favoriten, wer die Geheimfavoriten? Mit wem ist eher nicht zu rechnen?
Es wäre fast zu schön um wahr zu sein, wenn es endlich einmal wieder ein deutscher Adler ganz nach oben auf das Treppchen der Gesamtwertung schaffen würde. Nach sehr erfolgreichen Jahren mit Weltmeistertiteln, Olympiasieg, einem 2. und 3. Platz in der Gesamtwertung der Vierschanzentournee durch Karl Geiger in den Vorjahren, wäre die deutsche Mannschaft eigentlich endlich einmal dran. Aber was zählt das schon, wenn der traditionsreiche Wettbewerb erst einmal läuft?! Zu oft hat in den letzten Jahren vor allem das Bergiselspringen den deutschen Springern die Suppe versalzen. Also mag man fast meinen, dass es genau auf dieses dritte Springen ankommen wird. Aber ganz so einfach ist es ja nun auch wieder nicht: Die Tournee besteht aus 4 Springen, inklusive Qualifikation also insgesamt 12 Einzelsprünge. - Da kann viel passieren...
Der derzeitige Gesamtweltcupführende Karl Geiger darf aber sicherlich zum Favoritenkreis gezählt werden. Vielleicht gelingt dem Oberstdorfer auf seiner Heimschanze wieder ein perfekter Tourneeeinstand?! - Zu wünschen wäre es dem Allgäuer!
Markus Eisenbichler, die Nummer 2 im deutschen Lager, ist eher als Wundertüte oder vielleicht auch als Geheimfavorit anzusehen. Der Eisei sprang zuletzt zu unkonstant und landete meist doch einige Meter hinter der Spitze, aber wir wissen auch: Wenn der Siegburger erst einmal in einen Flow kommt, ist auch bei ihm alles möglich!
Den wiedergenehsenen Andreas Wellinger unf Stephan Leye darf noch nicht zu viel zugetraut werden. Aber die Hoffnung besteht, dass sie sich durch immer bessere Sprünge immer besser in Form bringen, um dann bei den Olympischen Spielen vielleicht wieder die Trumpfkarte im deutschen Team sein zu können. Youngster Constantin Schmid, der in dieser Saison die eher schwächere Vorsaison fast vergessen lässt und Pius Paschke könnten zur guten mannschaftlichen Geschlossenheit beitragen. Eine entscheidende Rolle in der Gesamtwertung dürften sie jedoch eher nicht spielen. So liegen die deutschen Hoffnungen also einmal mehr auf den Schultern von Karl Geiger.
Als Topfavorit sollte jedoch eher der Japaner Ryoyu Kobayashi angesehen werden. Der Japaner hat seine Technikprobleme eindrucksvoll in den Griff bekommen und zeigt fast wieder die Form, als er, wie Hannawald vor 20 Jahren, den Grand Slam bei der Tournee schaffte.
Außer Acht lassen darf man sicherlich auch nicht die Norweger um Halvor Egner Granerud, der zwar noch nach seiner Topform sucht, aber sollte dem Norweger ein guter Start gelingen, ist auch ihm einiges zuzutrauen. Schließlich hat er vom Vorjahr ja noch eine Rechnung mit der Tournee offen. Neben Granerud könnte Marius Lindvik auf seiten der Norweger im Fokus stehen. Die übrigen Springer scheinen nicht die für einen Tourneesieg erforderliche konstant gute Form zu bringen. Dennoch sollten Daniel Andre Tande und Robert Johannsen zumindest in den erweiterten Kreis der Favoriten gezählt werden.
Und was ist mit den Österreichern? - Mit Stefan Kraft ist immer zu rechnen, aber wen hat Rot-Weiß-Rot noch zu bieten? Hier könnte evtl. Jan Hörl als Geheimfavorit angesehen werden, mehr aber auch nicht.
Die Polen um Vorjahressieger Kamil Stoch sind erstaunlich schwach in die Saison gestartet, aber vielleicht können sie ähnlich überraschen wie Killian Peier aus der Schweiz. - Seien wir gespannt!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen