Heute geht es los mit der deutsch-österreichischen Vierschanzentournee: Aller Augen werden heute Nachmittag auf die Schattenbergschanze in Oberstdorf gerichtet sein, und es stellt sich die große Frage: Wer wird die Vierschanzentournee und damit den ersten großen Saisonhöhepunkt für sich entscheiden?
Als erstes dürfte einem der Gesamtsieger der beiden Vorjahre, Gregor Schlierenzauer, einfallen. Der Tiroler geht als einer der Top-Favoriten auf den Bakken, und der Sieg dürfte nur über ihn gehen. Aber Schlierenzauer zeigte in diesem Winter nicht immer die Konstanz, die man sonst von dem Österreicher gewohnt ist. Das eröffnet realistische Chancen für die Konkurrenz.
Wen haben wir da?
Da wäre zum einen Schlierenzauers Landsmann Thomas Morgenstern, der in dieser Saison nach langer Durststrecke wieder ganz oben auf dem Siegerpodest stehen durfte. Einzig sein übler Sturz in dem darauffolgenden Springen lässt ein wenig offen, ob der Doppelolympiasieger von Turin tatsächlich bereit für seinen zweiten Tournee-Gesamtsieg ist. Zum anderen ist Anders Bardal zu nennen, der die gestrige Qualifikation in Oberstdorf für sich entscheiden konnte. Der Norweger könnte der lachende Dritte sein.
Nicht zu vergessen sind aber auch die deutschen Adler um Severin Freund, der eine in dieser Saison bereits stark auftrumpfende deutsche Mannschaft anführt. Aber gleich vom Gesamtsieg sprechen? Das scheint eher unwahrscheinlich, da eigentlich jeder der deutschen Top-Adler, sei es nun Freund oder aber Andreas Wellinger oder Richard Freitag, immer wieder einen nicht so tollen Sprung dabei haben, die einen Rang ganz vorn im Gesamtklassement schwierig machen dürfte. Aber für Tagessiege sollten die deutschen Adler in jedem Fall gut sein!
Wer ist noch zu nennen?
Natürlich die starke polnische Mannschaft, allen voran der Weltmeister Kamil Stoch: Er könnte nach Adam Malysz wieder für polnische Jubel bei der Vierschanzentournee sorgen.
Nicht vergessen sollte man auch den vierfachen Olympiasieger Simon Amman. Ein Gesamtsieg bei der Tournee fehlt dem Schweizer noch, und so recht mag man nicht daran glauben, dass Amman in seiner letzten Saison sich diesem Traum erfüllen wird, aber waren nicht auch seine Doppelolympiasieger von Salt Lake City und Vancouver ein wenig überraschend?
Keine große Rolle dürfte die ehemalige Skisprungnation Finnland spielen. Es tut dem Skisprungfan weh, die finnischen Adler so hinterher springen zu sehen. Aber vielleicht wird der bereits zum zweiten Mal von seinem Rücktritt zurückgetretenen Janne Ahonen die ganz große Überraschung. Aber so ganz mag man nicht daran glauben, dass der Rekordgesamtsieger sich wieder ein die Siegerlisten eintragen kann, zu sehr springt er bislang seiner früheren Form noch hinterher. Aber Ahonen dürfte auch nicht die Vierschanzentournee, sondern die Olympischen Spiele als sein Top-Ziel ansehen: Fehlt ihm dem Ausnahmespringer doch immer noch die olympische Einzelmedaille.
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