Am morgigen Montag startet mit dem Qualifikationsspringen von Oberstdorf die 69. deutsch-österreichische Vierschanzentournee. Die Fangemeinde freut sich darauf, aber es wird keine gewöhnliche Vierschanzentournee, denn wie momentan so Vieles gelten für diese Tournee Corona-bedingt andere Regeln als gewöhnlich, Regeln, die man sich vor einem Jahr noch nicht einmal hätte vorstellen können. Aber angesichts der derzeitig geltenden Einschränkungen würde man sich bereits darüber freuen, wenn diese Vierschanzentournee so normal wie möglich stattfinden kann. Dass keine Zuschauer zugelassen sein dürften, ist zu verschmerzen, da das Fernsehen präsent ist und die Sprünge in's heimische Wohnzimmer bringt. So bleibt zu hoffen, dass es im Springerlager keine Corona-Ausfälle gibt. Auch ist beispielsweise noch nicht klar, ob der frisch gebackene Skiflugweltmeister von Planica, Karl Geiger, nach positivem Coronatest, in Oberstdorf an den Start gehen darf.
Aber schauen wir auch das Sportliche: Wer geht als Favorit in diese Tournee? Mit wem ist zu rechnen?
Allen voran ist sicherlich der Seriensieger dieser Saison, der Norweger Halvor-Egner Granerud zu nennen, wenn denn dann da nicht das kleine Aber wäre... - Der norwegische Shootingstar dieses Jahres hat die letzten beiden Weltcupspringen vor der Tournee in Engelberg gewonnen, was als schlechtes Omen für den Gesamtsieg der Vierschanzentournee gilt, denn bislang konnte kein Springer, der in Engelberg gewann - zuletzt durfte auch Karl Geiger dieses erfahren - den Gesamtsieg der Vierschanzentournee erringen. Wird sich dieses Jahr dieses wieder bewahrheiten?!
Neben Granerud haben der Saison bislang auch die deutschen Adler Markus Eisenbichler und Karl Geiger ihren Stempel aufgedrückt. Eisenbichler sprang nach mehreren Siegen zu Saisaongewinn zuletzt zwar nicht mehr ganz nach oben auf das Podium, aber er schien zuletzt immer besser in Schwung zu kommen und mit seiner Erfahrung von vor zwei Jahren, wo er nur knapp dem Vierfach-Sieger Ryuyo Kobayashi unterlag, dürfte er mental vorbereitet sein. Perfekt für das deutsche Team wäre es sicherlich, wenn Karl Geiger ebenfalls an den Start gehen dürfte, denn dann würde die Last der Erwartungen nach Sven Hannwald 2002 endlich wieder einen deutschen Gesamtsieger der Vierschanzentournee zu stellen, nicht allein auf dem Eisei lasten, denn auch Geiger wäre dieser Coup zuzutrauen.
Aber wer schielt noch auf den Gesamtsieg? Sind es die Polen um Piotry Zyla, Kamil Stoch und den Vorjahressieger Dawid Kubacki?! - Vor allem Kubacki scheint in dieser Saison noch nicht richtig angekommen zu sein und auch seine Teamkameraden springen - zumindest bislang - zu unkonstant, aber bei der Tournee beginnt alles von vorn, so dass mit diesen Routiniers immer zu rechnen ist.
Und die Österreicher, einst Seriensieger der Tournee? Auch wenn Michael Hayböck bei der Skiflugweltmeisterschaft bis zum letzten Durchgang um das Podium mitsprang, das er zuletzt dann aber doch deutlich verpasste, gilt er bei der Tournee eigentlich nicht zum Favoritenkreis, eher vielleciht Daniel Huber. Oder aber Stefan Kraft kommt nach überstandenen Rückenproblemen doch wie Kai aus der Kiste und greift wieder vorn an ... möglich wäre es, wettkampfstark wie Kraft ist, aber es ist doch eher unwahrscheinlich.
Interessant wird es auch sein, wie sich der Rest des norwegischen Teams hinter Granerud verkaufen wird. Robert Johannsen ist im Weltcup vorne dabei, aber hält er bei den 4 Springen konstant durch? Was ist mit Marius Lindvik, der im Vorjahr plötzlich in's Rampenlicht sprang, dieses Jahr aber (noch) eher hinterher springt? Kommt ein Johann-Andre Forfang endlich in Form? Oder überrascht Daniel Andre Tande uns alle?!
Aber wie in jedem Jahr bleibt es spannend, denn bei der Tournee kann bekanntlich sehr viel passieren. - 4 Schanzen - 8 Wettkampfsprünge - 4 Qualifikationssprünge - da muss alles passen, um am Ende ganz oben auf dem Siegerpodest zu landen. Hoffen wir, dass einer der deutschen Adler in den berühmt-berüchtigten Flow kommt und die Nachfolge von Sven Hannwald antreten wird!
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